AHO-Exkursion nach Oberbayern

Ende Juni-Anfang Juli fand die verschobene Exkursion nach Oberbayern statt. Da dort dann doch wieder Plätze frei wurden konnte ich auch teilnehmen.

Der ursprüngliche Plan sah vor, bei der Orchis spitzelii zu starten. Da ich diese aber schon gesehen hatte, fuhr ich erst nach St. Wolfgang, um von dort aus das steirische Kohlröschen zu suchen. Ich erwischte einen wunderbaren, sonnigen Tag. Schon die Fahrt auf den Berg war für mich eine botanische Offenbarung. Auf der Höhe angekommen musste ich leider feststellen, dass die steirischen Kohlröschen schon am Abblühen waren. Dafür wimmelte der Hang von Apollofaltern. Der Ausblick, die bunten Wiesen und die schönen Insekten raubten mir geradezu den Atem.

Am folgenden Tag traf ich mich mit Katsu in München und gemeinsam besuchten wir wieder, wie schon bei der Vorexkursion ein Biotop bei Weilheim.

Später gegen Abend stieß ich zu der AHO-Gruppe dazu. Wir besuchten am folgenden Tag erst zwei schöne Biotope an der Isar. Und danach ging es auf eine Wanderung am Walchensee entlang. Leider mussten wir diese abbrechen, weil ein Teilnehmer sich verletzte.

Am nächsten Tag waren wir aber wieder komplett und fuhren wieder in Richtung Weilheim. Leider war das Wetter hier sehr bescheiden, besserte sich aber bei der nächsten Station, einem Kalkflachmoor mit einer Streuwiese. Hier standen dicht an dicht wieder die Orchideen; Herminium und Traunsteiners Knabenkraut wohl zu Hunderten. Die einzige Liparis loeselii, die wir fanden hatte leider keinen Blütenstand (das wäre für mich auch eine Premiere gewesen).

Am nächsten Tag ging es dann das erste Mal ins Moor. Es ging erst an Streuwiesen vorbei, über eine Geröllhalde (Resultat eines Erdrutsches) und dann ins Hochmoor. Höhepunkt war hier sicher, trotz der vielen – für mich neuen – Pflanzen, die Begegnung mit einer Kreuzotter. Zum Abschluss der offiziellen Exkursion besuchten wir noch eine irre bunte Buckelwiese. Die Station bei den Karlszeptern zähle ich nicht. Beim Verlassen der Autos war man sofort komplett durchnässt und deshalb hielten wir nur sehr kurz.

An meinem letzten Tag im Süden fuhr ich mit Katsu in die Ammergauer Alpen. Die dortige Bergtour war grandios. Gemsen, Alpendohlen und Nigritellen und das ganze bei einer Ruhe, die einfach nur herrlich war. Der Aufstieg im Hagel war schnell vergessen und wir genossen die Tour. Als krönenden Abschluss trafen wir uns mit Manfred bei einem Moorgebiet im Ostallgäu. Dort sah ich das erste Mal Hammarbya paludosa.

Es ist wirklich schwer in Worte zu fassen. Dieser Ausflug war so voller Erlebnisse, dass es fast schon zu viel war. Die Menge der Orchideen in Oberbayern ist einfach enorm. Als Hesse werde ich da schon fast neidisch. Ich hoffe inständig, dass diese Landschaften so bewahrt werden können.

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