Bei den Purpurreihern

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Gemeinsam mit Verena und Daniel besuchte ich letzten Dienstag eine Brutkolonie des Purpurreihers. Endlich mal nicht nachts unterwegs sein, bedeutet leider auch nicht unbedingt guten Schlaf, da wir uns um 6:30 treffen wollten. Irgendwie finde ich es anstrengend um 5:00 aufzustehen, damit man früh am Biotop ist. Leider waren wir trotzdem mindestens eine Stunde zu spät, um wirklich gutes Morgenlicht mitzubekommen. Kannst du dir nicht ausdenken. Mehrere Fotografen kamen uns schon grinsend entgegen, als wir noch deutlich vor 7 Uhr in Richtung Brutkolonie marschierten. An der Brutkolonie fand sich dann, ähnlich wie bei den Bienenfresserspots, eine ganze Meute Vogelfotografen und Ornis. Teilweise standen die Leute in mehreren Reihen, um Fotos zu machen.

Nach einer Pause, in der wir ein paar Orchideenspots besuchten, kehrten wir gegen Abend zurück und die Situation war noch bizarrer. Noch mehr Leute und wirklich jede Bewegung der Reiher und ihrer Jungen führte zu einem Rattern der Verschlüsse. Sicher sind dort etliche Leute mit mehreren Tausend Fotos heimgefahren. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Wer hat denn die Muße, das zu sichten? Ich habe mich ja mit meinen etwa 200 Fotos des Tages schon schwer getan. Klar… bei mir ist jetzt auch nicht der Bringer dabei, insofern habe ich es vielleicht auch falsch gemacht.

Trotzdem hatten wir eine Menge Spaß beim Beobachten und Fotografieren. Leider sind meine Fotos wie schon gesagt nicht so irre gut geworden und ich musste sehr mit mir ringen, das hier zu zeigen.

Wieder mal ein toller und sehr erfolgreicher Tag mit Daniel – wenn auch nicht fotografisch, dann aber wegen des Erlebnisses und der Gesellschaft. Danke für’s Mitnehmen zu dem Spot. Müssen wir unbedingt wiederholen. Dann aber früh 😀

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Magische Nacht im Bergwinkel

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Mit Mathias traf ich mich Freitag Abend für eine UV-Tour durch seinen Bergwinkel. Ich kenne vermutlich Niemanden, der sich dort so gut auskennt und so wollten wir nach einer Scouting-Runde die Fluoreszenzen der dortigen Orchideen fotografieren.
Leider fing es nach dem Scouting schon am ersten Ziel an so heftig zu regnen, dass wir abbrechen mussten.

Aber man muss das ja nicht über das Knie brechen und wir verabredeten uns direkt für den Samstag wieder. Dieses Mal zu späterer Uhrzeit, weil geplant und Pflanzen ausgeguckt hatten wir ja schon. Ich kann mir ehrlich gesagt auch nichts viel besseres an einem Samstag Abend vorstellen, als die Ruhe im Wald zu genießen und dort Orchideen zu betrachten.

Die Orchideen hauen einen ja immer wieder um. Wenn der Frauenschuh schon tagsüber eine Pracht ist, leuchtet er nachts im Licht der UV-Lampe wie ein Lampion. Die Farbe ist schwer zu beschreiben und wirkt vor Ort noch intensiver. Jedenfalls trotzten wir dem Wind und der Nässe und ich konnte sogar mit dem Laowa ein paar Bilder machen. Es ist ein echtes Geduldspiel bei Wind und Langzeitbelichtung, sowas hinzubekommen.

Nach dem Frauenschuh haben wir die Fliegen-Ragwurz aufgesucht. Deren Lippe leuchtet grellrot und die Sepalen leuchten nur am Rand bläulich. Sehr spektakulär!

