Chile – Santiago

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Die letzte Station der Reise war wieder Santiago. Santiago ist eine Stadt der Kontraste. Alte Kolonialbauten stehen neben modernen Gebäuden aus Glas und Stahl. Eingerahmt von den Anden liegt Santiago im Kessel und hat dadurch ziemlich mit Smog zu kämpfen. 

Das Hotel lag günstig mitten in der Stadt, war aber dadurch auch echt kompliziert anzufahren. Zumal wir auf der Rückreise von La Serena dauernd im Stau standen und dadurch erst spät abends ankamen. Trotzdem war es hier kein Problem direkt neben dem Hotel noch einzukehren. 
Am nächsten Morgen ging es zeitig in die Stadt. Die erste Station war die Plaza de Armas und die dortige Kathedrale. Ein wahrhaft prachtvolles Gebäude. Silvana und Alex wollten eine Rundfahrt machen, wir gingen jedoch ins Museum für präkolumbische Kunst. Das Museum ist absolut sehenswert, denn leider ist die Kunst der indigenen Völker größtenteils von den Konquistadoren vernichtet worden und man hat nur in solchen Museen noch eine Chance, einen Blick auf die vergangene Kultur zu werfen.
Mit U-Bahn und zu Fuß ging es von dort weiter in Richtung Cerro San Cristóbal. Nach einer etwas abenteuerlichen Route quer durch ein Viertel, wo man auch eher nur tagsüber unterwegs sein will, ging es noch abenteuerlicher, mit einer Bergbahn zum Heiligtum auf dem Berg.
Die Bergbahn ist wirklich lohnenswert. Sie erinnert an die Nerobergbahn, ist nur viel steiler und viel länger. Irgendwann kamen wir aus dem Smog heraus und konnten einen Blick auf die Stadt im Kessel erhaschen. Wahnsinn, wie viele Hochhäuser in Santiago stehen. Ich hatte  nicht auf dem Schirm, dass es in Chile eine solche Skyline gibt. Das ganze dann noch vor der Kulisse der verschneiten Anden war schon ein traumhafter Anblick.
Das Heiligtum selbst wäre fast so schon einen Ausflug wert, aber mit der Aussicht ist es ein absolutes Muss. Die Talfahrt legten wir mit der Seilbahn zurück. Weniger abenteuerlich, aber mit der schöneren Aussicht. Zu Fuß liefen wir dann den Weg zum nächsten Treffpunkt, dem Costanera Tower, dem höchsten Hochhaus Südamerikas und gleichzeitig dem zweithöchsten der Südhalbkugel. Der Weg war diesmal dann wirklich überhaupt kein Problem, denn es ging durch ein gutes Wohnviertel. 
Nach einer ausgiebigern Mahlzeit liefen wir zurück zum Hotel und es ging dann am nächsten Morgen sehr früh zum Flughafen, was dann tatsächlich über eine Stunde dauerte.  

Tja… Chile… schön war’s. Was kann man über das Land sagen? Als Tourist, der nie in Südamerika war, ist es vermutlich ein guter Einstieg.
Man wird sich zwar schnell bewusst, dass es hier sehr arme Menschen gibt, aber man kann sich trotzdem größtenteils sicher bewegen. Natürlich gibt es Situationen, wo man  sich etwas mulmig fühlt, wo die Viertel nicht sehr freundlich wirken. Auf der anderen Seite wird teilweise ein absurder Reichtum zur Schau gestellt, wie z.B. in den Küstenorten nördlich von Valparaíso.
Was mich in den Städten aber am meisten störte waren die vielen Hunde. Ich fühlte mich wirklich häufig belästigt. Am auffälligsten war das in San Pedro. Dort könnte man meinen, es gibt nur Bürgersteige, damit die Hunde nicht auf die Straße kacken müssen.
Dann ist da noch die Sache mit den Hotelbuchungen. Es ist bei uns dreimal vorgekommen, dass die Hotelbuchungen zwar bestätigt waren, aber die Leute nichts davon wissen wollten. Immerhin waren sie dann aber bereit, für Unterkunft zu sorgen und uns zu helfen.
Letztendlich hat ja alles geklappt und all diesen kleinen negativen Dingen steht eine Landschaft entgegen, die ihresgleichen sucht. Oft standen wir mit offenen Mündern da und konnten einfach nicht fassen, dass es etwas so Schönes gibt.
Das bunte Valparaíso, die Küstenkordillere, die wie Scherenschnitte wirkt mit den Kakteen, die so perfekt in die Landschaft passen. Die Küste mit den vielen Seevögeln, die Seen im Altiplano mit ihrer besonderen Tierwelt. Die Anden, die Sternenhimmel, aber natürlich auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft vieler Chilenen. All das machte Chile für uns so besonders. 
Und obwohl wir nur die Nordhälfte gesehen haben, sind wir der Meinung, dass Chile eines der spektakulärsten Länder ist, das wir bis jetzt bereist haben.

Was für ein magisches, wunderschönes Land!

Danke auch nochmal euch Alex und Silvana für die Hilfe bei der Planung und für die Begleitung. Auf euch ist echt Verlass!

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Chile – der Rest von San Pedro

40_sm In den 6 Tagen, die wir in San Pedro verbrachten, unternahmen wir auch Ausflüge, die thematisch jetzt nicht zu den anderen Beiträgen passen und trotzdem erwähnenswert sind. 

Immer wieder zieht es uns zu Orten, die von alten Kulturen zeugen. In Chile gibt es leider nur noch sehr wenige präkolumbianische Stätten, also aus Zeiten vor der spanischen Eroberung. Die Konquistadore haben im Zuge der Christianisierung versucht, alles an alter Kultur zu tilgen.
In der unwirtlichen Atacama gibt es sie aber noch. In Tal von Yerbas buenas (gute Kräuter) gibt es eine Vielzahl von Petroglyphen, also Felszeichnungen. Die überaus kunstfertigen und beeindruckenden Kunstwerke zeigen Tiere, wie Flamingos, Lamas, aber auch Pumas und sogar Affen, aber auch Menschen. Irgendwie fassen mich solche Kunstwerke oft sehr an. Ich bin glücklich, dass es noch solche Kulturerbe gibt. Angeblich saßen früher in den Nischen auch Mumien, aber die sind mittlerweile nicht mehr dort. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das bedaure, oder das nicht so schlimm finde.

35_sm Vollkommen neu war für uns waren aber die Geoglyphen, das sind in den Erdboden geschabte Kunstwerke. In Chug-Chug, westlich von Calama ist eine der wenigen Orte, wo es noch welche gibt. Tief beeindruckt bin ich auch von der Tatsache, dass solche Kunstwerke hunderte und tausende Jahre erhalten bleiben. Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass es in Chug-Chug nicht regnet, aber es ist dennoch einfach unfassbar. 

Nahe beim Yerbas buenas ist, nur über eine abenteuerliche Straße mit vielen Furten erreichbar, das Valle arcoiris – das Regenbogental. Der Name ist keine Übertreibung. Die Berge leuchten intensiv in rot, grün, türkis und braun; ein Eindruck, der sich leider nur sehr schlecht fotografisch einfangen lässt.

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