Mond, Mars & Myrtilles

Am Wochenende habe ich mit Johannes einen Kurztrip in die Vogesen unternommen. Es war ein Wochenende geprägt von Naturbeobachtung (Mond und Mars) und kulinarischen Köstlichkeiten (der berühmten Tarte aux Myrtilles – Blaubeertarte).

Freitag

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Direkt nach der Arbeit sind wir Freitags los.Nach langer, hauptsächlich wegen der Staus in Süddeutschland anstrengender Fahrt, kamen wir am erst Abends am Hotel an. Nach einer kurzen Pause fuhren wir schon weiter, denn es war ja der Tag der Mondfinsternis. Das besondere an dieser Finsternis war, dass neben der Länge der Finsternis auch gleichzeitig der Mars sehr hell direkt beim Mond zu sehen war. 

Gegen 20:00 waren wir an unserem Ziel angekommen, nämlich beim Ringelbühlkopf im Réserve Naturelle de Tanet-Gazon du Faing. Die Sonne war schon fast verschwunden, aber in dichten Wolken nur zu erahnen, als wir einen Platz suchten. Schließlich fanden wir einen geeigneten Ort und bauten auf. Nach einer Stunde des Wartens, die Mondfinsternis sollte schon längst begonnen haben, wurde ich etwas nervös, ob wir in die richtige Richtung schauten, oder ob vielleicht Quellwolken über dem Schwarzwald den Mond verdecken. 

Tatsächlich erspäten wir dann aber einen schwachen, rötlich schimmernden Mond. Offenbar war es doch etwas dunstig und noch zu hell für gute Sichtung gewesen.

Je dunkler es wurde, desto spektakulärer wurde das Schauspiel, erst sahen wir den Mond immer deutlicher, dann kamen Sterne raus, den Mars sahen wir erst etwas später, denn er war noch verdeckt und schließlich zeigte sich noch die Milchstraße – bei Vollmond. Etwas derartiges habe ich noch nicht erlebt. Sensationell!

Wir blieben bis zum Ende der Finsternis und fielen dann nach der Rückfahrt ins Hotel direkt in den Schlaf. 

 

Samstag

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Samstags hatten wir eine Besichtigungs- und Wandertour geplant. Wir starteten am Grand Ballon – das Wetter war sehr bescheiden und sehr windig. Ein Wunder, dass wir am letzten Abend solch ein Glück hatten.Wir blieben nicht lange dort, aber wie das immer so ist: irgendwie finde ich immer Orchideen. Dieses Mal eine Pseudorchis albida. Vermutlich nichts besonderes für das Biotop und dennoch freut mich das jedes Mal.

Der zweite Stop war der Hohneck. Hier unternahmen wir eine sehr anstrengende Wanderung, bei noch schlechterem Wetter. Zwar regnete es nicht richtig, aber der Wind war extrem anstrengend. Die Ausblicke entschädigten aber für die Mühen. Immer wieder sahen wir Falken im Wind fliegen, wie elegant diese Vögel der Natur trotzen! Schon ein Schauspiel. Gegen Ende des Weges gab es dann tatsächlich noch die von mir vorhergesagten Gemsen. Fand ich extrem cool: ich sage etwas an und es passiert.

Zum Abschluss des Tages unternahmen wir eine zweite Wanderung im Gebiet, dass wir Freitags schon besuchten. Dieses Mal aber am späten Nachmittag. Wundersamerweise war das Wetter jetzt fast perfekt und wir konnten die Tour richtig genießen. Vielleicht ist die Ecke tatsächlich die spektakulärste Landschaft, die wir besuchten. Die Hochfläche schimmerte im Sonnenlich violett vor blühendem Heidekraut, überall standen die Fruchtstände des gelben Enzians und darüberhinaus fanden wir einen reich gedeckten Tisch mit Blaubeeren vor. 

 

Sonntag

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Sonntags fuhren wir direkt nach dem Frühstück schon in Richtung Norden. Nach einer langen Fahretappe über sich windende Straßen in den Vogesen führte uns die Suche nach einer Tankstelle schließlich wieder in die Rheinebene. Schnell ging es über französische Autobahnen in die Pfalz zu einem kurzen Zwischenstop am Teufelstisch. Ich bin immer wieder angetan von der Ecke. Es ist wirklich wie Utah, nur eben alles ein wenig kleiner, aber dafür nicht so karg. Zu meinem großen Ärger war aber leider die B10 gesperrt und zwang uns zu einem monströsen Umweg. Immerhin schafften wir noch einen weiteren Stop bei einem Bienenfresserbiotop in der Pfalz.

