Komet Neowise


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Vor etwa einer Woche hörte ich davon, dass ein Komet am Morgenhimmel sichtbar sein würde. Später am Monat dann die ganze Nacht. Kurzentschlossen machte ich mich mit Verena am späten Samstagabend zum großen Feldberg im Taunus zur Beobachtung mit der Hoffnung, dass ich dieses Mal nicht so bescheidene Bilder wie bei Komet Lovejoy bekommen würde.

Der Vorteil des Feldbergs ist, dass er gut erreichbar ist und der höchste Gipfel in näherer Umgebung ist. Etwa 100km sind deutlich höheren Gipfel der Rhön entfernt. Durch die Erdkrümmung hat man aber in jede Richtung einen perfekten Blick zum Horizont. Da der Komet momentan im Norden steht, ist die Aussicht auch einigermaßen dunkel. Die Lichtverschmutzung in der Richtung ist nämlich nicht ganz so schlimm wie in Richtung Süden nach Frankfurt, auch wenn natürlich die Hochtaunus-Gemeinden ordentlich strahlen.

Der Nachteil ist, dass der Feldberg auch für Andere gut erreichbar ist und so war anstatt beschaulicher, ruhiger Beobachtungsstimmung eher Party mit lauter Musik und Gegröhle. Vielleicht wäre die lange Rhön doch schöner gewesen.

Ein paar Fotos sind zustande gekommen. Es sind jetzt nicht die besten, aber man kann den Komet gut erkennen. Tatsächlich hatte ich große Probleme ihn mit dem bloßen Auge zu sehen, aber mit Teleobjektiv ging es gut. Man sieht auch, dass ich außerdem Probleme mit Wolken hatte. So sind es eben eher Beweisfotos, als ultimativ krass tolle Fotos.

Nachklapp:
Jetzt mit ein paar Tagen Abstand habe ich noch einmal neu bearbeitet und Bilder hinzugefügt, die ein paar Tage später zusammen mit Johannes entstanden sind.


Das beste Licht der Welt: Immer wieder Island

Meine Mutter hatte immer den Traum, einmal Island zu sehen. Und da gemeinsame Urlaube seit ihrem 60. Geburtstag eine gewisse Tradition haben, fing ich an zu planen. Ihre Wunschliste war lang: Geysire, Wasserfälle, Polarlicht, Gletscher, Wale… Da wir aber nur 4 volle Tage zur Verfügung hatten, musste ich ein wenig bremsen. Es kann ja durchaus sein, dass man 4 Tage Regen hat im November in Island.
Tja… kann: So gutes Wetter hatte ich aber noch nie in Island, nichtmal im Sommer. Richtig nass sind wir nie geworden. Zwar war es tüchtig windig und zeitweise auch bedeckt, aber das tat der Unternehmung keinen Abbruch.

Ankunft

01_sm Der Flug nach Island war leider mehr als anstrengend. Ein quengelndes Kleinkind vor uns ließ keine Ruhe und schüttete zu guter Letzt sein Wasser aus. Also hatte ich den Rest des Fluges nasse Füße, Socken und Schuhe. Natürlich war ich sowieso vorher schon müde und gesundheitlich leicht angeschlagen. Aber alles egal, wir sind in einem Stück am späten Nachmittag angekommen.

Bevor wir im Hotel eincheckten, machten wir einen kleinen Umweg über den Süden. Wir schauten die bekannte Brücke an, die die amerikanische und die europäische Kontinentalplatte verbindet und besuchten danach noch das Geothermalgebiet Gunnuhver. Leider war es dort sehr windig und wegen des Dampfs nichts zu sehen.

In Island gehe ich bei allen Touren mittlerweile immer nach der offiziellen Wetterkarte des isländischen Wetterdienstes. Dort bekommt man stundengenaue Vorhersagen der Wolkenbedeckung und man kann genau planen. Bereits am ersten Abend waren starke Polarlichter vorhergesagt und die Wolkenbedeckung sollte um den See Thingvallavatn sehr lückig sein. Also ging es nach dem extrem anstrengenden Flug spät Abends noch nach Osten. Leider war die Aktivität doch schwächer als gedacht, der Sonnenwind war wohl langsamer, als von den Wissenschaftlern angenommen. Immerhin bekamen wir Polarlichter zu sehen, wenn auch gefühlt jeder Parkplatz dort mit Polarlicht-Guckern belegt war. Einmal wurden wir von einem sehr aggressiven Chinesen angegangen, weil wir mit unserem Licht seine Fotogruppe geblendet haben. Naja… so ist das eben, wenn man an der Straße steht und dort fotografiert.

