Sennetour

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Am Wochenende war ich zusammen mit 3 Bekannten aus dem Verein auf dem Truppenübungsplatz Senne. Natürlich war das Ziel eine lokale Orchideenpopulation, die Senne-Fingerwurz (Dactylorhiza sennia), die aber mittlerweile zur Torfmoos- Fingerwurz (Dactylorhiza sphagnicola) gezählt wird. Aber von Anfang an…

Die Tour ging Samstag vormittags früh für mich los. Um 7:30 wollte ich meinen Mietwagen abholen. Ich wurde mit der Aussage empfangen, dass es leider keinen Mietwagen in meiner Kategorie gebe, sondern ich einen Wagen aus einer höheren Kategorie nehmen müsse. Nach viel hin und her und nachdem ich mich beschwerte, dass mir 60 Euro Aufpreis für die zwei Tage schon ein wenig zu viel wären und ich auch keine Lust auf einen übermotorisierten BMW hätte, wurde mir dann ein Wagen aus einer billigeren Kategorie angeboten. Eigentlich eine Frechheit, dass man so bohren muss, damit man einen gebuchten Wagen zu einem versprochenen Kurs bekommt. Ja, manchmal bin ich renitent.

Gegen 8:00 konnte ich dann aber mit dem Mietwagen nach Hause aufbrechen, um das Gepäck zu verstauen. Eine echte Aufgabe für Ingenieure, Rucksack und Tasche in einem Opel Adam unterzubringen. Gegen 11:30 war ich dann bei Manfred in Osthessen. Für Samstag hatte er eine Exkursion in die Rhön geplant. Das Ziel war eine wunderschöne Hybride der Mücken-Händelwurz mit Fuchs‘-Fingerwurz. Im Hang standen sehr viele Händelwurzen und auch einige Fingerwurzen. Ein sehr schönes Biotop in eher durchschnittlichem Zustand. Die Hybride erwies sich aber als sehr fotogen und ich bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Im Anschluss ging es noch in die hohe Rhön, wo wir bei gewittrigen Bedingungen die Pseudorchis aufsuchten. Die prachtvollen Wiesen, die vielen Schmetterlinge. Ach die Rhön – immer wieder schön.
Obwohl ich dieses Jahr eigentlich nicht mehr kartieren wollte, konnte ich es dann doch nicht lassen, Daten aufzunehmen.

Sonntags war dann der eigentliche Exkursionstag. Früh brachen wir in Osthessen auf, denn wir mussten bei Kassel noch zwei weitere Teilnehmer mitnehmen und schon um 10 am Treffpunkt an der Senne sein. Etwas überrascht waren wir dann von der Masse der Teilnehmer. Sicher 20 Leute sollten teilnehmen. Nachdem wir die Verzichtserklärung unterzeichnet hatten, konnte es schon losgehen. Wir wurden durch den umgrenzenden Kiefernwald auf die Heidemoore geführt. Eine sehr spezielle Landschaft. Auf einer wasserundurchlässigen Schicht liegt eine Sandschicht. Der Boden ist sehr nährstoffarm und es hat sich ein sehr spezielles Ökosystem gebildet. Neben zwei Sonnentauarten und Wollgräsern wächst auch Gagelstrauch und Glockenheide. In den trockeneren Ecken geht es dann in Besenheide über. Gleich auf der ersten nassen Freifläche sahen wir dann auch schon die ersten Senne-Fingerwurzen. Zu meinem Erstaunen durften wir die Fläche sogar relativ frei betreten. Leider waren die Pflanzen schon fast durch – dennoch konnte ich ein paar schöne Eindrücke festhalten. Neben der besonderen Flora sahen wir auch Kreuzkröten, Waldeidechsen, Unmengen von Bläulingen, aber auch Wanderfalken, Wiesenpieper und Schwarzkehlchen. Leider zog sich die Exkursionsgruppe gegen Ende etwas auseinander, so dass ich nicht mitbekam, dass einer kleinen Gruppe noch ein frisches Vorkommen der Senne-Fingerwurz bei dem jetzt guten Wetter gezeigt wurde. Ein bisschen schade. Trotzdem war das ein besonderes Erlebnis in einem ungewöhnlichen Biotop. 