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Große Alpentour

Unser Sommerurlaub führte uns dieses Jahr in die Alpen. Primär wollte ich ein bisschen Entspannen und die Zeit mit Verena  genießen, aber natürlich geht es im Sommer in den Alpen nicht ohne Orchideen.

Berner Oberland

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Zunächst führte unser Weg durch die Schweiz. Gegen Mittag kamen wir in Grindelwald an. Da es irgendwie noch zu früh war, einen Campingplatz zu suchen, fuhren wir mit der Seilbahn auf den Männlichen. Der Berg ist ein wahres Blumenparadies. Wir bekamen hier schon einen Vorgeschmack auf das, was später noch folgen sollte. Leider war dort aber ein Ultra-Marathonlauf, so dass laute Musik dröhnte und der Aufenthalt nahe der Bergstation unerträglich war. Nach dem Spaziergang zum Gipfel musste ich dann singende Holländer ertragen. Eigentlich habe ich Ruhe gesucht, aber es war laut und ein wahrer Rummel. Immerhin beeindruckte die Aussicht auf die Viertausender der Berner Alpen und die bunten Wiesen doch sehr. Wir bekamen hier zum ersten Mal die hohen Preise der Schweiz zu kosten. 60SFR pro Nase für Berg- und Talfahrt sind schon wirklich viel, wenn man es mit ähnlichen Bahnen in den Alpen vergleicht.

Wir schlugen unser Zelt auf einem tollen Campingplatz in Wilderswil bei Interlaken auf. Der Platz bot eine Wahnsinnsaussicht auf das Jungfraumassiv. Überraschenderweise war der Zeltplatz nicht nur gut gelegen, sondern auch günstig.

Am nächsten Tag hatten wir eine Fahrt zum Jungfraujoch geplant. Und hier muss ich dann doch ausholen. Wir waren ja nun schon dort und wollten darum auch unbedingt hoch. Ich war sogar bereit den „günstigen“ Frühmorgentarif zum Preis von 145 SFR pro Person zu zahlen. Aber mal ehrlich: das ist viel zu teuer. Ich weiß nicht, ob den Schweizern das bewusst ist, aber ihr macht damit doch euren eigenen Tourismus kaputt, oder leitet ihn in eine Richtung, die nicht gut ist. Es fiel auf, dass so gut wie keine Schweizer in der Bahn saßen. Geschätzt 95% der Besucher sind aus Asien. Wenn man dann von Schweizern leicht fremdenfeindliche Sprüche zu hören bekommt wie: „Die sind wie die Ameisen.“, dann macht das schon einen eher schlechten Eindruck. Natürlich ist die Berglandschaft extrem beeindruckend und wunderschön, aber wenn man so derartrig hoch bepreist, dass nicht einmal Schweizer selbst mehr Lust auf eine Fahrt haben, dann würde ich ins Grübeln kommen. Wenn eine Familie 500Euro zahlen muss, dann kommen eben nur reiche Kunden aus Asien. Das wirklich tragische ist, dass das sogar gewollt zu sein scheint, denn die „Attraktionen“, die oben geboten werden sind dementsprechend. Wie gesagt: der Besuch ist wirklich toll und eigentlich auch zu empfehlen, aber irgendwie ist das drumherum und das Publikum nicht mein Ding. Ich will Ruhe, Entspannung, Augenschmaus und das bekommt man dort eben nicht in Kombination.

Am Abend genossen wir dann den ruhigen Besuch der Reichenbachfälle, mit einer zwar auch etwas teuren Bahn, aber weniger Rummel und mehr Ruhe.

 

Von Interlaken über Zermatt nach Südtirol

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Weil ich aber irgendwie nicht lernfähig bin, fuhren wir am nächsten Tag weiter nach Zermatt. Zermatt ist nur per Zug zu erreichen und ist ähnlich gut wie das Jungfraujoch touristisch erschlossen. Das Tal ist zugekleistert mit Bettenburgen, überall Kräne, überall Lärm. Aussicht auf das Matterhorn gibt es nur von wenigen Stellen – wenn man Glück hat, ohne Kran im Blick. Also ging es wieder rauf auf den Berg. Und hier wird dann schon klar, warum das Matterhorn der wohl bekannteste Berg der Schweiz ist. Der Anblick ist echt atemberaubend. Leider findet man auch hier keine Ruhe. Immerhin war ich jetzt mal dort.
Ich werde mir einen weiteren Besuch der Schweiz wirklich genau überlegen. Sicher wird es aber nicht mehr in die touristischen Ecken gehen.

