Irland 2009

Dublin 11_sm

2009 hatte Verena die Idee nach Irland zu fahren. Es sollte unser erster gemeinsamer größerer Urlaub sein.
Die Reise startete garnicht ungewöhnlich in Dublin.
In der Nähe von Temple Bar hatten wir unser erstes Zimmer. Temple Bar ist ein sehr lebhaftes Viertel mit vielen Straßenkünslern. Unter anderem furchterregenden Todeselfen und geschickten Limboexperten.
Dublin hat recht viel zu bieten. Von alten Kirchen (St. Patrick’s) und Kulturgütern (Book of Kells) über Stätten der düsteren neueren Geschichte (Killmainhams Gaol) bis zu Einkaufsvierteln und Parks.

Wicklow Mountains 17_sm

Von Dublin aus ging es nach Süden in die Wicklow Mountains. Das Kloster Glendalough ist ein faszinierender Bau und der Wicklow Mountains National Park hat irre schöne Wanderwege. Die ganzen Grüntöne sind als Mitteleuropäer schon unwirklich.Allerdings wurden wir auch von blutsaugenden Fliegen gejagt. Die Rache folgte ein paar Tage später, als diese winzigen Fliegen über unserem Gaskocher abstürzten und so zu einer nahrhaften Beilage zur Suppe wurden.

Brownshill Dolmen 27_sm

Auf der Weiterfahrt nach Süden folgte ein kurzer Zwischenstop am Brownshill Dolmen. Ein riesiges Zeugnis der Megalithkultur inmitten eines Getreidefeldes.

Kells Priory 33_sm

Nach einem kurzen Zwischenstop in Kilkenny fuhren wir zur Kells Priory. Der Ruine eines berühmten irischen Klosters.

Cork und Umgebung 38_sm

Nächster Stop war Cork, von wo aus wir mehrere Ausflüge machten Unter anderem zum Blarney Castle. Das Schloß liegt in einer sehr hübschen Parkanlage.  Natürlich küssten wir auch den Stein der Sprachgewandtheit. Geholfen hat er mir nicht.

Drombeg Stone Circle 42_sm

Ein anderes Ziel in der Nähe von Cork war der Drombeg Stone Circle. In diesen Steinkreisen umfängt einen schon ein eigenartiges Gefühl. Mitunter findet man in den Kreisen sogar Opfergaben, die vermutlich von Neuzeitdruiden oder Hexen stammen.

Ring of Beara 46_sm

An der Südküste entlang fuhren wir über Glengariff in Richtung Ring of Beara. Die Seilbahn zur Dursey Island war leider außer Betrieb. Immerhin sahen wir in der Passage zwischen Insel und Festland Delphine ziehen. Insgesamt eine sehr ursprüngliche Halbinsel wiederrum mit Dolmen und Steinkreisen.

Skellig Michael 78_sm

Am nächsten Tag hatten wir uns kurzfristig eine Fahrt zur Insel Skellig Michael vorgenommen. Der Besuch des Weltkulturerbes ist nur wenigen Leuten am Tag gestattet. Als wir jedoch an der Anlegestelle ankamen, wo das Schiff auslaufen sollte, sahen wir nur ein Schiff im Trockendock. Wir sprachen dendort arbeitenden Besitzer an, der uns eine Telefonnummer gab und den Hinweis, dass 20km weiter ein anderer Anbieter auch dorthin fahren würde. Allerdings wäre das zeitlich wohl sehr eng und wir sollten uns sputen, falls wir die Überfahrt dort noch mitmachen wollten. Wir riefen also an und reservierten uns Plätze. Gleichzeitig erfuhren wir, dass wir wohl nur bar zahlen dürften. Also rasten wir mit dem Auto über die engen Straßen zu einem Bankautomaten, der glücklicherweise auch funktionierte und kamen mehr als pünktlich am Boot an. Der Besitzer schaute etwas ungläubig, dass wir das noch rechtzeitig geschafft hatten. Die Stresserei hatte sich aber mehr als gelohnt. Zunächst fuhr das Schiff an einem Vogelfelsen mit über 20000 Brutpaaren Basstölpel vorbei. Das war schon ein sehr beeindruckender Anblick. Das Wetter war mäßig gut, als wir schließlich an der Skellig anlegten. Wir wurden schon auf dem Boot auf die Geschichte der Insel und die Papageitaucher aufmerksam gemacht. 588 wurde dort auf der über 200m hohen, steilen Felsinsel ein Kloster errichtet.Das Kloster überstand sogar einen Angriff der Wikinger im Jahre 823.

Vom Anleger winden steile Treppen den Berg hinauf. Die heimlichen Herrscher der Skellig Michael sind die Papageitaucher, die zu gefühlten tausenden die Insel Bevölkern. Teilweise musste man aufpassen, dass man nicht auf einen der unter den Steintreppen hausenden Vögel tritt. Es war schon ein bisschen lustig aus einer Mauer von einem Papageitaucher angekeift zu werden, weil man zu nah war. Verhindern konnte man das aber nicht, weil der einzige schmale Weg zum Kloster dort entlang führte.
Oben angekommen riss der Himmel auf und uns stockte der Atem. Das Kloster an dieser Stelle ließ mich nur sprachlos staunen. für uns beide war dieses Erlebnis sicher der Höhepunkt der Reise.

Auf der Rückfahrt zeigte uns der Schiffsführer noch Seehunde und weitere Seevögel. Skellig Michael ist unser persönlicher Geheimtip für alle Irlandreisenden.

