Wochenende in Island

Gestern sind wir zurückgekehrt vom langen Wochenende in Island. Schön wars wieder, wenn auch nicht durchgängig.
Für das eigentliche Ziel, die Polarlichter, war die Zeit eher ungünstig gewählt. Kein Glück mit der Sonne, kein koronales Loch und kein koronaler Massenauswurf der Sonne. Dennoch war insbesondere der Samstag super.
Aber von Vorne: Verena bekam überraschend Urlaub verordnet, da sie zuviel Tage angesammelt hatte und so beschlossen wir, das Beste draus zu machen und kurz nach Norden zu verschwinden. Im Herbst und Winter ist Island vergleichsweise günstig erreichbar und so buchten wir kurzentschlossen den Urlaub.
Donnerstags lief nach der Anreise nicht mehr viel. Ein langer Spaziergang durch Reykjavik und dann fielen wir ins Bett.
Freitags war aufgrund des Wetters ein langsamer Tag. Es gab für den Süden sogar eine Unwetterwarnung vor Starkregen und Wind. Wenn man das Wetter in Island kennt, dann versteht man, warum wir nicht viel unternahmen. Verena wollte sich eine Strickjacke kaufen und sie wollte unbedingt Wale beobachten fahren.
Die Ausfahrt war ein totaler Flop. Kalt, Schneeregen, starker Wind und keine Sichtungen für mich. So ist das eben manchmal. Danach waren wir noch was essen und leider war es dann zu spät, um noch Baden zu gehen, also haben wir es mit Polarlichtern versucht. Garnicht so leicht bei Mond und Wolken. Laut Wettervorhersage sollten die Wolken bei Borgarnes dünner sein und die Polarlichter aktiv. In den 90 Minuten, die wir fuhren wurde aber die sowohl die Wolkendecke dichter und die Aktivität (zumindest laut isländischem Wetterdienst) herabgestuft. spaceweather.com war ja das ganze Wochenende skeptisch, was Aktivität anbelangt.
In Borgarnes wollten wir dann umkehren, entschieden uns dann aber doch noch abzuwarten. Tatsächlich konnten wir dann doch noch leichte Aktivität beobachten. Bei Mondlicht sieht es aber irgendwie milchig, trübe wie Nebel aus. Erst auf Fotos kommt es gut rüber. Leider haben wir aufgrund der Aussichten den Weg nicht wie geplant zum Hraunfossar gemacht.
Bis dahin war der Trip also eher Durchschnitt. Samstags entschädigte dann aber für alles. Ich habe wohl noch NIE so gutes Licht für Fotos gehabt. Den ganzen Tag Sonne und windstill. Wir sind dann tatsächlich bis zur Gletscherlagune gedüst und haben dort und auch unterwegs dann das Licht genossen. Die Gletscherlagune hat mich einigermaßen überfordert. Ich wusste gar nicht, wo ich hinschauen sollte und was man fotografieren sollte. So viele bizarre Formen, so viele Motive. Auch der Strand war toll. Überall angespülte Eisberge und glitzernde Eisbrocken. Wunderbar, wirklich! Danach wusste ich, warum alle Fotografen Island lieben.
Abends auf dem Rückweg sahen wir kurz vor dem Seljalandsfoss bei der Autofahrt wieder Polarlichter. Da der Mond eben noch nicht aufgegangen war, war es dann auch deutlich besser zu sehen. Ich hatte dann die Idee, dort am Seljalandsfoss Polarlichter zu fotografieren. Meine Idee war, durch den Wasserschleier zu knipsen. Tja: hier hat mich der Massentourismus dann  leider eingeholt. Der Wasserfall war mit hellen Scheinwerfern angestrahlt, keine Chance auf gute Aufnahmen von hinter dem Wasserfall auf die Aurora. Außerdem wurden dort Busladungen von Menschen abgeworfen. Schade! Wir sind dann zurück zum Hotel gefahren, gezwungenermaßen – der Flieger ging um 7Uhr. Trotzdem ein wundervoller Tag.
Fazit, oder meine naive Sicht auf Island:
1. Isländer sind manchmal komisch: Wale fressen, aber vegane Seife benutzen.
2. Nicht über das Wetter motzen. Ein Islandtrip ist erst vorbei, wenn dir das Land perfektes Licht geboten hat.
3. Punkt 22:00 werden die Polarlichter angeschaltet. Aus Kostengründen meist aber nur bis 22:30.
4. Wann darf ich wieder hin? Scheiße, das Land macht süchtig. 🙁
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