Herbst in der Bretagne

Der fast schon traditionelle Frankreichtrip führte mich zusammen mit meiner Mutter dieses Mal in den Nordwesten des Landes.

 

Chartres

08_sm In Chartres legten wir einen Zwischenstop ein. Die Besichtigung der berühmten Kathedrale sollte schon ein Höhepunkt werden. Wir hatten das Glück, dass zu der Zeit, als wir da waren noch das Festival of Lights (Chartres en lumières) stattfand. Ab 23 Uhr werden während des Festivals die berühmten Gebäude der Stadt mit atemberaubenden Lichtshows angestrahlt. Wer die Gelegenheit hat, so etwas zu erleben, sollte das dringend versuchen. Ein absolut grandioses Spektakel.

 

Mont St. Michel

06_sm Von Chartres ging es in Richtung Mont St. Michel. Unsere Ferienwohnung „La Pichardière“ lag so günstig, dass man mit einigen wenigen Schritten auf dem Deich sein konnte von wo aus man gute Sicht über das Marschland auf den berühmten Berg hat. Nach einem Spaziergang trafen wir einen Schäfer, der auf einem Quad den Deich entlang fuhr. Er fragte uns, ob wir seine Schafe gesehen hätten. Hatten wir… wir kamen ins Gespräch und er sagte nicht ohne Stolz, dass das hier sein Büro sei… beneidenswert.
Überhaupt: welch ein Ausblick. Es wundert wenig, dass so viele Touristen dort hin wollen. Der Geheimtipp: geht extra früh dort hin. Wir haben auf dem Hinweg noch recht wenige Touristen gesehen, auf dem Rückweg dann umso mehr. Traurig, dass an solchen Orten mittlerweile schwerbewaffnete Sicherheitsleute stehen müssen. Dennoch: die Stimmung rund um den Berg und die Kirche sind schon ganz besonders und das Bauwerk einfach beeindruckend.
Von allen Seiten konnten wir den Anblick des Berges genießen.

 

Bretagne

13_sm Vom Mont St. Michel fuhren wir nach Westen in die Bretagne. Über Cancale, Cap Frehel und Ploumanac’h fuhren wir nach Roscoff. Ein ums andere Mal verschlug es uns die Sprache. Es wurde uns klar, dass wir in einer Woche nur an der Oberfläche kratzen würden. Was sind das für irrsinnig schöne Landschaften dort? Das alles bei einem strahlenden Sonnenschein. Es machte schon viel Lust auf ein zweites Mal.

Am nächsten Tag suchten wir einigen Menhire auf – zunächst den von Cam Louis und später den von Kerloas. Vor allem der zweite erfüllte uns mit tiefer Ehrfurcht. Ein beeindruckender Stein mit einer magischen, spirituellen Atmosphäre. Wir besuchten auch mehrere Dolmen, die uns mindestens ebenso staunen ließen. Am verregneten letzten Tag besuchten wir Morlaix und im Anschluss noch den Cairn in Barnenez. Der Cairn ähnelt einer Stufenpyramide, ist aber wesentlich älter als die ältesten Pyramiden (zB in Saqqara). Was für irre Leistungen die Baumeister der Steinzeit doch vollbrachten.
Viel zu kurz war der Aufenthalt. Die Bretagne ist ein Ort, zu dem ich auf jeden Fall zurückkehren will. Was für eine wilde Schönheit!

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Chile – Santiago

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Die letzte Station der Reise war wieder Santiago. Santiago ist eine Stadt der Kontraste. Alte Kolonialbauten stehen neben modernen Gebäuden aus Glas und Stahl. Eingerahmt von den Anden liegt Santiago im Kessel und hat dadurch ziemlich mit Smog zu kämpfen. 