Etwas ernüchtert ging es über den Simplonpass in das italienische Piemont. Kurzfristig haben wir eine wirklich total starke Unterkunft bekommen. Nach 2 Nächten im Zelt tat es gut, einfach ins Bett zu fallen. Das B&B Casa Brencio in Masera kann ich jedem ans Herz legen, der in schöner Umgebung wirklich gut unterkommen will und ein außergewöhnlich gutes Frühstück genießen will.

Über Locarno, Lugano und schließlich Sünders fuhren wir in Richtung Stilfserjoch. Serpentine um Serpentine um Serpentine klettert man nach oben und weicht Radlern und Motorradfahrern aus. Ein bisschen anstrengend ist die Fahrerei, aber wir wurden mit Aussicht auf die Ortlergruppe, Murmeltieren und vielen Pflanzen belohnt. Da es schon gegen Abend war, hielten wir nach der Überquerung auf einem Campingplatz in Latsch im schönen Vinschgau.

 

Tirol

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Den folgenden Tag fuhren wir auf die Seiser Alm. Die Alm ist unter anderem bekannt für die vielen Kohlröschen und das häufige Auftreten von Farbvarianten. Wir wurden in der Hinsicht absolut nicht enttäuscht. Auf der Wanderung von Compatsch über Puflatsch zur Arnika-Hütte sahen wir zig hellrote, dunkelrote, gemischte Kohlröschen. Leider waren wir wohl eine Woche zu spät und die Pflanzen sahen zumeist nicht mehr frisch aus. Das müsste man in einem anderen Jahr definitiv noch einmal wiederholen. Abartig wie bunt und wie artenreich die Alm ist. Und endlich hatten wir auch die gesuchte Ruhe. Es war zwar auch dort viel los, aber irgendwie verläuft sich das auf der riesigen Hochebene. Bemerkenswert, dass hier im Gegensatz zur Schweiz viele Familien unterwegs waren. Wundert aber auch nicht, kostet halt auch ein Bruchteil der Jungfraufahrt. Dabei ist der Blick auf Schlern und Langkofel jetzt auch nicht unbedingt schlecht.

Nach einer Nacht auf einem schönen Campingplatz unter der Brenner-Autobahn in Klausen besuchten wir das archäologische Museum in Bozen; natürlich hauptsächlich wegen Ötzi. Das Museum ist schon echt gut gemacht, aber irgendwie weiß ich nicht, ob man tote Menschen so ausstellen muss. Klar, für die Wissenschaft ist Ötzi unendlich wichtig und auch klar, dass Menschen neugierig sind und den Toten sehen wollen, aber trotzdem mag ich eine öffentliche Leichenschau nicht besonders. Nichts desto trotz: man kann eine Menge mitnehmen und es ist wirklich gut gemacht und spannend. Ich würde einen Besuch wirklich empfehlen.

Über mehrere Pässe ging es im Anschluss weiter zum letzten Stop der Reise, nämlich Obertilliach. Sehr kurzfristig buchten wir ein Zimmer in der Weberstube. Nachdem wir im Gasthof ankamen, wurde mir gesagt, dass das soeben gebuchte Zimmer gerade schon vergeben sei, aber dass man sich kümmern würde. Die Wirtin telefonierte kurz und tatsächlich: sie hatte eine Ferienwohnung für uns bei ihrere Schwester organisiert. Wir wurden also die 200m dorthin begleitet und bekamen eine wunderschöne, gemütliche Wohnung. Als ich fragte, ob wir im Dorf noch was zu essen bekämen, sagte die Schwester dann: „Ja in der Pizzeria, in der Weberstube, oder bei meinem Bruder gut bürgerlich.“ Wir gingen zum Bruder. Offensichtlich ein Familienbetrieb, der Ort 😉 Liebe Obertilliacher: ich verneige mich tief vor eurer Organisationsgabe und eurer Hilfsbereitschaft. Das war schon großer Sport. Bei euch fühlt man sich wohl, zu euch will man zurückkehren.

Am folgenden Tag fuhren wir mit der Seilbahn zum Golzentipp. Leider fing es schon gegen Mittag an, heftig zu Gewittern und wir kehrten ins Tal zurück. Wir hatten trotzdem unseren Spaß und dank Manfreds Tip habe ich auch endlich eine Dactylitella (berninaensis) gesehen.
Nach kurzer Beratung und checken des Wetterberichts machten wir uns schon gegen 14:00 auf den Heimweg. Natürlich nicht ohne Umweg. Diesmal fuhren wir über die Großglocknerstraße, die selbst bei schlechtem Wetter irgendwie echt geil ist. Wer aus dem Auto Unmengen von Kohlröschen bis 2600m Höhe sehen will und außerdem Murmeltiere mag, der ist hier richtig. Ohne größeren Umweg ging es dann durch gefühlt 100 Baustellen zurück heim.

