USA 2007

Chicago (26.4.-28.4.)

In Chicago stoppte ich für 2 Nächte zwischen, um meinen guten Kumpel Rodent, den ich schon zweimal an der Ostküste getroffen hatte, wiederzusehen.
Chicago hat mir wirklich gut gefallen. Das Wetter war zwar grenzwertig schlecht, aber die Skyline beeindruckte mich extrem (ich persönlich fand die Silhouette schöner als die von NYC). Vor allem das John Hancock Center und der Sears Tower sind absolut beeindruckend. sears_sm Chicago bietet auch viel Möglichkeiten für Unternehmungen. ohgnoes_getting_mugged_in_chicago_sm Alles gut gegangen 😉

San Antonio – Remember the Alamo! (28.4.-29.4. und 4.5.-7.5.)

Von Chicago ging es weiter nach San Antonio, dem eigentlichen Ziel meiner Reise. In San Antonio wollte ich meinen Freund Dale besuchen. San Antonio ist eine Millionenstadt und auch die zweitgrößte Stadt in Texas. In Deutschland ist die Stadt komischerweise kaum bekannt. Sehr sehenswert ist hier der Riverwalk. Entlang eines Kanales kann man dort spazieren gehen und den sehr eigenen Charm der Stadt genießen.
river_walk_sm Das Viertel wirkt ungemein europäisch. Sehr angenehm.
Historisches Highlight der Stadt ist das Alamo. . alamo_sm Diese zum Fort ausgebaute Mission spielte im texanischen Unabhängigkeitskrieg eine große Rolle.

Guadalupe Mountains NP – „Texas is like the USA… just bigger!“ (29.4. – 30.4.)

„Texas is like the US… just bigger“ ist ein Spruch, den wir von einem Texaner zu hören bekamen und irgendwie stimmt der auch. Wir fuhren nachmittags in San Antonio los und gegen 3 Uhr Nachts waren wir im Guadalupe NP im Westen Texas‘. Die Ausmaße von Texas sind einfach enorm.
Ich hatte geplant morgens den Guadalupe Peak zu besteigen, immerhin mit 2667m der höchste Berg in Texas. Allerdings machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. el_capitan3_sm
Es war gewittrig und bewölkt und so unternahmen wir nur einen kleinen Rundgang, fotografierten den Berg von unten aus.Caverns NP. guadaloupe1_sm
Schließlich fuhren wir weiter nach Norden zum Carlsbad

Carlsbad Caverns NP – „You ain’t seen nothing yet!“ (30.4.)

Als wir ankamen war ich erst wenig beeindruckt von diesem Park. Es ist einfach eine unwirtliche, unspektakuläre, wüste und trockene Gegend. Wir fuhren zunächst einen Rundweg bevor wir dann in die Höhle aufbrachen.
Schon der Eingang zur Höhle war riesig. Ein gewundener Weg führt hinab in das gigantische Höhlensystem. Auf dem Weg nach unten hielt ich schon öfters staunend an. carlsbad5_sm
Die Tropfsteine hier waren schon größer, als alles was ich bisher in Deutschland gesehen hatte. Dale bemerkte mein fassungsloses Staunen und merkte nur trocken an: „You ain’t seen nothing yet.“ Und er hatte recht… die großen Säle unten in der Höhle sind atemberaubend. Es gibt 60m hohe riesige Kammern und über 20m hohen Stalakmiten. Riesige Vorhänge aus Tropfstein hingen von der Decke. Die Besucher verloren sich andächtig staunend geradezu in der Höhle, anders als in den engen, eher lauten Schauhöhlen, die ich bisher so kannte. carlsbad1_sm carlsbad2_sm carlsbad3_sm
Ein unbegreiflich schönes Erlebnis. Der Rückweg nach oben geschah mit einem Aufzug.
Die Höhlen machten jedemfalls dem Slogan von New Mexico „Land of Enchantment“ alle Ehre.

Roswell (1.5.)

Der nächste Zwischenstop war Roswell. In Roswell ist einfach alles außerirdisch. Es wird wirklich auf eine sehr lustige Art und Weise der angebliche Absturz eines UFOs ausgeschlachtet. roswell2_sm Die Straßenlaternen haben die Form von Aliens, es gibt ein UFO-Museum und auch Lokale greifen das Thema auf. roswell_sm Der „beste Burger des Universums“ im „Cover-Up Café“ war übrigens wirklich sehr gut.

White Sands NM (1.5.-2.5.)