Auf dem Heimweg stoppten wir noch in zwei heimischen Biotopen, vielleicht auch um ein bisschen runterzukommen. 

Danke an Manfred für das Organisieren, danke an die Begleitung – das war wirklich schön – und natürlich auch danke an die Biologische Station Paderborn – Senne für die Führung und an das britische Militär, dass wir den TÜP überhaupt betreten durften.

 

P.S.: ich sollte mal anfangen, mit Taschenlampe oder Reflektor loszuziehen – Schattenbilder sind zwar besser, aber gut ist es auch nicht

und die dritte Kartierungsexkursion

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Eigentlich habe ich dieses Jahr übertrieben viel kartiert und mehr mache ich dieses Jahr auch nicht mehr. Immerhin waren alle drei Aktionen irgendwie die Arbeit wert. 

Auch bei dieser Aktion gab es Besonderes: dieses Mal außergewöhnlich reichhaltige morio-, ustulata- und mascula-Vorkommen in der Nähe von Herborn. Und auch dieses Mal hatten wir viel Spaß beim Suchen und Erfassen in der Natur. 

Trotzdem mache ich nächstes Jahr eher wieder nur eine Kartierungsexkursion. 

AHO-Kartierung die Zweite

03_sm Orchis tridentata – das dreizähnige Knabenkraut – um die Art ging es bei der Kartierung

Die zweite Kartierungsaktion des Jahres lief unter dem Motto „Tridentata-Rallye“. Ziel war es möglichst viele alte Fundpunkte zu der Art zu besuchen und Funde zu bestätigen oder eben auch nicht.

Vier Tage lang rauschten wir von Biotop zu Biotop. Dabei gab es großartige Erlebnisse mit ganz wahnsinnig ergiebigen Biotopen, die mir teilweise komplett unbekannt waren. Es gab aber auch Enttäuschungen. Manche Biotope sind mittlerweile Äcker, oder nur noch an Wacholderbüschen im Wald zu erkennen, oder eben komplett aufgeforstet.

Insgesamt muss man immer wieder feststellen, was es doch für eine Schande ist, dass man sein Heimatland erst durch solch eine Aktion kennen lernt. Was es hier für wunderschöne Ecken gibt! Ich komme mir trotz der Strapazen und des Stresses wieder reich belohnt vor. Ich habe viele neue Biotope und spektakuläre Landschaften genießen dürfen. 

Auch dieses Wochenende war ein absoluter Gewinn.

AHO-Kartierung die Erste

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Was für ein Tag!

Ich muss wirklich gestehen, dass ich wohl noch nie auf einer Kartierungsexkursion so viel Spaß hatte. Es hat einfach alles gepasst: das Wetter, die wunderbare Landschaft,  die Gruppe, die Stimmung, das botanische Fachwissen und nicht zuletzt die Individuenzahlen der gefundenen Orchideen. All das gab der Exkursion Leichtigkeit, Tiefe und gute Ergebnisse.

Neben Unmengen breitblättriger Fingerwurz fanden wir auch Brand-Knabenkraut, Vogel-Nestwurz, schwertblättriges Waldvöglein, gefleckte Fingerwurz, kleines Knabenkraut und grüne Hohlzunge. Und all diese Arten waren schon in Blüte, wobei noch nicht alle gut zu zählen waren, dafür war es dann doch zu früh.

Neben den botanischen Schätzen haben wir außerdem direkt zu Beginn der Exkursion eine Ringelnatter gesehen. Das ist für mich auch kein alltäglicher Anblick.

Tatsächlich eine Exkursion auf die ich nur mit positiven Gedanken zurückblicke. Ein wirklich gelungener Tag. Das sind so die Momente, wo die Vereinsarbeit sich so richtig auszahlt und alle Beteiligten profitieren.