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Wie im Rausch

Olympia

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Nach der langen Fahretappe vom Vortag kamen wir recht spät in Olympia an und so suchten wir uns nur noch etwas zu essen und fielen dann ins Bett. 

Früh morgens zogen wir dann zu den Ruinen des antiken Olympia. Zur Überraschung war es hier wirklich schon übervoll und damit teilweise recht störend laut. Dazu kam, dass dort gemäht wurde. Es ist mir immer noch schleierhaft, warum man das um 8 Uhr macht, wenn viele Leute da sind und nicht um 15:00, wenn die Stätten schließen. Dennoch schauten wir alles ausgiebig an. Die Ruinen von Olympia sind am erholsamsten zu besuchen. Wenig Steigung und viel Schatten und natürlich die beeindruckenden Bauwerke machen den Besuch zu einem Genuss und so verweilten wir auch recht lange. 

Am frühen Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Ophrys helenae. Wir hatten einen recht weit südlich gelegenen Fundpunkt bekommen und steuerten diesen an. Mit etwas Suche fanden wir auch noch zwei blühende Pflanzen, die allerdings leider nicht mehr wirklich frisch aussahen. Dennoch ein schöner Anblick, der mich auch sehr freute. Natürlich gab es auch hier die üblichen Begleitorchideen.  

 

Delphi

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Am frühen Abend erreichten wir Delphi. Delphi erwartet den Besucher mit einem gepflegtem Verkehrschaos. Mit Mühe fanden wir einen Parkplatz in einer Parkverbotszone in der Nähe unserer exzellenten Unterkunft. Ein enorm hilfreicher Wirt half uns hier wirklich uns schnell zurecht zu finden. Weniger gehetzt als noch in Olympia brachen wir dann morgens zum antiken Delphi auf. Das Verkehrschaos dort war aber eher noch größer als in der Stadt. 

Natürlich waren die Ruinen auch total überlaufen und trotzdem empfand ich es sehr entspannend, den Berg hinaufzusteigen und die alten Gebäude in der herrlichen Bergluft zu genießen. Immer wieder ergeben sich neue Ausblicke mit Ruinen im Vordergrund vor der Kulisse des Parnass-Massivs. Natürlich fand Verena hier wieder Ragwurzen, Insekten und Echsen, die ich vermutlich selbst nie bemerkt hätte.

Am frühen Nachmittag besuchten wir dann westlich von Delphi noch ein Biotop. Ich legte mich dort gepflegt vor eine Orchidee, als Verena sagte: „Beweg dich nicht! Woran erkennt man eigentlich eine schwarze Witwe?“ Ich erschrak natürlich und tatsächlich: direkt neben mir war eine schwarze Witwe dabei, eine Raupe einzuspinnen.

Wie gut, dass Verena dabei war und mich warnte. Nach Hornotter und schwarzer Witwe kann ich wirklich nur ausdrücklich zur Vorsicht mahnen: die gibt es dort wirklich – seid nicht so doof wie ich und schaut, wo ihr euch zum Fotografieren hinlegt. Ja, ich weiß: vermutlich wird nicht viel passieren, selbst wenn man gebissen wird, aber man muss den Schmerz ja nicht herausfordern.

 

Hosios Lukas

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Im Anschluss an Delphi befolgten wir einen Tip des Hotelwirtes und besuchten das Kloster Hosios Lukas aus der byzantinischen Zeit. Und tatsächlich war dieser Abschluss der Tour noch einmal ein echter Höhepunkt. Ich hatte eigentlich gar keine Erwartungen und dachte: ja schon hübsch. Als wir dann in die Krypta hinabstiegen verschlug es mir die Sprache. Ehrfürchtig starrte ich auf Fresken aus dem 11. Jhd. Solch eine Pracht, eigentlich unerwartet – das war wirklich großartig.

 

Alles in allem muss ich sagen, dass das vielleicht einer unserer schönsten Urlaube war. Wenn überhaupt etwas negatives zu finden ist, dann vielleicht, dass er zu kurz war. Griechenland hat mich zutiefst beeindruckt mit seiner Tiefe, und seiner Schönheit. Auf jeden Fall werden wir wiederkommen, wenn es nur irgendwie möglich ist.

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Griechenland ist ein Garten

Nach dem Besuch von Mykene fuhren wir in Richtung Nafplio. 