Sehr gestresst ging es zurück ins Hotel.

Golden Circle

02_sm Am nächsten Tag ging es zu den Hauptattraktionen im Südwesten der Insel, die zudem sehr einfach zu erreichen sind, nämlich den Golden Circle. Zuerst besuchten wir Strokkur und Geysir. Anders als 2005 ist es selbst im Winter mittlerweile beinahe unmöglich Fotos ohne Menschen zu machen. Ist aber auch nicht so schlimm, bei solchen Ecken erwartet man das auch.
Danach ging es zum Gullfoss. Dort war leider der Weg an den Wasserfall gesperrt. Wir hatten uns gut mit Spikes gegen das Glatteis vorbereitet, aber kamen eben dann trotzdem auch nicht weiter als alle anderen. Ich meine mich zu erinnern, dass dort 2005 nichtmal ein Geländer war. Damals stand an Thermalquellen auch nur lapidar: „Use common sense“. Heute scheint das unmöglich. Insgesamt hatte sich das Gebiet um den Gullfoss sehr geändert. Neue Treppen, Bohlenwege und ein Besucherzentrum waren erbaut worden.

Zum Abschluss der Tour fuhren wir zum traumhaften Thingvallavatn, wo sich der Thingplatz, das erste isländische Parlament, befindet. Ein historischer Ort in zauberhafter Kulisse.

Polarlichter

10_sm Nachts fuhr ich dann mit meiner Mutter noch einmal los, um Polarlichter zu sehen.
Spaceweather.com sprach davon, dass sich der Sonnenwind verspätet habe und einen Tag später käme, aber dass das eben auch auf schwächere Aktivität schließen ließe. So hatte ich zwar nicht irre viel Hoffnung, aber das hat mich ja noch nie abgehalten. Nach einiger Zeit sah ich dann aus dem linken Fenster im Norden die ersten Lichter und sagte das meiner Mutter. Sie sagte nur, nach rechts guckend: „Ja, bei mir auch.“. Polarlichter im Süden… mir war klar, dass das vielversprechend war und so steuerten wir einen Parkplatz bei Hveragerði an. Leider nicht gerade dunkel, da in der Nähe Tomatenplantagen übelst den Nachthimmel bestrahlen. Trotzdem: am ganzen Himmel waren die Lichter – auf Fotos erstrahlt der ganze Himmel grün. Solch eine starke Aktivität habe ich bisher nie mitbekommen. Auch spaceweather schrieb dann am nächsten Tag von einem geomagnetischen Sturm (G2) – also ziemlich Glück gehabt.

Südküste

05_sm Am zweiten Tag war im Süden Sonnenschein  vorhergesagt. Wir starteten sehr früh in Reykjavik bei Schneetreiben, aber schon in Selfoss war der Himmel wolkenlos. Eigentlich hatte ich geplant zu Sonnenaufgang am Seljalandsfoss zu sein, aber wir waren erst ca. eine Stunde später dort. Mit den Spikes konnte ich leicht den vereisten Wasserfall umrunden. Wir verbrachten doch recht viel Zeit dort und so hielten wir am nächsten Halt, dem Skogafoss, nur kurz. Allerdings war es dort sehr voll und der Wasserfall ist auch nicht so spektakulär wie der Seljalandsfoss.
Wir fuhren weiter zur Gletscherlagune und wie vor 3 Jahren bekamen wir auch diesmal das letzte Rundfahrtboot des Tages. Das Wetter war sehr angenehm und die Bedingungen eigentlich prima. Erschreckend allerdings, dass der Gletscher seit unserem letzten Besuch etwa einen Kilometer zurückgegangen ist. Highlight der Tour war ein Seehund, der auf einer Eisscholle ruhte.

