Magische Momente im Mai

Lange hab ich jetzt schon nicht mehr geschrieben. Oft ist das, weil ich keine Lust habe, oder einfach nichts zeigen kann oder will. Dieses Mal war es tatsächlich ein Zeitproblem.
Der Mai war voller magischer Momente. Drei Touren möchte ich erwähnen.

 

Nach Thüringen zum Frauenschuh

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Anfang Mai fuhr ich mit meiner Mutter nach Thüringen. Auf dem Weg hielten wir kurz in der Rhön, um die Korallenwurz zu suchen. Wir suchten recht lang entlang des Wegs nach der Pflanze. Schließlich half uns ein Ortskundiger, der zuvor bereits ein einziges Exemplar gefunden hatte. Dankbar bestaunten wir die einzelne Pflanze.
Am Abend suchten wir in Meiningen blühenden Frauenschuh, fanden aber zunächst nichts, bis wir nach langer Suche schließlich ein Exemplar fanden, dass kurz davor stand die Blüte zu öffnen und sich perfekt im schönsten Licht präsentierte.

Am nächsten Tag regnete es in Strömen. Dennoch machten wir uns auf zu einem Spaziergang in einem schönen Tal in Thüringen. Neben Trollblumen und breitblättrigem Knabenkraut sahen wir massenhaft Zweiblatt. So waren wir schon recht zufrieden, als plötzlich an der Wegböschung ein Feuersalamander erschien.Ich zückte die Kamera und das Tier krabbelte unter ein Blatt und war verschwunden. Er war wie vom Erdboden verschluckt. Ein seltsam magischer Moment.
Die nächste Station war dann ein großes Frauenschuhvorkommen mitten in Thüringen. Im Gegensatz zu Meiningen waren hier schon etliche Hundert Pflanzen am Blühen. Welch ein prachtvoller Anblick.

Am Sonntag besuchten wir noch den Dörnberg bei Kassel, wo es neben tollen Ausblicken, auch immer botanisch sehr viel zu sehen gibt. Auch hier wurden wir nicht enttäuscht. Tolles Morgenlicht und trockenes Wetter brachten die Aussicht zur Geltung.

 

Vogel- und Orchideentour

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Wie schon im April war ich auch im Mai wieder mit Daniel unterwegs. Und wieder hat es sich sehr gelohnt. Die erste Tour führte uns zunächst zu einem nahen Bienenfresserbiotop. Direkt am Anfang des Wegs saß schon ein Bienenfresser in einem Baum. Doch das sollte nicht die einzige Fotogelegenheit bleiben. Bienenfresser gab es dort satt und im Gegensatz zu früheren Ausflügen saßen sie recht nah am Weg. Unfassbar eigentlich, welches Glück wir da hatten. Auf dem Rückweg flogen uns noch Schwarzkehlchen und Orpheusspötter vor die Linse. Da hat es aber nur für Belegfotos gereicht.
Weiter führte es uns in den Hunsrück zu einem Orchideenbiotop. Die Zahl der Orchideen haute mich um. Hunderte Aceras anthropophorum und Orchis purpurea, daneben weitere Arten wie Orchis militaris, Anacamptis pyramidalis, Himantoglossum hircinum, Ophrys holoserica, Ophrys insectifera, Cephalanthera longifolia und die Waldarten Neottia nidus-avis und Cephalanthera damasonium. Außerdem noch Hybriden zwischen Ophrys insectifera und holoserica und Aceras anthropophorum und Orchis militaris. Beim Fotografieren fiel uns durch Rascheln eine Zauneidechse auf, die perfekt durch ihre grüne Tarnung mit dem Gras verschmolz. Auf dem Rückweg konnten wir dann sehr zu Daniels Freude noch einen Trauerschnäpper aus großer Nähe fotografieren.

 

Äskulapnatter

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Am folgenden Tag besuchten wir zu zweit eine Äskulapnatterexkursion vom Naturschutzhaus. Das war sehr informativ und auch spannend. Leider bekamen wir keine Äskulapnattern zu sehen. Etwas frustriert berieten wir, was wir machen sollten. Ich schlug vor, in Schlangenbad nach der Äskulapnatter zu suchen. Zwar waren die Aussichten da auch gering, aber wir könnten es ja versuchen. Zwischendurch hatte meine Mutter noch angerufen und wollte in Schlangenbad dabei sein. Und so ging es dort los. Schon nach kurzer Zeit am ersten Spot fanden wir ein Jungtier. Wie verrückt! Da das aber so schnell ging, beschlossen wir noch ein bisschen zu spazieren. Und dabei, nach einem kurzen Spaziergang dann die zweite Überraschung: wieder eine Äskulapnatter. Diesmal ein wahrhaft prächtiges Tier. Was für ein unfassbares Glück!

Zu allem Überfluss fanden wir am Wegrand noch einen Standort des langblättrigen Waldvögleins. Im Taunus nicht extrem rar, aber dennoch ein toller Fund.

Danke dir Daniel, das waren echt krasse Touren. Jederzeit wieder!

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