Die Fahrt nach Südwesten

Sonntagmittags ging es endlich zur geplanten Reise los. Zwar litt ich noch unter meinem starken Husten, dennoch war ich sicher, dass es wohl gehen müsse.

Verena versprach, mich mit Tee abzufüllen, bis es mir besser ginge…

Frankreich

08_sm Troglodytensiedlung in der Dordogne

Den ersten Stop machten wir, wie schon im letzten Jahr mit den Eltern, in Beaune. Für Verena war es im dortigen Hôtel Dieu sehr spannend zu sehen, wie bereits im Mittelalter Medizin praktiziert wurde, da sie ja in der Pflege arbeitet.

Ursprünglich wollte ich eher an einen Stop in Clermont-Ferrand einlegen, aber wegen des zu erwartenden bescheidenen Wetters, dachte ich, es würde uns dort sicher auch ein kurzer Zwischenstop reichen. Der ursprünglich geplante Aufstieg auf den Puy de Dome fiel also aus. Das müssen wir dann einmal später im Jahr nachholen. Läuft ja nicht weg, der Berg.

Am Puy de Dome machten wir also nur kurz Station. Die Landschaft ist schon wirklich sehr  sehenswert, am meisten begeisterten mich aber die Wälder voller Schneeglöckchen. Wirklich schön!

Letzter Halt in Frankreich war die Dordogne. Dort wollten wir die berühmte Höhle von Lascaux besuchen. Die Höhlenmalereien sind in einer exakten Kopie der Originalhöhle zu bewundern. Die Originalhöhle ist nicht mehr zu besichtigen, denn durch die Besuche in der Vergangenheit haben die Kunstwerke doch sehr gelitten.

Die Kunst hat mich wirklich tief beeindruckt und bewegt. Leider war die Führung nur auf französisch, so dass ich nicht alles und Verena nichts verstand. Nicht einmal ein Faltblatt wurde uns zur Verfügung gestellt. Da ist also Luft nach oben! Das Fotografieren innerhalb der Höhle war leider nicht erlaubt.

Nach den Höhlenmalereien besuchten wir den Roque Saint- Christophe, eine Troglodytensiedlung. Ähnlich wie im Mesa-Verde Nationalpark in den USA siedelten hier Menschen unter Vorsprüngen und in Höhlen der steilen Kalkklippen. Eine komplette Stadt wurde hier in den Fels gehauen und mit Versorgungs- und Verteidigungseinrichtungen versehen. Beeindruckend ist auch, dass die Felsen von prähistorischer Zeit bis zum 30-jährigen Krieg durchgehend besiedelt waren. Wenn man in Lascaux ist, dann ist ein Besuch dieses Ortes auch empfehlenswert.

Spanien

Auch in Spanien war die erste Station eine Schauhöhle mit Höhlenmalereien, nämlich die Höhle von Altamira. Genau wie in Lascaux besucht man auch hier eine Kopie der Originalhöhle. Die spanische Höhle schien besser auf ausländische Touristen eingestellt zu sein, denn hier gab es ein deutschsprachiges Faltblatt. Auch wenn wir zunächst Probleme hatten, uns im unübersichtlichen Museumsgelände zurecht zu finden, genossen wir den Besuch sehr. Auch hier durfte man nicht fotografieren.

Zwischen Atlantikküste und den schneebedeckten Gipfeln der Picos de Europa ging es in Richtung Westen. Die Picos de Europa sind sicher auch einmal ein Reiseziel für später. Hier gibt es wohl noch echte Wildnis. Sehenswert sind sie allemal. Irgendwann bogen wir nach Süden ab in Richtung Portugal.

Portugal

20_sm Und über Porto wacht der Sandeman(n)

Mein erster Besuch in Portugal hätte ein perfektes Erlebnis werden können. Die Stadt Porto liegt wunderschön am Douro. Die steilen Ufer sind spektakulär mit der Brücke „Luis I“ überspannt.  Die Häuser stehen dicht an dicht übereinander. Prachtvolle Keramikfliesen zieren die Fassaden. Teilweise merkt man aber auch schon den Verfall. Eine Stadt mit sehr viel Charme und für mich eine der schönsten Städte Europas. Ich bin wirklich begeistert von dieser Stadt. Wir genossen während einer Stadtrundfahrt das sonnige Wetter. Die Palmen und die Zitrusfrüchte boten uns einen Vorgeschmack auf Südspanien.

Eigentlich wollten wir dort aber das Euroleague Spiel von Dortmund besuchen. Viel zu teuer hatte ich auf einer Internet-TauschbörseTickets für den Auswärtsblock erstanden. Gut gelaunt ging es also abends nach der ausgiebigen Stadtbesichtigung mit der U-Bahn in Richtung Drachenstadion. Das übliche Gerangel und Chaos beim Einlass überstanden wir, um dann zu meinem Entsetzen an der Kontrolle abgewiesen zu werden. Die Tickets seien für den Heimblock und nicht für den Auswärtsblock. Also gingen wir zum Heimblock, wo wir aber als Deutsche wieder abgewiesen wurden. Wir tigerten also zurück zum Auswärtsblock, wo sich nach einiger Zeit etliche Leute mit dem gleichen Problem sammelten. Der Fanbeauftragte des BVB wollte noch vermitteln, schaffte es aber nicht, für uns Eintritt zu erwirken. Dabei war das Stadion nicht einmal halb voll und es gab sogar noch komplett leere Blöcke. Um die 60. Minute machten wir uns enttäuscht auf den Rückweg. Wenigstens hat Dortmund das Spiel für sich entschieden.

Die Beschwerde an die Ticketbörse läuft noch und der FC Porto zeigte sich hier immerhin wirklich kooperativ und schickte uns schnell eine Bescheinigung, dass wir nicht ins Stadion durften. Mal schauen, wie das ausgeht.

Ich mag die Stadt dennoch in positiver Erinnerung behalten, denn sie hat so viel zu bieten und uns die meiste Zeit sehr gut gefallen.

Am nächsten Tag herrschte dann absolutes Regenwetter, aber wir wollten ja sowieso weiter, auch wenn die Stadt so viel mehr bietet, als man in 2 Tagen sehen kann.

Please follow and like us:
error

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.