USA – Teil 2: Nordkalifornien

Von Lee Vining fuhren wir weiter in Richtung Lake Tahoe. Die Straße bietet spektakuläre Ausblicke auf den See. Dennoch  wollten wir nicht zu lange bleiben, denn das Tagesziel, der Lassen Volcanic National Park war noch weit entfernt.

Am Sunnyside Restaurant am Westufer des Sees machten wir einen längeren Stop und genossen ein leckeres Essen. Sehr empfehlenswert ist das riesige und köstliche Eis, die Kimo’s Hula Pie. Auf Empfehlung der Kellnerin teilten wir uns das Eis und waren danach pappsatt.

Lassen Volcanic National Park

057_la_sm Lassen Peak
Auf dem Weg zum Nationalpark sah ich dann am Straßenrand etliche weiße Blütenstände. Mir war sofort klar, dass das Orchideen sein mussten. Also hielten wir an und tatsächlich standen an einer nassen Stelle zahlreiche Platanthera dilatata, eine wirklich sehenswerte, aber nicht so seltene Pflanze. Dennoch war es für mich eine Premiere.
Gegen Abend erreichten wir den Lassen Volcanic National Park. Der Park ist eine geologisch sehr aktive Gegend mit mehreren Vulkanen, die zuletzt vor etwa 100 Jahren ausgebrochen sind. Heute macht sich der Vulkanismus nur noch durch Fumarolen und Solfatare bemerkbar. Da der Zeltplatz auf der anderen Seite des Nationalparks war fuhren wir so schon abends über die Passhöhe. Morgens brachen wir früh auf, denn wir wollten zur Bumpass Hell wandern. Die Bumpass Hell ist ein Geothermalgebiet. Das Gebiet wurde nach K. V. Bumpass benannt, der dort zweimal durch die dünne Kruste gebrochen ist und sich dermaßen verbrühte, dass ihm schließlich das Bein amputiert werden musste.
Eine sehr schöne Wanderung führte uns vom Parkplatz mitten in das Gebiet. Schwefelgeruch und Dampf dominieren hier. An Fumarolen und sauren Seen geht man über Stege entlang. Insgesamt ist der Park wirklich sehr sehenswert. Die bunten Bergwiesen und das schöne Wetter taten ihr übriges.

 

 

Siskiyou Mountains

074_si_sm Epipactis gigantea
Von Lassen fuhren wir nach Norden in Richtung Mt. Shasta. Der gewaltige Berg dominiert wirklich die ganze Gegend. In der Nähe des Berges fuhren wir in Richtung Siskiyou Mountains. Dort wollte ich auf gut Glück vom Auto aus nach Orchideen und der Kobralilie suchen. Außerdem war das nächste Ziel die „Redwood National und State Parks“ und die Straße führte uns in diese Richtung. Die Straße war ein wirklich sehr schmaler, asphaltierter Waldweg und wir fuhren ihn gemütlich entlang, als ein LKW an einer schlecht übersehbaren Stelle auf uns zu schoss. Verena reagierte geistesgegenwärtig und konnte einen Zusammenstoß gerade noch eben vermeiden, indem sie fast in den Graben fuhr. Geschockt ging die Fahrt weiter. Nur langsam beruhigten wir uns. Nach über einer Stunde Fahrt über die kurvige Straße sah ich etwas hellgrün im Straßengraben aufleuchten: Kobralilien. Wir hielten an und schauten uns das genauer an. Zu meiner Freude sah ich sofort, dass dort auch Orchideen standen. Der ganze Straßengraben war voll mit Platanthera sparsiflora. Dicht wie Binsen standen die Pflanzen da. Ich war hin und weg. Dann sah ich eine merkwürdige Blüte, die nächste Orchideenart: Epipactis gigantea. Ich war davon schon sehr begeistert und schaute, wie weit die Epipactis wohl die Böschung hinauf wachsen würde und sah die nächste Art, den sehr seltenen kalifornischen Frauenschuh Cypripedium californicum. All das auf vielleicht 10 Quadratmetern an einer nassen Stelle am Straßenrand. Ich hätte vor Glück Luftsprünge machen können. Ich machte nur wenige Bilder, denn es war schon etwas düster in dem engen Tal und wir fuhren schnell weiter.

 

 

 

Redwood State und National Parks

091_rw_sm Fern Canyon

Wir hatten im Prairie Creek Redwood State Park für zwei Nächte einen Platz zum Zelten reserviert. In der Dunkelheit hatten wir große Schwierigkeiten den richtigen Zeltplatz zu finden. In der Email hieß es oben: „Campground: PRAIRIE CREEK REDWOODS SP“, der Zeltplatz heißt aber tatsächlich „Elk Prairie Campground“. Immerhin fuhren wir so schon einmal Nachts den Newton B. Drury Scenic Parkway durch den verwunschenen Wald. Nach der langen Suche stellten wir mitten in der Nacht dann endlich das Zelt auf und konnten schlafen gehen. Am nächsten Tag fuhren wir zunächst in das Besucherzentrum und hörten einen Vortrag über die dortigen Wapitis und deren Unterarten.

Danach gingen wir mal wieder Gezeitentümpel besuchen. Das machen wir wirklich gerne, denn die dort zu findenden Tiere sind für uns spannend zu beobachten. Dieses Mal gab es aber „nur“ Seesterne, Muscheln, wenige Seeanemonen, ein paar Krebse und Fische. Da das Gelände zudem sehr schwierig war (rutschige, schwer erklimmbare Felsen), verließen wir es recht schnell. Spannender waren da schon die Seehunde und Seelöwen, die auf der anderen Seite der Landzunge lagen.
Wir beschlossen danach den Fern Canyon zu besuchen. Eine abenteuerliche Straße führt zum Trailhead, wo die Wanderung in den Canyon beginnt. Hier waren wir tatsächlich sehr froh über das einigermaßen geländegängige Fahrzeug. Die Fahrt ist eine sehr staubige Angelegenheit. Das Ziel ist es aber wert. Der Canyon ist sehr spektakulär. 20m hat sich der Bach in den Fels geschnitten und senkrecht ragen die von Farn überwucherten Wände auf. Der Canyon dürfte bei jedem Farnexperten für Freudenausbrüche sorgen. Auch die Tierwelt dort ist spannend. Wir sahen dort ein regelrechtes Massengrab von Tausendfüßlern. Sehr seltsam das ganze. Sehr häufig findet man Banana Slugs, gelbe Nacktschnecken. Auch sollen dort Salamander vorkommen. Wir haben aber leider keine gesehen.
Am späten Nachmittag unternahmen wir noch eine Wanderung durch den Wald. Unglaublich, wie riesig die Bäume sind. Man fühlt sich wie in einer gewaltige Halle. Ehrfürchtig liefen wir durch den urigen Wald. Ganz anders als die Riesenmammutbäume im Sequoia National Park, aber dennoch wunderbar. Wer sich an die Waldszenen in Star Wars in Endor erinnert bekommt ein gutes Bild von diesem beeindruckenden Wald. Naja… bis auf die Ewoks.

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3 Gedanken zu „USA – Teil 2: Nordkalifornien

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