Das Taxi für den Star

04_kl Nächster Halt Mönchbruch

Nach der Exkursion am Samstag war am Pfingstmontag morgens zunächst alleine und abends dann noch einmal mit Verena zusammen unterwegs. Bereits morgens habe ich ein neues Vorkommen des Brandknabenkrauts nahe eines mir bereits bekannten Vorkommens entdecken können. Der Hit war aber der Ausflug abends.

Zuerst sahen wir ein Reh und kurz darauf einen Fuchs. Momente später zog eine Herde Damhirsche über die Wiese mit lustig reitenden Staren.

Auf der Runde haben wir dann später noch unerwartet das bleiche Waldvöglein gefunden. Ich wusste davon nichts, auch nicht, ob es dazu schon Meldungen gibt. Jetzt gibt es die auf jeden Fall. Auf der ganzen Runde sahen wir dann auch immer wieder Stare und  andere Vögel.

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AHO Kartierung 2015

15_kl Cypripedium calceolus – Gelber Frauenschuh

Nachdem sich nur eine Person (mit Freundin) zur Kartierung angemeldet hatte, fürchtete ich, eine komplette Bauchlandung zu erleiden. Wieder einmal fuhr ich also mit niedrigen Erwartungen los. Der Tag wurde aber wirklich schön und harmonisch. Es wurde zwar nur wenig kartiert (kein Wunder bei Mindestbesetzung), aber es wurden immerhin 3 Gebiete in Nordhessen begangen. Das vierte war dann ein Ausflug nach Niedersachsen zu einem Frauenschuhbiotop quasi als Kür. Es war wirklich toll, wieder mal mit interessierten, neuen Leuten unterwegs zu sein. Die Anzahl der Pflanzen war leicht niedriger als letztes Jahr, aber der Zeitpunkt war gut. Mal abgesehen davon, dass an Pfingsten anscheinend niemand Lust zum Kartieren hat, gab es sehr viel zu sehen.

Was aber am meisten Spaß gemacht hat: die Fototour in Niedersachsen. Es ist echt cool, mit jemandem unterwegs zu sein, der richtig gut ist. Leider hatte ich kein Stativ dabei und der Autofokus meines Makros ist immer noch kaputt. Voll manuell sozusagen. Trotzdem konnte ich da eine Menge lernen.

Danke Patrik, das war echt cool!

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Waldvöglein

05_kl.jpg Cephalanthera longifolia – Schwertblättriges Waldvöglein

In einem lichtdurchfluteten Wald in Mittelhessen wächst das schwertblättrige Waldvöglein in reichen Beständen. Eine wahre Pracht, die man von außen so garnicht erwartet. Der Waldrand ist dicht mit Brennesseln und Brombeeren  besetzt, umso schöner und überraschender ist es dann, sobald man den hallenähnlichen Wald betritt und einem die Orchideen entgegenleuchten.

Ein bisschen erinnert die Pflanze an die nah verwandte Phantom-Orchid, die wir im letzten Jahr von Ron in Washington gezeigt bekamen.

 

 

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Oh Thüringen! – Exkursion mit der Nordgruppe

22_sm.jpg

Am Wochenende war ich schon wieder unterwegs.
Eigentlich hatte ich nach der anstrengenden Fahrt nach Südfrankreich nur wenig Lust auf 800km Fahrt, aber ich hatte schon zugesagt und wollte dann auch teilnehmen.
Zudem musste Verena  auch noch arbeiten und ich musste alleine los.
Also fuhr ich Samstags los in Richtung Osten, denn es ist erstaunlich oft so: wenn ich mit wenig Lust losfahre, werde ich positiv überrascht und von den Erlebnissen geplättet. Das war auch dieses Mal so!
Auf der Hinfahrt hielt ich an einem Standort des schwertblättrigen Waldvögeleins in Mittelhessen und dann später noch an einem großen Vorkommen der Korallenwurz bei Hünfeld. Wenn man schon vorbeifährt kann man das ja mitnehmen.
Samstag Abends besuchte ich dann noch ein Massenvorkommen des Frauenschuhs bei Rudolstadt. Obwohl erst wenig der Pflanzen blühten war ich überwältigt von der schieren Anzahl der eigentlich so seltenen Orchideen. Einfach nur „Wow!“
Bei gewittrigem Wetter fuhr ich dann weiter nach Jena. Jena liegt landschaftlich bezaubernd im Saaletal und die abendliche Stimmung mit „Alpenglühen“ auf den Muschelkalkklippen und den zerfetzten Wolken über der Stadt war ein wirklich grandioser Anblick. Leider hatte ich bei dem kurzen Ausflug am Abend keine Kamera dabei.

