AHO-Kartierung die Erste

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Was für ein Tag!

Ich muss wirklich gestehen, dass ich wohl noch nie auf einer Kartierungsexkursion so viel Spaß hatte. Es hat einfach alles gepasst: das Wetter, die wunderbare Landschaft,  die Gruppe, die Stimmung, das botanische Fachwissen und nicht zuletzt die Individuenzahlen der gefundenen Orchideen. All das gab der Exkursion Leichtigkeit, Tiefe und gute Ergebnisse.

Neben Unmengen breitblättriger Fingerwurz fanden wir auch Brand-Knabenkraut, Vogel-Nestwurz, schwertblättriges Waldvöglein, gefleckte Fingerwurz, kleines Knabenkraut und grüne Hohlzunge. Und all diese Arten waren schon in Blüte, wobei noch nicht alle gut zu zählen waren, dafür war es dann doch zu früh.

Neben den botanischen Schätzen haben wir außerdem direkt zu Beginn der Exkursion eine Ringelnatter gesehen. Das ist für mich auch kein alltäglicher Anblick.

Tatsächlich eine Exkursion auf die ich nur mit positiven Gedanken zurückblicke. Ein wirklich gelungener Tag. Das sind so die Momente, wo die Vereinsarbeit sich so richtig auszahlt und alle Beteiligten profitieren.

Brückentag bei den heimischen Orchideen

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Ich kann es ja nicht lassen. Immer wenn die Orchideen bei uns anfangen zu blühen, zieht es mich in die Natur. Heuschnupfen, Müdigkeit, Fahrstress – alles ist vergessen, wenn ich nur diese Schätze unserer heimischen Flora bewundern kann. 

Komischerweise habe ich den Eindruck, dass Land- und Forstwirtschaft immer weniger Rücksicht nehmen. Teilweise befinden sich die Biotope in erschreckendem Zustand. Zum Glück findet man immer noch wirklich schöne Ecken.

Wie im Rausch

Olympia

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Nach der langen Fahretappe vom Vortag kamen wir recht spät in Olympia an und so suchten wir uns nur noch etwas zu essen und fielen dann ins Bett. 

Früh morgens zogen wir dann zu den Ruinen des antiken Olympia. Zur Überraschung war es hier wirklich schon übervoll und damit teilweise recht störend laut. Dazu kam, dass dort gemäht wurde. Es ist mir immer noch schleierhaft, warum man das um 8 Uhr macht, wenn viele Leute da sind und nicht um 15:00, wenn die Stätten schließen. Dennoch schauten wir alles ausgiebig an. Die Ruinen von Olympia sind am erholsamsten zu besuchen. Wenig Steigung und viel Schatten und natürlich die beeindruckenden Bauwerke machen den Besuch zu einem Genuss und so verweilten wir auch recht lange. 

Am frühen Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Ophrys helenae. Wir hatten einen recht weit südlich gelegenen Fundpunkt bekommen und steuerten diesen an. Mit etwas Suche fanden wir auch noch zwei blühende Pflanzen, die allerdings leider nicht mehr wirklich frisch aussahen. Dennoch ein schöner Anblick, der mich auch sehr freute. Natürlich gab es auch hier die üblichen Begleitorchideen.  

 

Delphi

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Am frühen Abend erreichten wir Delphi. Delphi erwartet den Besucher mit einem gepflegtem Verkehrschaos. Mit Mühe fanden wir einen Parkplatz in einer Parkverbotszone in der Nähe unserer exzellenten Unterkunft. Ein enorm hilfreicher Wirt half uns hier wirklich uns schnell zurecht zu finden. Weniger gehetzt als noch in Olympia brachen wir dann morgens zum antiken Delphi auf. Das Verkehrschaos dort war aber eher noch größer als in der Stadt. 

Natürlich waren die Ruinen auch total überlaufen und trotzdem empfand ich es sehr entspannend, den Berg hinaufzusteigen und die alten Gebäude in der herrlichen Bergluft zu genießen. Immer wieder ergeben sich neue Ausblicke mit Ruinen im Vordergrund vor der Kulisse des Parnass-Massivs. Natürlich fand Verena hier wieder Ragwurzen, Insekten und Echsen, die ich vermutlich selbst nie bemerkt hätte.

Am frühen Nachmittag besuchten wir dann westlich von Delphi noch ein Biotop. Ich legte mich dort gepflegt vor eine Orchidee, als Verena sagte: „Beweg dich nicht! Woran erkennt man eigentlich eine schwarze Witwe?“ Ich erschrak natürlich und tatsächlich: direkt neben mir war eine schwarze Witwe dabei, eine Raupe einzuspinnen.

Wie gut, dass Verena dabei war und mich warnte. Nach Hornotter und schwarzer Witwe kann ich wirklich nur ausdrücklich zur Vorsicht mahnen: die gibt es dort wirklich – seid nicht so doof wie ich und schaut, wo ihr euch zum Fotografieren hinlegt. Ja, ich weiß: vermutlich wird nicht viel passieren, selbst wenn man gebissen wird, aber man muss den Schmerz ja nicht herausfordern.

