Japan 2008 – 1

Vorgeschichte

Vor ein paar Jahren erzählte mir ein Freund, dass er wohl in Japan studieren wollte und lud mich ein, ihn dann dort zu besuchen. Bis dahin hatte ich mit Fernost überhaupt nichts am Hut und war zunächst skeptisch. Schließlich entschloss ich mich doch die Reise auf mich zu nehmen. Getreu dem Motto: „Neue Eindrücke, neue Ideen und Horizont erweitern.“
Um nicht vollkommen auf den Freund angewiesen zu sein, besuchte ich einen VHS-Kurs Japanisch (und tue das immer noch). Dies war eine glückliche Entscheidung, denn 3 Wochen vor meiner Anreise sagte mir mein Freund ab. Ich war also auf mich allein gestellt. Außerdem half mir der Besuch bei der VHS, wie auch meine Japanischlehrerin bei der Planung und der Auswahl von Zielen.

Die Reise fand im April 2008 statt, ist also schon ein bisschen her. Dennoch war diese Reise eines der eindrücklichsten und bewegendsten Erlebnisse meines Lebens.
Ich kann das Land als Reiseziel nur empfehlen.

Genug der Vorrede. Ende März erreichte ich via Dubai endlich den Kansai-International-Airport bei Osaka. Das Wetter war trübe, grau und verregnet. Ich habe mich zudem tüchtig in der Stadt auf der Suche nach dem Hotel verlaufen, aber schließlich bin ich doch heil dort angekommen.

Okayama

Am nächsten Morgen brach ich sehr früh in Richtung Hiroshima auf. Ich wollte auf jeden Fall unterwegs den Korakuen-Garten in Okayama besuchen, da ich ein absoluter Pflanzen- und Blumenfan bin.

In Okayama erwartete mich bestes „Blende-11-Wetter“ und dazu der Korakuen in voller Kirschblüte.
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Ich war jetzt richtig in Japan angekommen.

Nachdem ich dort im Garten einige Stunden verbracht und das nahegelegene Schloß besucht hatte, setzte ich meine Reise in Richtung Hiroshima fort.

 

Hiroshima

Hiroshima ist eine sehr lebendige und quirlige Stadt. Die Spuren des Atombombenabwurfes sind natürlich immer noch gegenwärtig und bedrückend. Trotzdem ist es beeindruckend, wie mit der Geschichte umgegangen wird. Ein Besuch des Museums und des Parks sei absolut empfohlen.

Blick aus dem Friedenspark auf den Atombombendom.
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Ein alter Mann, der im Friedenspark Tauben füttert.
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Nach einer kurzen Nacht ging es weiter.

 

Miyajima

Direkt bei Hiroshima liegt eine der drei schönsten Aussichten Japans (Nihon sankei), nämlich auf der Insel Miyajima – viel fotografiert und tatsächlich wunderschön (ich meine die schönste der drei). Wer Japan besucht, muss Miyajima unbedingt auch gesehen haben.

Bei der Anreise mit der Fähre blickt man auf diese Pagode.
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Das berühmte Torii des Itsukushima Schreins von Miyajima aus.
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Fromme Wünsche am Wegesrand auf dem Weg hoch auf den Misen-San.
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Blick von unterwegs auf die Seto-Inlandssee. Ein absolut empfehlenswerter Aufstieg mit traumhaften Ausblicken.
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Meine ersten Japanmakaken. Und ja, die sind in freier Wildbahn aufgenommen. Sie sind nicht besonders scheu und lassen sich recht gut ablichten. Wenigstens sind sie nicht so frech, wie die allgegenwärtigen Hirsche (Shika). Dazu später mehr.
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Fukuoka

Die Reise nach Süden wurde fortgesetzt. Von Miyajima ging es weiter nach Fukuoka. Fukuoka ist eine der ältesten Städte in Japan, da sie durch die Lage im Norden von Kyushu vom Festland sehr gut erreichbar war. Fukuoka ist vor allem bekannt für die Essbuden am Ufer des Naka-Flusses. Hier gibt es die besten Yaki-Tori Japans.

Es fällt gleich auf, dass die Leute auf Kyushu im Süden sehr viel offener und interessierter an Besuchern sind, als ich das im Osten/Nordosten festgestellt habe. Allerdings geht hier mit Englisch wirklich nicht mehr viel. Ausländische Touristen gibt es auch kaum, obwohl es auch hier sehr viel zu sehen gibt. Vor allem, wenn man an Vulkanismus interessiert ist.

Kumamoto

Die Reise führte mich von Fukuoka nach Kumamoto. Nach dem Gang vom Bahnhof durch eine recht schmucklose Stadt kam ich zum prachtvollen Schloß, dem Kumamoto-Jo.

Leider war das Wetter bedeckt. Trotzdem beeindruckte das Schloss mich sehr.
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Aso

Kumamoto war aber nur Umsteigestation auf dem Weg zum Supervulkan Aso. Inmitten einer riesigen Caldera gibt es hier einige aktive Vulkane. Mt. Aso ist einer größten aktiven Vulkane der Welt. Hier sieht man den aktiven Krater des Nakadake aus einiger Entfernung.
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Das Gebiet ist wunderbar zum Bergwandern geeignet. Auch hier gibt es traumhafte Blicke hinab in die Caldera. Angeblich ist das Wetter auf den Gipfeln oft schlecht, bei mir kamen die Wolken alle aus dem Nakadake und es roch teilweise fürchterlich. An der Bergstation wird auf riesigen Tafeln der Schwefeldioxidgehalt angezeigt und unter Umständen der Zugang zum Krater gesperrt.

