Merops apiaster und Limodorum abortivum – Spontanausflug nach Süden

22_sm Bienenfresser – unsere Premiere

Sonntags hatten wir nichts besseres vor und entschlossen uns kurzfristig zu einem Ausflug in Richtung Kaiserstuhl. Also standen wir gegen 8 auf. Dummerweise hackte ich mir beim Zubereiten des Proviants erst einmal heftig in den Finger und so war der erste Ausflug zunächst zur Notaufnahme. Irgendwie hab ich nen Lauf 😉

Zwei Stunden später mit geklammerter Wunde brachen wir trotzdem auf. Heh! Kein Grund den Tag zu Hause zu verbringen.

So waren wir dann aber erst recht spät gegen 14:00 in Ihringen am Kaiserstuhl. Dort wollten wir Bienenfresser beobachten. Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit fiel die geplante Wanderung dann im Endeffekt  kurz aus. Nach 10 Minuten auf dem Bienenfresserweg hörten wir seltsame Gurrlaute. Uns war klar, das diese Laute der Beschreibung nach auf den Bienenfresser passte und so suchten wir die Bäume ab… und tatsächlich: da saß er. Und ich hatte natürlich nur das Makro auf der Kamera und Verena das Tele im Rucksack. Ich habe genau ein Beweisbild machen können, bevor der Vogel wegflog.

Nach dieser ersten Begegnung marschierten wir zunächst den Berg hinauf. Jedoch sahen wir nicht viel von den prachtvollen Vögeln, außer einer flüchtigen, weit entfernten Sichtung über dem Weinberg. Wir drehten um und spazierten zurück zur ersten Stelle und setzten uns etwas abseits des Baums hin. Tatsächlich hörten wir nach einiger Zeit wieder das Gurren. Kurz darauf folgte der Vogel selbst und flog mit einem zweiten umher. Leider verweilten sie nie lang genug, um sie fotografieren zu können. Verena hat aber ein paar Flugbilder hinbekommen. Schon frustrierend, wie ich da verhauen habe, aber immerhin hat Verena Bilder machen können. Sehr beeindruckt gaben wir nach einer halben Stunde den Platz auf und aßen einen leckeren Flammkuchen im Städtchen.

Inzwischen war es 18:00Uhr und ich hatte das Bedürfnis noch statische, erdgebundene Lebewesen zu fotografieren, um überhaupt erhobenen Hauptes den Süden verlassen zu können und so fuhren wir noch die 50km zu einem bekannten Orchideengebiet. Hammer! So gut habe ich das noch nie erlebt. Anacamptis pyramidalis in Hochblüte, Unmengen Ophrys holoserica, Himantoglossum hircinum, Orchis militaris in den letzten Zügen und natürlich Limodorum abortivum. Das Biotop war einfach das pure Bunte.

Leicht erschrocken war ich mal wieder über die Fotografenwannen. Leute… der Dingel ist  ECHT selten in Deutschland. Wollt ihr den weiter dort sehen, dann macht die Bilder doch vom Weg aus! Wie ihr vielleicht bemerkt habt, sind bereits große Flächen eingezäunt… die Konsequenz aus diesem Verhalten.

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Kartierungswochenende in Nordhessen

07_sm O. tridentata – Charakterart der nordhessischen Magerrasen

Am 10.5. hatte ich zu einer Kartierungsexkursion in Nordhessen aufgerufen. Leider war die Resonanz sehr spärlich und so zogen wir zu dritt los.

Dennoch waren wir recht erfolgreich. Es konnten beinahe alle Zielarten in den besuchten Gebieten aufgefunden werden. Nun haben wir von den bekannten Gebieten zumindest wieder aktuelle Zahlen.

8 Gebiete wurden überprüft und mehrere Tausend Individuen aus 9 Arten, davon 8 blühend, gezählt.

Mit mehr Leuten und bei besserem Wetter wäre natürlich deutlich mehr zu schaffen gewesen und man hätte sicher auch Neufunde gehabt. Ich denke, man wird überlegen müssen, wie man so etwas in Zukunft angeht. So war es etwas zu viel Aufwand für zu wenig Leute. Ich bin etwas frustriert, über eine Woche Nettoarbeitszeit hineingesteckt zu haben, um dann eine Person (neben mir und Verena) mit Infos zu versorgen. Da passen die Relationen nicht. Aber ich will nicht klagen, denn es war ja trotz allem sehr schön, harmonisch und erfolgreich.

06_sm Nordhessen

Ich kann mich aber kaum über Nordhessen beruhigen. Was für eine traumhafte Gegend. Ernsthaft: so eine tolle Landschaft mit so schönen Ecken gibt es wirklich selten. Natürlich bin ich hier parteiisch, weil ich eben auf botanisch interessante Ecken und vor allem auch auf Hessen stehe, dennoch zieht mir das da jedes Mal die Schuhe aus. Es ist womöglich botanisch nicht ganz so vielfältig wie das Schlüchterner Becken, aber landschaftlich kann es mit allem in Deutschland mithalten. (evtl Alpen mal außen vor)

Nach der Übernachtung im schönen Fachwerkstädtchen Wolfhagen(eine Superidee nebenbei)  ging es am zweiten Tag noch durch 3 Gebiete. Zum Ausklang des Wochenendes unternahmen wir noch einen Spaziergang am Dörnberg… und ich war total überrumpelt von der Größe und der Qualität des Gebiets. Das hat mich dann wirklich überfordert.

Zum Runterkommen fuhr ich mit Verena dann von dort noch in ein bekanntes Frauenschuhbiotop im Werra-Meißner-Kreis. Immer wieder schön dort. (Na klar… ist ja auch Nordhessen ;-)) Der Rundweg durch die Unmengen von Waldanemonen, Mannsknabenkräuter, Schlüsselblumen, Wacholder… ein Traum.

Ich habe leider nicht viele Bilder machen können, denn leider war das Wetter vor allem am ersten Tag mehr als unterirdisch und zum Anderen war mein Akku beinahe leer und mir war es wichtiger, Biotope zu dokumentieren.

Die Gegend um Kassel ist also wirklich eine Reise wert. Ich bin dabei mich in die Gegend zu verlieben.

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Orchisfarbvarianten und -hybriden in Rheinland-Pfalz

O_purpurea Purpurknabenkraut – Orchis purpurea (seltene Farbvariante)

Dieses Mal kein großer Bericht, aber ich finde die Funde spannend und wollte das einmal zeigen. Die Bilder sind vor ca. 2 Wochen am 3.5.2014 entstanden. Ich kam einfach bisher nicht dazu, die Bilder zu veröffentlichen.

Dieses Mal will ich zeigen, wie vielfältig der Orchis Formenkreis ist und wie gerne die Arten dieser Gattung hybridisieren.

Natürlich auch dieses Mal wieder fotografischer Beifang. Die Riemenzunge schleicht sich in fast jeden Beitrag. Einfach ein unglaublich gutes Jahr für die Art.

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