Die geplante Exkursion ging am nächsten Tag bei perfektem Wetter in zwei Gebiete direkt bei Jena.
Zunächst wurden wir durch eine weitläufige Wiesenlandschaft auf einem ehemaligen TÜP geführt. Die Hecken und Büsche sind ein ideales Revier für Singvögel. Leider habe ich von Ornithologie keine Ahnung und so konnte ich zwar noch Feldlerche und Kolkrabe identifizieren, aber Feldschwirl und Pirol hätte ich am Gesang sicher nicht erkannt.
Das eigentliche Ziel waren aber die Halbtrockenrasen oberhalb dieser Landschaft. Nach einiger Zeit stand dann oberhalb des Weges ein erstes Purpurknabenkraut. Die hatte ich dieses Jahr in Frankreich zwar schon zu Hunderten gesehen, aber es ist doch immer wieder schön, so begrüßt zu werden. Nur kurze Zeit später standen wir in einer bunten Wiese voller Orchideen: Bocksriemenzunge, Spinnenragwurz, Fliegenragwurz, Helm- und Purpurknabenkraut und vereinzelt auch das dreizähnige Knabenkraut. Ein kurzer Abstecher in den Wald und wir sahen auch hier den gelben Frauenschuh in schöner Blüte. Wirklich ein beeindruckendes Biotop mit tollen Ausblicken.
Nach der Mittagspause ging es in das Jenaer Vorzeigebiotop im Leutratal. Der Bau des Jagdbergtunnels und die Verlegung der A4 aus dem Leutratal hat dafür gesorgt, dass man die Biotope in Ruhe genießen kann. Zwar sind auch dort viele Menschen unterwegs, aber das ist viel besser als Autolärm. Die Wiesen dort sind wirklich grandios – richtig bunte Blumenwiesen, farblich dominiert von weißen Waldanemonen, gelbem Horn- und Wundklee und dazwischen stehen die rötlichen Orchideen.

Die schiere Menge an seltenen Pflanzen ist wirklich toll. Botanisches Highlight war wohl die Osterluzei. Die Hänge dort waren vom Blühzustand um einiges weiter als auf dem TÜP und die Orchideen blühten in Massen. Am spannendsten für mich war sicher die Korallenwurz im dunklen Wald zum Abschluss, die dort aber wegen Wind, zu wenig Licht und der Größe, extrem schwer zu fotografieren war. Kurz vor 18:00 waren wir dann durch mit der Exkursion und ich fuhr direkt ohne den eigentlich geplanten Zwischenstop zurück.DAS wäre dann wirklich zuviel geworden und hätte den tollen Tag wohl zu anstrengend gemacht.

Die Touren waren exzellent geführt. Kultur, Geschichte, Geologie, Botanik: man merkt, wenn jemand sich viel Mühe macht und Ahnung von der Materie hat – das Ergebnis ist entsprechend. Vielen Dank nochmal an die Müllers für das eindrucksvolle Erlebnis. Danke auch an den AHO-Hessen (Nord) für die Organisation und dass ich noch kurzfristig mitkonnte.

Ich hoffe, dass die Thüringer ihre schöne Natur weiter so erhalten. Ich bin platt.

Fundliste (Orchideen):

Orchis purpurea, Orchis militaris, Orchis x hybrida, Ophrys sphegodes, Ophrys insectifera, Cypripedium calceolus, Neotinea tridentata, Listera ovata, Himantoglossum hircinum, Platanthera chloranta, Corallorhiza trifida, Neottia nidus-avis (alle blühend), Cephalanthera damasonium (knospend)

 

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