Von Roswell aus ging es in Richtung Westen über eine Passhöhe nach Alamogordo. Unterwegs wurden Erinnerungen an Karl May wach, denn man kommt durch das Kaff Mescalero. Man sah von dort oben schon die Gipswüste weiß schimmern. Nach einer Nacht in Alamogordo fuhren wir dann nach White Sands hinein. Die Wüste ist grellweiß wie frischer Schnee. Ohne Sonnenbrille ist das Licht absolut unerträglich. Ich entschloss mich den Alkali Flat Trail zu wandern. Der Trail ist nicht ganz 8km lang und führt durch die Dünen zur Alkali Flat. white_sands_duneedge_sm whitesands4-2_sm Der Weg eröffnet wirklich tolle Aussichten auf diese unwirkliche Landschaft.
whitesands_marker_sm Die Markierungen des Trails sind teilweise schon vom Sand verschluckt.
Das Wandern in der gleißenden Landschaft war beinahe schon ein spirituelles Erlebnis.
whitesands_vegetation_sm Düne folgt auf Düne… ws_alkali_flat_sm bis man schließlich auf die Ebene kommt.

VLA (3.5.)

Da Dale ein großer Astronomiefan war, besuchten wir als nächstes das VLA westlich von Socorro.
long_straight2_sm
Die bekannten Radioteleskope sind inmitten einer großen Ebene auf Schienen beweglich aufgestellt. vla_tracks_sm
Wie ein Riesenballett neigen sich die Schüsseln in eine Richtung. pano_sm
Am Horizont kündigte sich ein Gewitter an und tauchte die Anlage in ein gespenstisches Licht. vla-wetter_sm
Rund um das VLA sahen wir auch Pronghornantilopen… prongs_sm und den Hasen, jackwabbit_sm der alles bezeugt.

Winston, NM (3.5.)

Wir hatten eigentlich in Socorro noch gedacht, dass Tanken eine gute Idee wäre…der Tank war aber noch halb voll. Hätten wir das besser mal gemacht. Schon am VLA war nicht mehr viel Benzin im Tank. Die Gegend ist sehr ländlich… cattle_guard_sm Wir waren schon ein gutes Stück nach Süden gefahren, als wir bemerkten, wie knapp es war. Als wir schließlich nach Winston kamen rollten wir vor einem Lädchen mit Zapfsäule aus. Zu unserem Unglück war der Laden zu und der Ort wirkte wie ausgestorben… bis auf einen Mann, der mit seinem Sohn auf der Straße Baseball (werfen und fangen) spielte. Wir fragten schüchtern, ob er uns weiterhelfen könne, da uns das Benzin ausgegangen sei. Er antwortete: „Klar. Ich frage meine Frau, ob sie nochmal die Tankstelle aufschließen kann.“ Sie bekam ein Extratrinkgeld. Wir waren so glücklich, dass das so gelaufen war.

Marfa (4.5.)

Wieder zurück in Texas machten wir einen Abstecher nach Marfa um die Mystery Lights zu sehen. So irre mysteriös war die Geschichte nicht. Die Lichter entpuppten sich nach anfänglicher Verblüffung bei genauerem Hinschauen und Überlegen als Autoscheinwerfer und deren Reflexionen. marfa3_sm Das wesentliche spektakulärere war der klare Sternenhimmel. jupiter_sm Sehr schön waren mit dem Teleobjektiv die 4 großen Jupitermonde zu erkennen.

McDonald Observatory (4.5.)

Die zweite Astrostation war das McDonald Observatory in Texas. mcdonald-obs_sm Wir erreichten das Observatorium im Morgengrauen und setzten uns vor das Besucherzentrum und warteten auf die Öffnung. Vor den Angestellten kamen allerdings die Kolibris, um sich dort zu stärken. kolibritxsm nother_kolibri2_sm nother_kolibri_sm

Die Führung durch das Observatorium ist auch wirklich empfehlenswert. Leider haben wir dort keine Nachtführung gemacht. Der Sternenhimmel dort gilt als einer der besten Nordamerikas. Die Gemeinden in der Nähe (von denen es nicht viele sind), sind dazu verpflichtet alle Lichtquellen nach unten zu richten wegen der Lichtverschmutzung und es liegt an sich schon sehr weit draußen, sehr hoch und hat klare Luft.

Von dort ging es zurück nach San Antonio und dann schließlich heimwärts.
Ich bin sehr froh, den Trip unternommen zu haben, denn leider ist Dale inzwischen gestorben und das war meine einzige Gelegenheit ihn persönlich zu treffen. Danke für die guten Zeiten!

Ein Gedanke zu „USA 2007

  1. Was für ein schöner kleiner Reisebericht. Rund und farbig, mit den Fotos.
    Vielen Dank – ich war auch mal in Texas, allerdings bei Eis und Frost, und habe nur bad vibes mitbekommen dort. Bin ganz erstaunt, was man da zu sehen
    bekommen kann…schöne Fotos. Das mit den 2 Rindern, lustig. Das nach dem Sturm(?) am Anfang, so schön seltsam. Das Technoballett. also merci nochmals.
    hrn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.