 

Hosios Lukas

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Im Anschluss an Delphi befolgten wir einen Tip des Hotelwirtes und besuchten das Kloster Hosios Lukas aus der byzantinischen Zeit. Und tatsächlich war dieser Abschluss der Tour noch einmal ein echter Höhepunkt. Ich hatte eigentlich gar keine Erwartungen und dachte: ja schon hübsch. Als wir dann in die Krypta hinabstiegen verschlug es mir die Sprache. Ehrfürchtig starrte ich auf Fresken aus dem 11. Jhd. Solch eine Pracht, eigentlich unerwartet – das war wirklich großartig.

 

Alles in allem muss ich sagen, dass das vielleicht einer unserer schönsten Urlaube war. Wenn überhaupt etwas negatives zu finden ist, dann vielleicht, dass er zu kurz war. Griechenland hat mich zutiefst beeindruckt mit seiner Tiefe, und seiner Schönheit. Auf jeden Fall werden wir wiederkommen, wenn es nur irgendwie möglich ist.

Griechenland ist ein Garten

Nach dem Besuch von Mykene fuhren wir in Richtung Nafplio. 

Nafplio

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Das Erste was in Nafplio auffällt ist die über der Stadt gelegenen Festung. Dort in der Nähe hatten wir auch unseren ersten Stop für Orchideen geplant und so fuhren wir noch abends hinauf in Richtung Festung. Schon vom Auto aus sahen wir hellrosa Blütenstände und ich tippte auf Orchis italica. Als wir dann aber hielten, stellte ich überrascht fest, dass es Anacamptis waren, die auch schon beinahe durch waren. War es tatsächlich solch ein frühes Jahr? Würden wir überhaupt noch viel Orchideen sehen? Angesichts der Blütenpracht überall am Wegesrand fand ich das aber auch garnicht schlimm – es sollte sich außerdem als falsch herausstellen.

Wir erforschten das Gebiet aber weiter und Verena fand noch mehrere Ragwurzarten und auch Zungenstendel. Lustig, aber auch etwas lästig war, dass uns ständig zwei Hunde, die uns vom Parkplatz der Ruine gefolgt waren, begleiteten.

Da die Aussicht so grandios war, entschlossen wir uns, am nächsten Morgen noch die Festung zu besichtigen. Ein Besuch der sich nicht nur deshalb sehr lohnte.

Während der Weiterfahrt in Richtung Mistra sah ich aus dem Augenwinkel eine purpurne Blüte am Straßenrand und ich hielt an. Verena wollte im Auto bleiben. Ich lief also am Straßenrand zurück und fand nichts. Weil ich aber so nicht zurück wollte, suchte ich noch einmal genauer – und tatsächlich: ich fand eine Orchidee, aber keine purpurne, sondern eine kleine gelbe Ragwurz… die purpurne Blüte fand ich erst ein paar Sekunden später: nämlich Orchis quadripunctata. Wie irre!

Danach fuhren wir noch zwei Orchideenbiotope  an. Ich war auf viel vorbereitet, aber nicht auf solche Wiesen. Orchideen beinahe als Bodendecker, daneben Milchsterne und gelbe Korbblütler. Ragwurzen ohne Ende – spätestens hier merkte ich, dass ich mich wohl etwas besser hätte vorbereiten müssen. Ich muss einfach zugeben, dass ich von Mittelmeerorchideen wenig Ahnung habe und so fällt mir die Bestimmung sehr schwer. Dennoch ein Anblick zum Niederknien.

 

Mistra

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Als nächstes Ziel stand bei uns Mistra auf der Liste. Mistra ist eine byzantinische Stadt, von der nur noch Ruinen übrig sind.

 

Abends kamen wir erst in Mistra an. Der Anblick der Ruinen bezauberte uns, obwohl wir schon in Hochstimmung ankamen. Leider ist die Besuchszeit schon um 15:00 vorbei, wie übrigens bei den meisten Sehenswürdigkeiten im „Winter“ und so musste der Besuch noch etwas warten. Stattdessen fuhren wir ungeplant noch einmal in Richtung Süden zu einem Straßenrandbiotop und dieses setzte noch einmal einen drauf. Hier wusste ich echt nicht, wohin ich den Fuß setzen sollte. Nach einiger Zeit mussten wir allerdings ungeplant den Besuch abbrechen, weil ein Schäfer seine Herde durch das Gebiet trieb und wir dann doch nicht im Weg stehen wollten. 

Am nächsten Tag besuchten wir die Ruinen. Wie wunderbar die Ruinen im Frühjahr wirken! Ein wahrer Garten! Überall der wilde Fenchel, die alten Mauern, der blaue Himmel – man hätte es nicht schöner erfinden können.

Im Anschluss der Besichtigung fuhren wir über den Taygetos. Was für eine schöne Bergwelt. Klare, kühle Luft, herrliche Landschaft – wunderbar. Definitv eine Ecke, die man ausgiebiger besuchen könnte. Vom Auto aus sahen wir am Straßenrand Unmengen Alpenveilchen und Massen von Dactylorhiza romana. Die dichtesten Vorkommen leider hinter einem Zaun.

Gegen Abend fuhren wir dann die sogenannte messenische Orchideenstraße entlang. Und hier war der Name auch Programm. Direkt am Straßenrand sahen wir viele Orchis laxiflora und coriophora. Beim genaueren Nachsuchen fanden wir dann wiederum viele Ragwurzen und Zungenstendel. Zu Verenas großer Freude entdeckte sie auch 3 Gottesanbeterinnen. Ohne sie hätte ich vermutlich nur einen Bruchteil der Dinge gesehen und erlebt. Später sollte sich das noch als sehr gut herausstellen.