Silver Circle

01_sm Die letzten zwei Tage gingen wir ruhiger an. Am dritten Tag war der Silver Circle dran. Wir fuhren zu den Wasserfällen Hraunfossar, das sind Wasserfälle, die direkt aus einem Steilufer dringen. Sehr schön und wildromantisch. Im Anschluss ging es zur Quelle Deildartunguhver, wo allerdings das Wetter doch sehr bedeckt war. Wir gingen dann im nebenan gelegenen, neuen Thermalbad Krauma baden. Was für eine Wohltat bei 40°C die Knochen zu wärmen. Im Anschluss aßen wir dort noch. Einer der besten Burger, die ich je gegessen habe. Wirklich ganz großes Tennis. Danach war ich wirklich das erste Mal seit Wochen entspannt.

Reykjanes

09_sm Am letzten Tag war wieder Entspannung angesagt und wir fuhren über die Halbinsel Reykjanes. Wir spazierten über einen schwarzen Lavastrand, besuchten einen Lavatunnel und danach noch die Geothermalgebiete Seltun und Gunnuhver. Dieses Mal konnte man dank der Windstille das ganze Gebiet sehen.

Wieder hat mich Island bezaubert. Zwar waren dieses Mal keine neuen Ziele dabei, aber wir wollten meiner Mutter eben auch die Highlights des Südens zeigen. Was mir immer wieder auffällt: das Licht in Island ist magisch, aber ich kenne keinen Ort, wo es mir so schwer fällt, das zu zeigen. Allein es wahrzunehmen, die Natur zu spüren, das gibt mir schon wirklich viel. Ich liebe dieses ursprüngliche, schroffe, kalte, gewaltige Land.

Unser Guide im Lavatunnel behauptete, dass es in Island nur vier Farben gebe: rot, braun, grau und depressiv. Ich weiß, was er mit seiner humorigen Aussage meinte, aber irgendwie haut es mich trotzdem jedesmal um.

Badlands und Ted Roosevelt National Parks

Minuteman Missile National Historic Site
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Als Kind bin ich mit der ständigen Bedrohung und auch der Angst vor einem Atomkrieg aufgewachsen. Für mich war der Besuch des stillgelegten Atomwaffensilos in South Dakota irgendwie wichtig. Wie froh können wir sein, dass die Bedrohung jetzt nicht mehr so groß ist. Die Waffen sind zwar noch vorhanden, aber ein Atomkrieg in Mitteleuropa ist momentan sehr unwahrscheinlich. Beinahe Katastrophen wie bei „Able Archer“ werden sich vermutlich nicht so schnell wiederholen.

Ich finde es wichtig und gut, dass es solche Mahnmale gibt und man sich den Wahnsinn der atomaren Aufrüstung hier vor Augen führen kann.

Der Besuch des Silos und des gut gemachten Besucherzentrums war also fast selbstverständlich, aber natürlich waren wir nach dem Besuch sehr nachdenklich und die Stimmung gedämpft.

Badlands NP
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Mehrere Tage verbrachten wir im Badlands Nationalpark. Dieser Park ist landschaftlich sicher einer der aufregendsten Parks der USA. Für mich ist es der große Bruder des Bryce Canyon NP. Deutlich größer und wie ich finde auch sehenswerter. Es ist eine wahre Erdpyramidenfabrik absolut enormen Ausmaßes. Immer wieder staunten wir über die Ausblicke und die bizarren Formationen.
Besonders spektakuläre Blicke ergaben sich Nachts mit der Milchstraße über der Landschaft.
Neben der Landschaft hat aber auch die Tierwelt einiges zu bieten. Wir sahen dort (Swift-)Füchse, Bighorn-Schafe und Unmengen von Präriehunden.

Theodore Roosevelt NP
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Der Theodore Roosevelt Nationalpark in North Dakota, unsere letzte Station in der Prärie, fühlte sich ähnlich wie die Black Hills an. Schöne Landschaft mit schönen Wäldern und das ganze mit vielen Wildtieren. Unser Ziel war es natürlich die Mustangs zu sehen, für die der Park so berühmt ist. Wir hätten nie damit gerechnet, dass dies so einfach sein würde, aber es klappte ohne Probleme. Direkt am Anfang des Parks standen die Pferde an der Straße. Manchmal braucht es einfach Glück!