Chile – Tierwelt der Anden

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Immer weiter nach Norden geht die Reise.
Die Landschaft wird immer karger. Als wir die Küste verlassen ist keine Vegetation mehr sichtbar. Wir befinden uns immerhin in der trockensten Wüste der Erde. Leider sind weite Strecken der Landschaft durchzogen von Spuren der Zivilisation. Die Bergbautätigkeit und Industrie zeigt ihr hässliches Gesicht. Auffällig sind die vielen Säure-Tanklaster, wohl zur Gewinnung von Kupfer. Wie es in der Wüste aussieht interessiert in der Gegend um Antofagasta wohl wirklich keinen.
Nach schier endloser Fahrt durch die trostlose Gegend tauchen hinter Calama dann wie gemalt die 5000er der Andenkordillere am Horizont auf. Einfach irre, wie klar die fast 100km entfernten Berge zu sehen sind. Je weiter nach Osten wir fahren, desto spannender wird die Landschaft wieder. Kurz vor San Pedro fahren wir durch die Cordillera de la Sal und erhaschen erste Blicke über die bizarre Landschaft. Ich habe ja in einem Artikel die Badlands in South Dakota eine Erdpyramidenfabrik genannt. Die Ausmaße der Landschaft hier lassen mich an eine Erdpyramidenfabrikfabrik denken. Wie sollen wir hier in 7 Tagen einen umfassenden Eindruck gewinnen?

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Jenseits der Cordillera de la Sal erstreckt sich der Salar de Atacama. Der Salar ist ein großer Salzsee, der an der Ostseite von den rotbraun leuchtenden Anden begrenzt ist, die sich 3000m über die Ebene erheben. Kaum sichtbar liegt im Talbecken die Kleinstadt San Pedro. Obwohl wir immer auf über 2500m Höhe sind, haben wir keine Beschwerden, sind aber leicht kurzatmig. Mehr Probleme macht mir die extreme Trockenheit. Die Nasenschleimhaut tut weh und die Lippen sind trocken und spannen.

Der erste Ausflug von San Pedro aus führt uns zu einer bekannten Flamingokolonie im Salar de Atacama, nämlich zur Laguna Chaxa. Man bekommt dabei einen guten Eindruck über die Distanzen in der Ebene und die Ausmaße der Landschaft. Die Lagune bietet nicht nur Flamingos, sondern auch anderen Vögeln einen Lebensraum. Wir staunen, dass in dieser eigentlich so lebensfeindlichen Umgebung solch ein Ökosystem entstehen kann. 

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Wir fahren weiter nach Süden in Richtung Laguna Miniques. Das schlechte Wetter lässt leider keinen Besuch zu; ein Parkwächter weist uns an der Schranke ab. Der Weg dorthin ist aber auch schon sehr spektakulär. Wir sehen hier zum ersten Mal Vicuñas und zu unserer großen Freude sogar einen Nandu. Leider ist der Nandu sehr weit weg und lässt sich deshalb nicht gut fotografieren.
Später sehen wir noch einen Andenfuchs am Straßenrand, der sich auch vom anhaltenden Auto stören lässt, sondern im Gegenteil näher kommt und neugierig das Auto umrundet. Vermutlich gibt es genug Leute, die die Tiere füttern und dadurch so ein Verhalten provozieren.
Am Nachmittag zieht es immer weiter zu und es sieht für uns Europäer sehr nach Regen aus. Das Wetter hatte aber etwas anderes im Sinne.
Wir beschließen, in San Pedro essen zu gehen und keine Unternehmung mehr zu starten. Ich bin etwas unzufrieden darüber… zu recht, denn kurz vor dem Sonnenuntergang reißt der Himmel ein Stück weit auf und scheint in Flammen zu stehen. Ich ärgere mich darüber, nicht meinem Instinkt gefolgt zu sein und einen Aussichtspunkt aufgesucht zu haben.

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