Ring of Kerry 89_sm

Weiter ging es auf dem Ring of Kerry. Typische irische Lanfschaft mit viel Grün,Meer, Bergen und Zeugnissen keltischer Geschichte, wie zum Beispiel einen Oghamstein. Diese Steine sind in einer eigenen Schrift beschrieben und stammen aus dem 4.-6. Jahrhundert.Vermutlich markierten diese Steine Grabmäler oder Landbesitz.

Dingle 96_sm

Bevor wir wieder in diese Gegend fuhren, machten wir uns auf den Weg auf die Dingle Halbinsel. Auf dieser Halbinsel liegt das gleichnamige Dorf. Der berühmteste Einwohner der Stadt ist Fungi, der Delphin. Dieser schließt sich Booten an, die den Hafen verlassen. Natürlich nahmen wir an einer solchen Fahrt teil.
Landschaftlich ist Dingle auch sehr reizvoll. Extrem schmale Straßen, Pässe und auch hier die keltischen Überreste prägen die Halbinsel.

Killarney Nationalpark 102_sm

Zunächst ging es wieder nach Süden in den Killarney Nationalpark. Die grünen Wälder und Weiden und tiefblauen Seen inmitten einer rauhen Berglandschaft gewähren traumhafte Ausblicke. Spät abends ging es durch die Gap of Dunloe zum Campingplatz.

Cliffs of Moher 108_sm

Im County Clare sollten die nächsten Reisehöhepunkte folgen. Zunächst fuhren wir zu den berühmten Klippen von Moher. Diese entpuppten sich aber leider als absolute Touristenfalle. Anders als in Erzählungen war von Ursprünglichkeit nicht mehr viel zu sehen. Ein überteuerter Touristenparkplatz, ein modernes Informationszentrum und übermäßig abgesicherte Klippenwege hinterließen einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits sind die Klippen schon beeindruckend, aber durch die Sperren kommt man nicht dazu, dass man viel sieht und man kommt sich ausgenommen vor. Man zahlt einfach überall. Parkplatz, Infozentrum, Aussichtsturm… nee.

 

Burren 109_sm

Etwas enttäuscht fuhren wir zum Burren, der für seine archäologischen und botanischen Schätze in einzigartiger Landschaft bekannt ist. Der Burren machte die Enttäuschung allerdings mehr als gut. Schon bei der Anfahrt fielen uns die zahlreichen Orchideen am Straßenrand auf und sorgten für große Freude. Auf dem Zeltplatz angekommen, fragten wir auch nach guten Fundorten von Orchideen und bekamen auch gute Tips. So war es ein leichtes, auf den kleinen Weiden in der Karstlandschaft, etliche Orchideen zu finden. Insbesondere die vielen Pyramidenorchis, die wir durch den Tip fanden, begeisterten mich. Verena setzte sich auf einen Stein mitten in der Weide und sammelte sich so 13 Zecken ein. Überraschenderweise fand sich hier auch die Silberwurz, die eigentlich bei uns in den Alpen vorkommt. Eine botanische Schatzkiste. In der artenreichen, ursprünglichen Landschaft stehen dann auch etliche Dolmen und beeindruckende Keltenkreuze inmitten der Orchideen. Besonders beeindruckend war der Poulnabrone Dolmen.

Connemara & Donegal 135_sm

Nach dem Burren fuhren wir nach Norden in Richtung Connemara.Neben der sehenswerten Landschaft hielt Connemara echtes irisches Wetter für uns bereit.Aus diesem Grund nutzten wir einige Male in Bed&Breakfast.Das miese Wetter begleitete uns mehrere Tage auch bei der Weiterfahrt durch Donegal, wo wir zum Beispiel die Slieve League, monströs hohe Klippen bewunderten.

Causeway Coast 143_sm

Erst als wir in Nordirland ankamen, ließ der Regen nach und das Wetter wurde erträglicher. Der Giant’s Causeway stand an nächster Stelle auf der Rundreise. Zu Säulen erstarrter Basalt führt wie eine riesenhafte Straße ins Meer. Ein unglaublicher Anblick.
Einer irischen Legende nach wurde der Damm vom Riesen Fionn mac Cumhail errichtet. Herausgefordert vom schottischen Riesen Benandonner, erbaute er den Damm, um nach Schottland zu gelangen. Benandonner nahm die Herausforderung an. Fionn war allerdings vom Bau so ermüdet, dass er sich als Baby verkleidete. Als Benandonner, das vermeintliche Baby sah, erschrak er, denn wie groß müsse erst der Vater eines solchen Kindes sein. Daraufhin floh er zurück nach Schottland und zerstörte den Damm hinter sich. Die Überreste bilden den heutigen Causeway.
Ganz in der Nähe des Giant’s Causeway befindet sich Carrickarede Island. Die Insel kann man über eine Seilbrücke betreten und von dort wunderbar Vögel beobachten.

Belfast 152_sm

Von dort ging es über eine kurze Zwischenstation am Lough Neagh nach Belfast. Belfast bleibt uns als düster in Erinnerung. Unfassbar, dass sich in der EU Menschen für eine Mauer durch die Stadt entscheiden. Insgesamt war die Stimmung seltsam angespannt, wegen der bevorstehenden Orange walks. Wir fühlten sich sehr komisch, als wir falsch abbogen und mit einem Kennzeichen der Republik Irland, die Shankill Road entlang fuhren. Insgesamt eher unangenehm, der Aufenthalt.

Rückreise via Mourne Mountains 157_sm

Der Weg zurück in die Republik Irland führte über die Stationen Clontygora Court Tomb und Goward Dolmen durch die Mourne Mountains. Beides herausragende steinzeitliche Stätten.

Unser Fazit: Wenn man sich für Megalithkultur, Kelten und Grüntöne interessiert, dann ist man in Irland genau richtig. Ein wirklich schönes Reiseziel!

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