Aso ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht schwer zu erreichen, weshalb sich aber auch wenige ausländische Touristen dort einfinden. Dort gibt es keine Superschnellzüge, sondern lediglich Busse und kleine Bummelzüge wie diesen.
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Beppu

Von Aso ging es mit einem solchen Zug weiter nach Beppu, einem berühmten Badeort in Japan. Aber auch hier sind ausländische Touristen rar. Wer sich für Geysire und heiße Quellen interessiert, wird hier einiges finden. Leider sind die Sehenswürdigkeiten oft aufgemacht wie billige Themenparks. Die Stadt ist aber trotzdem absolut sehenswert. Ich fand, dass es eine der angenehmsten Städte in Japan war. Die Lage von Beppu erinnert stark an Städte am Mittelmeer.

Eine heiße Quelle, die sogenannte Bluthölle:
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Ein Schlammtopf (ich glaube er heißt Mönchkopfhölle oder zumindest so ähnlich, weil die Blasen oft aussehen, wie kahle, runde Köpfe):
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Ein buddhistischer Friedhof:
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Auf meiner Wanderung durch die Stadt fiel mir auf, dass auf einem Hügel mittags zahlreiche Fotografen waren und die Kameras auf den gegenüberliegenden Berg richteten. Es war dort allerdings überhaupt nichts zu sehen. Es sprach mich dann jemand an, ob ich auch zum Feuerfestival in Beppu sei. Ich wusste nichts von einem solchen Festival, entschloss mich aber dazu, abends noch einmal an diese Stelle zurückzukehren. (einer der zahlreichen absolut glücklichen Zufälle) Bei diesem Festival wird die Seite eines Berges angezündet und das Gras und Gestrüpp brennt in meterhohen Flammen ab. Als ich abends an die Stelle zurückkehrte war alles voll mit Fotografen. Ich habe noch nie so viele Kameras auf einem Haufen gesehen wie dort. Selbst die Balkone der Häuser waren besetzt. Ich stellte mich mit dem Stativ in zweiter Reihe auf und sah mir das Schauspiel staunend an.
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Eine Reise nach Kyushu kann ich jedem ans Herz legen, der abseits der bekannten Routen Urlaub machen will. Die Leute sind ausgesprochen offen, freundlich und hilfsbereit, wenn auch meist kein Englisch möglich ist.
Sollte ich nocheinmal nach Japan kommen, werde ich in Kyushu noch mehr Zeit verbringen. Nagasaki und Kagoshima habe ich leider aus zeitlichen Gründen nicht besuchen können.

Tokyo

Tokyo ist sicher die lebendigste Stadt, die ich bisher besucht habe. Über 30 Millionen Menschen in der Metropolregion sorgen dafür, dass ich mir Sonntag morgens erstaunt die Augen rieb, als ich durch Shinjuku ging. Ich wollte dort nach Harajuku und zum Yoyogi Park um mir Leute anzuschauen. Harajuku ist ein Viertel, wo hauptsächlich junge Leute unterwegs sind. Begünstigt durch das gute Wetter war es extrem voll.
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Allerdings wenn man um zwei Ecken biegt, dann bieten sich einem solche Anblicke: Ein Flohmarkt in Harajuku:
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Man sieht, dass es in Tokyo dann doch auch westliche Touristen gibt.

 

Nikko

Am nächsten Tag beschloss ich recht kurzfristig einen Ausflug nach Nikko zu machen. Nikko ist eine kleine Stadt mit einer riesigen und sehr sehenswerten Tempelanlage. Nikko ist etwa 100km von Tokyo (Ueno) entfernt. Die Tempel liegen mitten im Wald in den Bergen und sind ein Unesco Weltkulturerbe. Auch hier kann ich einen Besuch sehr empfehlen, auch wenn sich hier Touristenmassen durchwälzen. (Kommt ja nicht von ungefähr – Nikko ist eben sehr bekannt und sehr gut erreichbar)
Ich hatte „Glück“ und es fing nach 2 Stunden dort derartig zu regnen an, dass ich mich fast über Schwimmflügel gefreut hätte. Der Atmosphäre dort war das aber eher zuträglich. Denn zum einen lösten sich die Massen doch recht schnell auf und zum anderen passt es sehr gut zu dieser Anlage.

Die Shinkyo-Brücke (noch ohne Regen). Diese durfte früher nur vom Shogun überquert werden. Heutzutage darf man das für 350Yen. (als ich da war waren das 2EUR – und mehr als die Überquerung hat man davon tatsächlich nicht – typische Tourifalle)
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Ein Tempelgebäude im Regen. Ich denke man versteht, was ich meine mit dem Regen und der Atmosphäre.
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Nass bis auf die Knochen ging es zurück nach in mein Hotel nach Shiodome/Tokyo.

 

Kamakura

Am nächsten Tag beschloss ich wiederrum kurzfristig, bei erneut fiesem Wetter, einen Abstecher nach Kamakura zu machen.
Kamakura ist ein recht beschaulicher Ort. Auch er ist sehr gut von Tokyo erreichbar, jedoch bei weitem nicht so voll wie Nikko.
Kamakura ist berühmt für seinen Bronzebuddha.
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Bei dem schlechten Wetter war man mit einem schicken Regenschirm natürlich klar im Vorteil.
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weiter zum zweiten Teil

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