Obwohl ich das Helm-Knabenkraut schon im UV-Licht fotografiert hatte, entschlossen wir uns (trotz der eher durchschnittlichen Ergebnisse mit der reinweißen fuchsii) auch ein reinweißes Helm-Knabenkraut abzulichten. Und was soll ich sagen: das war die größte Überraschung. Die Pflanze präsentiert sich mit sehr spannenden Fluoreszenzen im rosanen und bläulich-weißen Spektrum.

Zum Abschluss fotografierten wir dann noch die Pyramiden-Hundswurz. Diese leuchtet auch im UV-Licht erwartet stark.

Eigentlich wollte ich noch im heimischen Gebiet Mücken-Händelwurz anschauen, die momentan dort in Hochblüte steht, aber ich habe irgendwo im Auto meine UV-Lampe verlegt. Ich bin verzweifelt. Immerhin war ich so schon um 1:15 Uhr daheim 😀

Wie dem auch sei… das waren zwei absolut starke Abende. Vielen Dank Mathias, sowohl für die Inspiration, als auch für die Führung durch den Bergwinkel und den schönen Abend. Zu zweit ist solch eine Unternehmung dann doch deutlich angenehmer. Man kann ohne mulmiges Gefühl konzentriert fotografieren und dreht sich nicht dauernd um und natürlich genieße ich auch das Fachsimpeln und die Gespräche. Ich bin auch froh, dass du so entspannt warst, als der erste Abend ins Wasser gefallen ist.

Oh… bevor jemand fragt: ja, ich fotografiere auch noch tagsüber. Sehr viel sogar momentan. Aber ich habe gerade keine Lust, da was zu zeigen und weiß auch nicht, was ich da schreiben soll. Es ist einfach so, dass mir die Fluoreszenzfotografie neue Motivation gegeben hat. Ich fotografiere schon auch sonst noch gerne, aber irgendwie war es dann doch immer das gleiche.

28.05.2020 Edit:
ich habe auf einem kleinen Nachtspaziergang bei Wiesbaden noch ein paar Fotos der Mücken-Händelwurz gemacht.
Die Blumen blühen hier seit etwa 14 Tagen und man kann sie immer noch in aller Pracht bestaunen. Wunderbar, wie intensiv die Wiese in der Nähe dieser Blumen nach Nelke duftet.

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Magie!

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Mein Orchideenfreund Mathias brachte in zahlreichen Emails immer wieder das Thema Fluoreszenz im Zusammenhang mit Orchideen auf. Wie das immer so ist, wenn er solche Ideen hat, lohnt es sich, das genauer zu betrachten. Er ist mindestens genauso verrückt und neugierig auf solche spannenden Geschichten wie ich. Bereits als die ersten Orchideenblüten sich öffneten, bekam ich die ersten Fotos von ihm und ich wollte das unbedingt auch sehen und so schaffte ich mir die Ausrüstung an.

Die Ergebnisse sind durchaus überraschend und kaum vorherzusehen. Im UV-Licht leuchten die Pflanzen auf eine ganz irre, fast magische Art und Weise auf. Wie im Traum sehen die Pflanzen aus.

Danke dir Mathias für die Anregung – ich werde das weiter verfolgen. Anbei meine ersten Ergebnisse.

Die Fotografie ist einigermaßen kompliziert. Man muss vorher die Orchideen genau scouten, damit man sie nachts wiederfindet und nichts beschädigt. Drum dauert ein Foto auch deutlich länger, weil ich mich extra genau umschaue und extrem vorsichtig bin. Dazu kommt, dass die Pflanzen sehr unterschiedlich stark fluoreszieren. Ich rede dabei von Belichtungszeiten von bis zu 20 Sekunden, damit es ausreichend hellt ist. Bei der Cephalanthera hat noch nicht einmal das gereicht und ich musste das Foto zusätzlich aufhellen.

Ich habe Fotos mit und ohne Gelbfilter. Die manchmal störenden blauen Reflexionen werden beim Gelbfilter geschluckt und nach grün verschoben, dafür hat das Foto dann natürlich einen Gelbstich.

P.S.: die Pflanzen sehen wirklich so aus – da ist nichts dran gefaket oder nachgefärbt

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