Inversion

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Irgendwie war der September bei mir komisch. Ich war irre beschäftigt und hatte viel zu tun, aber eigentlich schon genug Zeit zum Fotografieren und trotzdem hatte ich keine Ideen. Teilweise raubte mir die Trockenheit ein wenig den Nerv, teilweise habe ich einfach nichts zustande bekommen. 

Immerhin konnte ich am 30.9. doch noch einmal frühmorgens raus und es bot sich mir eine beeindruckende Inversionswetterlage im Rheintal bei Wiesbaden. 

Geschafft!

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Im dritten Anlauf hat es mit der Tour durch das steinerne Meer endlich geklappt.
Bereits Donnerstag vormittags fuhren wir in unser Basislager in Inzell. Natürlich ist das  etwas weit von Berchtesgaden entfernt, aber dafür gab es eben noch Unterkünfte.

Freitag früh ging es dann, wie die letzten zwei Jahre schon, mit dem Schiff nach St. Bartholomä. Von dort stiegen wir diesmal die Saugasse hinauf. Anders als die letzten Jahre war das Wetter stabil. Der Weg war schweißtreibend aber dennoch einigermaßen einfach. Mit vielen Pausen kamen wir alle gut am Kärlingerhaus am Funtensee an. Der Funtensee liegt wunderbar eingebettet zwischen den Bergen in einer Mulde. Den Abend verbrachten wir entspannt an Hütte und See und fielen recht früh in die Betten.

Am nächsten Tag stand die einfachste Etappe der Tour, zum Ingolstädter Haus auf dem Programm. Im Nebel brachen wir auf und je weiter wir die Talmulde hinaufkletterten, desto magischer wurde das Licht, bis wir schließlich auf einen regelrechten Nebelsee blickten.
Oberhalb der Baumgrenze wurde die Landschaft dann immer felsiger und man bekam eine Ahnung, wieso die Gegend steinernes Meer genannt wird. Immer wieder sahen wir am Weg Murmeltiere, die sich sonnten. Sehr früh, noch bevor wir einchecken konnten, kamen wir am Ingolstädter Haus an. Deshalb beschlossen wir noch den kleinen Hundstod zu besteigen. Wir bekamen einen Vorgeschmack auf den nächsten Tag, denn der Aufstieg war dann nicht mehr so leicht zu laufen und die Stöcke waren sehr hinderlich. Großartig übrigens, dass wir uns am Ingolstädter Haus kleine Rucksäcke leihen konnten und nicht das ganze Gepäck mitnehmen mussten.Die Aussicht vom kleinen Hundstod hinab ins Saalachtal und über Saalfelden auf der einen und ins steinerne Meer auf der anderen Seite war wirklich wunderbar.
Über die schlaflose Nacht in der eigentlich sehr schönen Hütte breite ich einen Mantel des Schweigens.

Die dritte Etappe führte uns zunächst zum Riemannhaus. Quer durch das steinerne Meer führt der unwegsame Pfad. Wirklich schwierig ist er nicht, aber irgendwie anstrengend nach einer durchwachten Nacht. Gegen Mittag kamen wir am Riemannhaus an. Es ist vielleicht die am spektakulärsten gelegene Hütte, die wir besuchten. Aber wir kehrten nur kurz ein und wanderten weiter zurück zum Kärlingerhaus. Diese Etappe empfand ich am unspektakulärsten. Die Wege waren zwar besser als zwischen Ingolstädter Haus und Riemannhaus, aber das stete Absteigen raubt doch ein wenig den Nerv und geht in die Knie.

Die letzte Nacht verbrachten wir wieder im Kärlingerhaus. Morgens hatten wir zum Start der letzten Etappe dann wieder diese wunderbare Nebelstimmung. Anders als geplant, wanderten wir nicht über die Wasseralm zurück, sondern wieder direkt über die Saugasse. Runter ist der Weg noch deutlich fieser als hoch und ich habe jetzt noch einen tüchtigen Muskelkater vom Absteigen. Immerhin kamen wir alle gesund und munter unten an.

Zur Belohnung gönnten wir uns abends dann leckeres Essen im Restaurant Platz in Inzell. Absolute Empfehlung, aber das Fett ist wieder drauf! 😀

Tja… was soll ich sagen. Endlich haben wir es geschafft! Danke nochmal an Alex, Silvana und Stephan für das schöne, lange Wochenende.