Das Hotel lag günstig mitten in der Stadt, war aber dadurch auch echt kompliziert anzufahren. Zumal wir auf der Rückreise von La Serena dauernd im Stau standen und dadurch erst spät abends ankamen. Trotzdem war es hier kein Problem direkt neben dem Hotel noch einzukehren. 
Am nächsten Morgen ging es zeitig in die Stadt. Die erste Station war die Plaza de Armas und die dortige Kathedrale. Ein wahrhaft prachtvolles Gebäude. Silvana und Alex wollten eine Rundfahrt machen, wir gingen jedoch ins Museum für präkolumbische Kunst. Das Museum ist absolut sehenswert, denn leider ist die Kunst der indigenen Völker größtenteils von den Konquistadoren vernichtet worden und man hat nur in solchen Museen noch eine Chance, einen Blick auf die vergangene Kultur zu werfen.
Mit U-Bahn und zu Fuß ging es von dort weiter in Richtung Cerro San Cristóbal. Nach einer etwas abenteuerlichen Route quer durch ein Viertel, wo man auch eher nur tagsüber unterwegs sein will, ging es noch abenteuerlicher, mit einer Bergbahn zum Heiligtum auf dem Berg.
Die Bergbahn ist wirklich lohnenswert. Sie erinnert an die Nerobergbahn, ist nur viel steiler und viel länger. Irgendwann kamen wir aus dem Smog heraus und konnten einen Blick auf die Stadt im Kessel erhaschen. Wahnsinn, wie viele Hochhäuser in Santiago stehen. Ich hatte  nicht auf dem Schirm, dass es in Chile eine solche Skyline gibt. Das ganze dann noch vor der Kulisse der verschneiten Anden war schon ein traumhafter Anblick.
Das Heiligtum selbst wäre fast so schon einen Ausflug wert, aber mit der Aussicht ist es ein absolutes Muss. Die Talfahrt legten wir mit der Seilbahn zurück. Weniger abenteuerlich, aber mit der schöneren Aussicht. Zu Fuß liefen wir dann den Weg zum nächsten Treffpunkt, dem Costanera Tower, dem höchsten Hochhaus Südamerikas und gleichzeitig dem zweithöchsten der Südhalbkugel. Der Weg war diesmal dann wirklich überhaupt kein Problem, denn es ging durch ein gutes Wohnviertel. 
Nach einer ausgiebigern Mahlzeit liefen wir zurück zum Hotel und es ging dann am nächsten Morgen sehr früh zum Flughafen, was dann tatsächlich über eine Stunde dauerte.  

Tja… Chile… schön war’s. Was kann man über das Land sagen? Als Tourist, der nie in Südamerika war, ist es vermutlich ein guter Einstieg.
Man wird sich zwar schnell bewusst, dass es hier sehr arme Menschen gibt, aber man kann sich trotzdem größtenteils sicher bewegen. Natürlich gibt es Situationen, wo man  sich etwas mulmig fühlt, wo die Viertel nicht sehr freundlich wirken. Auf der anderen Seite wird teilweise ein absurder Reichtum zur Schau gestellt, wie z.B. in den Küstenorten nördlich von Valparaíso.
Was mich in den Städten aber am meisten störte waren die vielen Hunde. Ich fühlte mich wirklich häufig belästigt. Am auffälligsten war das in San Pedro. Dort könnte man meinen, es gibt nur Bürgersteige, damit die Hunde nicht auf die Straße kacken müssen.
Dann ist da noch die Sache mit den Hotelbuchungen. Es ist bei uns dreimal vorgekommen, dass die Hotelbuchungen zwar bestätigt waren, aber die Leute nichts davon wissen wollten. Immerhin waren sie dann aber bereit, für Unterkunft zu sorgen und uns zu helfen.
Letztendlich hat ja alles geklappt und all diesen kleinen negativen Dingen steht eine Landschaft entgegen, die ihresgleichen sucht. Oft standen wir mit offenen Mündern da und konnten einfach nicht fassen, dass es etwas so Schönes gibt.
Das bunte Valparaíso, die Küstenkordillere, die wie Scherenschnitte wirkt mit den Kakteen, die so perfekt in die Landschaft passen. Die Küste mit den vielen Seevögeln, die Seen im Altiplano mit ihrer besonderen Tierwelt. Die Anden, die Sternenhimmel, aber natürlich auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft vieler Chilenen. All das machte Chile für uns so besonders. 
Und obwohl wir nur die Nordhälfte gesehen haben, sind wir der Meinung, dass Chile eines der spektakulärsten Länder ist, das wir bis jetzt bereist haben.

Was für ein magisches, wunderschönes Land!

Danke auch nochmal euch Alex und Silvana für die Hilfe bei der Planung und für die Begleitung. Auf euch ist echt Verlass!

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