Nafplio

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Das Erste was in Nafplio auffällt ist die über der Stadt gelegenen Festung. Dort in der Nähe hatten wir auch unseren ersten Stop für Orchideen geplant und so fuhren wir noch abends hinauf in Richtung Festung. Schon vom Auto aus sahen wir hellrosa Blütenstände und ich tippte auf Orchis italica. Als wir dann aber hielten, stellte ich überrascht fest, dass es Anacamptis waren, die auch schon beinahe durch waren. War es tatsächlich solch ein frühes Jahr? Würden wir überhaupt noch viel Orchideen sehen? Angesichts der Blütenpracht überall am Wegesrand fand ich das aber auch garnicht schlimm – es sollte sich außerdem als falsch herausstellen.

Wir erforschten das Gebiet aber weiter und Verena fand noch mehrere Ragwurzarten und auch Zungenstendel. Lustig, aber auch etwas lästig war, dass uns ständig zwei Hunde, die uns vom Parkplatz der Ruine gefolgt waren, begleiteten.

Da die Aussicht so grandios war, entschlossen wir uns, am nächsten Morgen noch die Festung zu besichtigen. Ein Besuch der sich nicht nur deshalb sehr lohnte.

Während der Weiterfahrt in Richtung Mistra sah ich aus dem Augenwinkel eine purpurne Blüte am Straßenrand und ich hielt an. Verena wollte im Auto bleiben. Ich lief also am Straßenrand zurück und fand nichts. Weil ich aber so nicht zurück wollte, suchte ich noch einmal genauer – und tatsächlich: ich fand eine Orchidee, aber keine purpurne, sondern eine kleine gelbe Ragwurz… die purpurne Blüte fand ich erst ein paar Sekunden später: nämlich Orchis quadripunctata. Wie irre!

Danach fuhren wir noch zwei Orchideenbiotope  an. Ich war auf viel vorbereitet, aber nicht auf solche Wiesen. Orchideen beinahe als Bodendecker, daneben Milchsterne und gelbe Korbblütler. Ragwurzen ohne Ende – spätestens hier merkte ich, dass ich mich wohl etwas besser hätte vorbereiten müssen. Ich muss einfach zugeben, dass ich von Mittelmeerorchideen wenig Ahnung habe und so fällt mir die Bestimmung sehr schwer. Dennoch ein Anblick zum Niederknien.

 

Mistra

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Als nächstes Ziel stand bei uns Mistra auf der Liste. Mistra ist eine byzantinische Stadt, von der nur noch Ruinen übrig sind.

 

Abends kamen wir erst in Mistra an. Der Anblick der Ruinen bezauberte uns, obwohl wir schon in Hochstimmung ankamen. Leider ist die Besuchszeit schon um 15:00 vorbei, wie übrigens bei den meisten Sehenswürdigkeiten im „Winter“ und so musste der Besuch noch etwas warten. Stattdessen fuhren wir ungeplant noch einmal in Richtung Süden zu einem Straßenrandbiotop und dieses setzte noch einmal einen drauf. Hier wusste ich echt nicht, wohin ich den Fuß setzen sollte. Nach einiger Zeit mussten wir allerdings ungeplant den Besuch abbrechen, weil ein Schäfer seine Herde durch das Gebiet trieb und wir dann doch nicht im Weg stehen wollten. 

Am nächsten Tag besuchten wir die Ruinen. Wie wunderbar die Ruinen im Frühjahr wirken! Ein wahrer Garten! Überall der wilde Fenchel, die alten Mauern, der blaue Himmel – man hätte es nicht schöner erfinden können.

Im Anschluss der Besichtigung fuhren wir über den Taygetos. Was für eine schöne Bergwelt. Klare, kühle Luft, herrliche Landschaft – wunderbar. Definitv eine Ecke, die man ausgiebiger besuchen könnte. Vom Auto aus sahen wir am Straßenrand Unmengen Alpenveilchen und Massen von Dactylorhiza romana. Die dichtesten Vorkommen leider hinter einem Zaun.

Gegen Abend fuhren wir dann die sogenannte messenische Orchideenstraße entlang. Und hier war der Name auch Programm. Direkt am Straßenrand sahen wir viele Orchis laxiflora und coriophora. Beim genaueren Nachsuchen fanden wir dann wiederum viele Ragwurzen und Zungenstendel. Zu Verenas großer Freude entdeckte sie auch 3 Gottesanbeterinnen. Ohne sie hätte ich vermutlich nur einen Bruchteil der Dinge gesehen und erlebt. Später sollte sich das noch als sehr gut herausstellen.

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