Nie mehr Hertz!

Achtung! Dies ist ein Meckerbeitrag. Ich verspreche, dass von der Sorte nichts mehr kommt. Naja… zumindest nicht allzuviel.

 

Automiete:

Von Deutschland buchten wir über den ADAC bei Hertz ein Auto. Wegen der Ausflüge im Nordwesten sollte es ein SUV sein. Nicht günstig, aber auf der sicheren Seite… dachten wird.

In Las Vegas holten wir bei Hertz also einen Ford Escape ab.

Erster Eindruck:
Auf den ersten Blick, im Dunkeln, nach 14h Flug schien das Auto ok. Jahrgang 2013 mit etwas unter 40k Meilen.
Erst auf den zweiten Blick entpuppte sich das Auto als schlecht gewartet. Es hatte noch die ersten Reifen. Im Regen stellte sich dann später heraus, dass auch die Wischerblätter völlig unbrauchbar waren und bei Gegenlicht zeigte sich, dass die Scheibe von innen total blind war. Also putzten wir (nicht zum ersten Mal bei Hertz) zunächst die Scheiben von innen. Irre gefährlich sowas.

Episode 1:
Von Las Vegas wollten wir durch das Death Valley in Richtung Big Pine.
Einer der recht abgefahrenen Reifen machte die Fahrt aber nicht mit und ging im Death Valley kaputt. Kein besonderer Spaß bei 45°C im Schatten. Wir hatten bei Hertz die sogenannte Roadside Assistance zugebucht. Dummerweise gibt es im Death Valley keinen Handy Empfang und so konnten wir dort niemanden erreichen.
Der Reifenwechsel auf eigene Faust scheiterte am Werkzeug, das Ford dem Auto beilegt. Das reinste Kinderspielzeug. Nach etwas über 3h fand uns ein Parkranger und half uns, den Reifen zu wechseln. Also ging es mit dem Notrad dann weiter in Richtung Lone Pine.

Unser Tagesziel, den Grandview Campground konnten wir unmöglich noch erreichen und so checkten wir in Lone Pine in ein Motel ein. Statt $5 für die Übernachtung waren es dann zwar $130, aber wenigstens hatten wir eine Übernachtungsmöglichkeit. Nach dem Einchecken rief ich dann bei der Roadside Assistance an, was wir denn machen könnten. Der Vorschlag der freundlichen Dame war, dass wir doch nach Reno (420km Entfernung) oder Fresno (450km Entfernung) weiterfahren sollten, um das Auto zu tauschen. Ich erklärte, dass das mit dem Notrad doch recht weit sei und auch überhaupt nicht in die Reisepläne passe. Woraufhin sie meinte, man könne ja auch in Bishop das Auto tauschen, aber die Station sei erst am Morgen wieder auf.

In Bishop wusste ein extrem unfreundlicher Hertz Mitarbeiter allerdings nichts davon, dass wir ein neues Auto bekommen sollten und sagte, er habe kein Auto für uns und besorge auch keins. Wir sollen doch bitte zum Ford-Center fahren. Die konnten oder wollten den Reifen nicht wechseln und schickten uns zu einer anderen, kleinen Werkstatt, die dann wirklich den Reifen wechelten. Schlussendlich waren wir wieder 100Meilen umsonst gefahren, denn einen Reifenwechsel hätten wir auch in Lone Pine durchführen lassen können. Also ließen wir gegen Mittag den Reifen in Bishop wechseln. Damit ging es dann weiter.

Bilanz bis dahin: 130$ für das Hotel, 140$ für den Reifen (hier warte ich – Stand Anfang August – auch noch auf Geld) und ca. ein Tag verlorener Zeit.

Episode 2:
Bei der Fahrt von Washington in Richtung Montana fing die Motorkontrollleuchte an zu leuchten und die Anzeige zeigte „Engine fault, Service“ an. Dabei fing der Motor bei bestimmten Drehzahlen an zu stottern. Sehr beunruhigend, wenn man gerade durch die Northern Cascades fährt und sich fernab von jeder Servicemöglichkeit befindet. Auch hier war kein Empfang und somit die Roadside Assistance nicht erreichbar. In der erstbesten Ortschaft mit Empfang kontaktierte ich die Roadside Assistance. Der Tip war: machen sie doch einfach mal die Zündung an und aus, danach würde der Motor schon wieder laufen. Wenn ich dabei ein schlechtes Gefühl habe, könne ich ja in Spokane das Auto tauschen, die Mietstation dort am internationalen Flughafen habe bis 24h auf. Ich sagte, dass ich auf jeden Fall gerne das Auto in Spokane tauschen würde. Gegen 23:00 kamen wir dort an der Mietstation an. Das Auto ruckelte gerade so auf den Parkplatz. Am Schalter fragte ich dann nach einem Auto und hier wurde mir dann gesagt, dass ich kein neues Auto bekommen könne, weil niemand Bescheid gesagt hätte und die Schlüssel schon weggeschlossen seien.
Nach längerer Diskussion bekam ich noch einen Voucher für das Ramada Hotel am Flughafen. So mussten wir nur $90 bezahlen, gestrandet waren wir trotzdem. Geplant war die Weiterfahrt bis Missoula, wo wir sicher auch ein billigeres Motel hätten finden können.
Am nächsten Morgen waren wir ganz früh gegen 6 wieder an der Mietstation und zunächst hieß es, dass kein Mietauto verfügbar wäre, es fand sich dann aber doch noch ein Nissan Rogue, mit dem es dann weiterging.
Wie ich später beim Abgeben des zweiten Autos mitbekam wurde der Rogue zusätzlich für 60 Tage vermietet. Die Kosten dafür in Höhe von $1700 wurden aber inzwischen rückerstattet.

Bilanz Episode 2: geschätzt 30$ Mehrkosten für das Hotel und 4 h verlorene Zeit

Episode 3:
Der Rogue erwies sich als zuverlässiger als der Escape. Er war auch einigermaßen gewartet, saubere Scheiben und gute Reifen. Dennoch machten sich hier gegen Ende der Reise Probleme bemerkbar: das Auto begrenzte (bei größerer Hitze?) nach längerer Fahrt die Drehzahl und man konnte nur noch ca. 55 mph fahren. Der Grund war nicht ersichtlich. Als ich mit Alex und Silvana in Kolonne fuhr, zeigte mein Nissan Rogue dieses Verhalten, der Rogue von Alex und Silvana, der zudem deutlich schwerer beladen war, zeigte das Verhalten nicht.
Immerhin ging dadurch kaum Zeit und kein Geld verloren. Scheiße war das trotzdem.

Meine Lehre daraus: nie mehr Hertz!

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