Mond, Mars & Myrtilles

Am Wochenende habe ich mit Johannes einen Kurztrip in die Vogesen unternommen. Es war ein Wochenende geprägt von Naturbeobachtung (Mond und Mars) und kulinarischen Köstlichkeiten (der berühmten Tarte aux Myrtilles – Blaubeertarte).

Freitag

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Direkt nach der Arbeit sind wir Freitags los.Nach langer, hauptsächlich wegen der Staus in Süddeutschland anstrengender Fahrt, kamen wir am erst Abends am Hotel an. Nach einer kurzen Pause fuhren wir schon weiter, denn es war ja der Tag der Mondfinsternis. Das besondere an dieser Finsternis war, dass neben der Länge der Finsternis auch gleichzeitig der Mars sehr hell direkt beim Mond zu sehen war. 

Gegen 20:00 waren wir an unserem Ziel angekommen, nämlich beim Ringelbühlkopf im Réserve Naturelle de Tanet-Gazon du Faing. Die Sonne war schon fast verschwunden, aber in dichten Wolken nur zu erahnen, als wir einen Platz suchten. Schließlich fanden wir einen geeigneten Ort und bauten auf. Nach einer Stunde des Wartens, die Mondfinsternis sollte schon längst begonnen haben, wurde ich etwas nervös, ob wir in die richtige Richtung schauten, oder ob vielleicht Quellwolken über dem Schwarzwald den Mond verdecken. 

Tatsächlich erspäten wir dann aber einen schwachen, rötlich schimmernden Mond. Offenbar war es doch etwas dunstig und noch zu hell für gute Sichtung gewesen.

Je dunkler es wurde, desto spektakulärer wurde das Schauspiel, erst sahen wir den Mond immer deutlicher, dann kamen Sterne raus, den Mars sahen wir erst etwas später, denn er war noch verdeckt und schließlich zeigte sich noch die Milchstraße – bei Vollmond. Etwas derartiges habe ich noch nicht erlebt. Sensationell!

Wir blieben bis zum Ende der Finsternis und fielen dann nach der Rückfahrt ins Hotel direkt in den Schlaf. 

 

Samstag

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Samstags hatten wir eine Besichtigungs- und Wandertour geplant. Wir starteten am Grand Ballon – das Wetter war sehr bescheiden und sehr windig. Ein Wunder, dass wir am letzten Abend solch ein Glück hatten.Wir blieben nicht lange dort, aber wie das immer so ist: irgendwie finde ich immer Orchideen. Dieses Mal eine Pseudorchis albida. Vermutlich nichts besonderes für das Biotop und dennoch freut mich das jedes Mal.

Der zweite Stop war der Hohneck. Hier unternahmen wir eine sehr anstrengende Wanderung, bei noch schlechterem Wetter. Zwar regnete es nicht richtig, aber der Wind war extrem anstrengend. Die Ausblicke entschädigten aber für die Mühen. Immer wieder sahen wir Falken im Wind fliegen, wie elegant diese Vögel der Natur trotzen! Schon ein Schauspiel. Gegen Ende des Weges gab es dann tatsächlich noch die von mir vorhergesagten Gemsen. Fand ich extrem cool: ich sage etwas an und es passiert.

Zum Abschluss des Tages unternahmen wir eine zweite Wanderung im Gebiet, dass wir Freitags schon besuchten. Dieses Mal aber am späten Nachmittag. Wundersamerweise war das Wetter jetzt fast perfekt und wir konnten die Tour richtig genießen. Vielleicht ist die Ecke tatsächlich die spektakulärste Landschaft, die wir besuchten. Die Hochfläche schimmerte im Sonnenlich violett vor blühendem Heidekraut, überall standen die Fruchtstände des gelben Enzians und darüberhinaus fanden wir einen reich gedeckten Tisch mit Blaubeeren vor. 

 

Sonntag

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Sonntags fuhren wir direkt nach dem Frühstück schon in Richtung Norden. Nach einer langen Fahretappe über sich windende Straßen in den Vogesen führte uns die Suche nach einer Tankstelle schließlich wieder in die Rheinebene. Schnell ging es über französische Autobahnen in die Pfalz zu einem kurzen Zwischenstop am Teufelstisch. Ich bin immer wieder angetan von der Ecke. Es ist wirklich wie Utah, nur eben alles ein wenig kleiner, aber dafür nicht so karg. Zu meinem großen Ärger war aber leider die B10 gesperrt und zwang uns zu einem monströsen Umweg. Immerhin schafften wir noch einen weiteren Stop bei einem Bienenfresserbiotop in der Pfalz.

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