USA – Teil 6: Der Rückweg

Grand Teton

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Nach dem Ausflug zum Grand Prismatic Spring ging es durch den Grand Teton in Richtung Süden.  Der Grand Teton Nationalpark schließt sich südlich an den Yellowstone NP an. Die schroffe Bergkette der Tetons ist das Wahrzeichen des Parks. Von vielen Stellen hat man wunderbare Aussichten auf die Berge. Das letzte Mal waren wir durch die kanadischen Rockies noch verdorben und ließen die Berge mehr oder weniger links liegen, doch bei diesem Besuch waren wir tief beeindruckt von den schroffen Gipfeln.
Immer wieder begeisterten mich hier die bunten Straßenränder. Von tiefblau über rot bis weiß strahlt einem hier die Farbenpracht der Wildpflanzen entgegen. Ein Genuss, die Highways zu benutzen.
Die Fahrt ging von dort weiter nach Süden. Vorbei am großen Salzsee und Salt Lake City, bis zum Übernachtungsstop in Nephi. Dort war der erste Halt, wo wir tatsächlich weniger bezahlten, als gedacht. Ein etwas heruntergewohntes Motel, also ideal, um sich wieder an die Zivilisation zu gewöhnen. 🙂

 

 

Great Basin Nationalpark

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Von Nephi aus fuhren wir durch schier endlos wirkende Ebenen mit Salzpfannen. Am Horizont erhoben sich zwar immer wieder Berge, aber die Straße verlief eintönig geradeaus. Eigentlich hätte man das Lenkrad auch festklemmen und schlafen können. 150km führt die Straße durch die Wüste Utahs ohne eine Möglichkeit zu tanken oder große Stops.
Schließlich gelangt man zum Great Basin Nationalpark. Im Nationalpark liegt der zweithöchste Gipfel Nevadas, der Wheeler Peak. Der Berg ragt über 2000m aus der Ebene in eine Höhe von 3982m. Der höchste Gipfel ist in den White Mountains, dem Gebirge, das wir zu Anfang der Reise, beim Ausflug zum Ancient Bristlecone Pine Forest besucht haben. Auch am Wheeler Peak gibt es diese Bäume, aber wir haben die Wanderung dorthin gescheut, da wir ja schon etliche gesehen hatten. Zunächst stellten wir unser Zelt auf dem Upper Lehman Creek Campground auf. Ein sehr schöner und extrem günstiger Zeltplatz.
Am frühen Nachmittag nahmen wir an einer Führung durch die Lehman Caves teil. Rangerin Lucinda beschrieb eindrücklich die faszinierenden Formationen. Einige davon sind wohl überaus selten.  Auf jeden Fall eine ganz tolle Schauhöhle.
Auf der Suche nach Wildlife fuhren wir dann wieder die Straße in Richtung Wheeler Peak und unternahmen einen Spaziergang. Danach fuhren wir mehrfach durch die Ebene um Baker und über einige Nebenstraßen, die laut der Ranger des Parks recht reich an Tieren sein soll. Leider sahen wir nur die allgegenwärtigen Mule Deers und nicht die versprochenen Dachse und Stinktiere.
Der Park ist berühmt für die Sternenhimmel. Angeblich hat man hier einen der besten Sternenhimmel in den USA. In der weiteren Umgebung ist nur Baker, ein Ort mit wenigen Häusern, die nächste größere Siedlung ist Ely und die nächste Großstadt, Salt Lake City, ist deutlich über 300km entfernt. Dummerweise war das Wetter bedeckt und so erahnte man den großartigen Himmel nur durch Wolkenlöcher.
Am nächsten Tag besuchten wir noch eine archäologische Ausgrabungsstätte bei Baker bevor es dann weiter in Richtung Grand Canyon ging.

