Griechenland ist ein Garten

Nach dem Besuch von Mykene fuhren wir in Richtung Nafplio. 

Nafplio

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Das Erste was in Nafplio auffällt ist die über der Stadt gelegenen Festung. Dort in der Nähe hatten wir auch unseren ersten Stop für Orchideen geplant und so fuhren wir noch abends hinauf in Richtung Festung. Schon vom Auto aus sahen wir hellrosa Blütenstände und ich tippte auf Orchis italica. Als wir dann aber hielten, stellte ich überrascht fest, dass es Anacamptis waren, die auch schon beinahe durch waren. War es tatsächlich solch ein frühes Jahr? Würden wir überhaupt noch viel Orchideen sehen? Angesichts der Blütenpracht überall am Wegesrand fand ich das aber auch garnicht schlimm – es sollte sich außerdem als falsch herausstellen.

Wir erforschten das Gebiet aber weiter und Verena fand noch mehrere Ragwurzarten und auch Zungenstendel. Lustig, aber auch etwas lästig war, dass uns ständig zwei Hunde, die uns vom Parkplatz der Ruine gefolgt waren, begleiteten.

Da die Aussicht so grandios war, entschlossen wir uns, am nächsten Morgen noch die Festung zu besichtigen. Ein Besuch der sich nicht nur deshalb sehr lohnte.

Während der Weiterfahrt in Richtung Mistra sah ich aus dem Augenwinkel eine purpurne Blüte am Straßenrand und ich hielt an. Verena wollte im Auto bleiben. Ich lief also am Straßenrand zurück und fand nichts. Weil ich aber so nicht zurück wollte, suchte ich noch einmal genauer – und tatsächlich: ich fand eine Orchidee, aber keine purpurne, sondern eine kleine gelbe Ragwurz… die purpurne Blüte fand ich erst ein paar Sekunden später: nämlich Orchis quadripunctata. Wie irre!

Danach fuhren wir noch zwei Orchideenbiotope  an. Ich war auf viel vorbereitet, aber nicht auf solche Wiesen. Orchideen beinahe als Bodendecker, daneben Milchsterne und gelbe Korbblütler. Ragwurzen ohne Ende – spätestens hier merkte ich, dass ich mich wohl etwas besser hätte vorbereiten müssen. Ich muss einfach zugeben, dass ich von Mittelmeerorchideen wenig Ahnung habe und so fällt mir die Bestimmung sehr schwer. Dennoch ein Anblick zum Niederknien.

 

Mistra

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Als nächstes Ziel stand bei uns Mistra auf der Liste. Mistra ist eine byzantinische Stadt, von der nur noch Ruinen übrig sind.

 

Abends kamen wir erst in Mistra an. Der Anblick der Ruinen bezauberte uns, obwohl wir schon in Hochstimmung ankamen. Leider ist die Besuchszeit schon um 15:00 vorbei, wie übrigens bei den meisten Sehenswürdigkeiten im „Winter“ und so musste der Besuch noch etwas warten. Stattdessen fuhren wir ungeplant noch einmal in Richtung Süden zu einem Straßenrandbiotop und dieses setzte noch einmal einen drauf. Hier wusste ich echt nicht, wohin ich den Fuß setzen sollte. Nach einiger Zeit mussten wir allerdings ungeplant den Besuch abbrechen, weil ein Schäfer seine Herde durch das Gebiet trieb und wir dann doch nicht im Weg stehen wollten. 

Am nächsten Tag besuchten wir die Ruinen. Wie wunderbar die Ruinen im Frühjahr wirken! Ein wahrer Garten! Überall der wilde Fenchel, die alten Mauern, der blaue Himmel – man hätte es nicht schöner erfinden können.

Im Anschluss der Besichtigung fuhren wir über den Taygetos. Was für eine schöne Bergwelt. Klare, kühle Luft, herrliche Landschaft – wunderbar. Definitv eine Ecke, die man ausgiebiger besuchen könnte. Vom Auto aus sahen wir am Straßenrand Unmengen Alpenveilchen und Massen von Dactylorhiza romana. Die dichtesten Vorkommen leider hinter einem Zaun.

Gegen Abend fuhren wir dann die sogenannte messenische Orchideenstraße entlang. Und hier war der Name auch Programm. Direkt am Straßenrand sahen wir viele Orchis laxiflora und coriophora. Beim genaueren Nachsuchen fanden wir dann wiederum viele Ragwurzen und Zungenstendel. Zu Verenas großer Freude entdeckte sie auch 3 Gottesanbeterinnen. Ohne sie hätte ich vermutlich nur einen Bruchteil der Dinge gesehen und erlebt. Später sollte sich das noch als sehr gut herausstellen.

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