 

 

Grand Canyon

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Der North Rim des Grand Canyon war für uns eine Premiere. Die Fahrt dorthin bedeutete zwar einen ziemlichen Umweg, doch es lohnte sich, auch für nur einen Tag Aufenthalt. Anders als am South Rim 2010, wo wir viel wanderten, fuhren wir diesmal fast ausschließlich die Aussichtspunkte an.
Wir genossen die Ausblicke auf den Canyon, der für mich eher ein inverses Gebirge ist. Es ist einfach zu groß und zu weitläufig. Der Name ist jedenfalls absolut passend. Wir beobachteten die Eidechsen, die sich in der Abendsonne überall auf den Wegen tummelten und sahen eine riesige, schwarze Wespe, die wir später als „Tarantula Hawk“ identifizierten. Jene Art, die sich einen spektakulären Kampf mit Taranteln liefert, mit dem Ziel die Tarantel mit einem Stich des Giftstachels zu lähmen, sie in eine Höhle zu schleifen und ein Ei auf ihr abzulegen. Die Larven leben dann von der gelähmten Tarantel. Irgendwie gruselig.

Auf dem Weg aus dem Park sahen wir dann wieder viele Bisons. Hier sind sie angeblich nicht so beliebt wie in Yellowstone, da sie erst um 1900 von Farmern dort angesiedelt wurden und eigentlich nicht dort heimisch sind und mit den Hufen großen Schaden anrichten.

Bei der Weiterfahrt fiel uns dann ein Bussard auf, der am Boden jagte. Sehr speziell, dass ein Vogel mal nicht aus der Luft, sondern auf dem Boden hüpfend der Beute nachstellt.

 

 

Valley of Fire

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Da wir gut in der Zeit lagen, wählten wir den kurzen Umweg durch das Valley of Fire. Ein reizender Park. Knallrote, bizarre Sandsteinformationen sind das Merkmal dieses Parks nahe bei Las Vegas. Es lohnt sich durchaus, hier zu verweilen. Unser dritter Besuch des Parks war allerdings nur ein Abstecher, weil wir noch Zeit hatten.

 

 

Las Vegas

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Gegen 15:00 kamen wir in Las Vegas an. Wir parkten das Auto und wollten einchecken, aber an der Rezeption wurde mir dann beschieden, dass das Zimmer belegt sei. Ich fragte, wie denn das sein könne, denn schließlich hatte ich ein halbes Jahr vorher gebucht, wohl wissend, dass die Zimmer in Las Vegas am 4.7. voll sein würden. Darüber hinaus war das Zimmer sauteuer: 260USD war uns die Übernachtung in Las Vegas mit Blick auf den Strip wert. Natürlich alles schon preauthorized und geblockt. Das Ende vom Lied war, dass das Management nicht erreichbar war und wir ein winziges Zimmer nach hinten raus bekamen. Also auch hier: nie mehr Las Vegas und wenn, dann auf keinen Fall wieder im New York New York. Nach dem verschimmelten Zimmer im Luxor nun also ein Ultrahochpreiszimmer ohne Aussicht. Eher schlecht gelaunt verbrachten wir den Nachmittag und Abend in der Stadt. Gegen 8 Abends fingen dann sintflutartige Regenfälle an und die feiernden Massen flohen in die Casinos. Passte irgendwie ins Bild. Ich brauch die Stadt wirklich nicht mehr.

Früh um 5 brachte ich dann Verena zum Flughafen. Ein ganz besonders eigenartiges Erlebnis, wenn die Freundin aus dem Urlaub vorher zurückfliegt.

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2 Gedanken zu „USA – Teil 6: Der Rückweg

  1. Lieber Martin,
    und was für schöne Bilder um Abschluss des Reiseberichts. Wieder bin ich sehr beeindruckt und doch wirklich neidisch, was Du schon alles so gesehen hast. Toll, als Bruder doch auch so teilhaben zu können an Deiner Weltgewandtheit (und an der großen Kunst dieser Fotos).
    Vielen Dank im Übrigen auch noch mal für die vorletzte Woche. War toll mit Verena und Dir – ganz gleich ob beim „Mensch Ärger Dich nicht!“ bis hin zum Geo-Caching. Das werde ich hier mit Johannes im Übrigen auch machen. Empfiehl mir angelegentlich mal eine gute App für das iPhone (4s)
    Beste Grüße
    Christian

    • Hallo Christian,
      das ist ja nur Verenas Abschluss. Ich war danach ja noch bergtouren. Geht auch gleich online.

      Ich hab zum Geocachen die groundspeak app. Kostenlos und gut genug.

      Viele Grüße,
      Martin

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