USA 2010 – Mojave, die blühende Wüste

Joshua Tree NP 0020_sm
Von unseren Bekannten aus brachen wir zum nahe gelegenen Joshua Tree NP auf. Der Park ist sehr sehenswert. Wahrzeichen des Parks sind die Joshua Trees, eine Yuccaart.Die eigenartig anmutenden Bäume blühen nur alle 10 Jahre, wenn der Regen ergiebig genug war. Wir hatten das Glück, tatsächlich einige blühende Exemplare zu sehen. Der Park bietet in wüstenähnlicher Landschaft auch bizarre Steinformationen. Er beherbergt eine Vielzahl von Kakteen und anderen Wüstenpflanzen. An Tieren bekamen wir lediglich riesige schwarze Eidechsen zu Gesicht.

Antelope Valley – California Poppy reserve 0028_sm
Am folgenden Tag fuhren wir weiter vom Joshua Tree NP zum Antelope Valley. Dort findet jedes Frühjahr eine Massenblüte des Kalifornischen Mohns statt. Die ganze Landschaft leuchtet in Warnwestenorange – ein überwältigender Anblick. Neben dem Mohn gibt es zwar durchaus auch viele andere Blüten in allen denkbaren Farben, der Mohn dominiert aber durch seine kräftige Farbe. Leider (für mich) war es für die Klapperschlangen, die es dort häufig geben soll zu früh (eventuell besser so). Kaum zu glauben, dass es sich hier um eine Wüste handelt (Westrand der Mojavewüste). Im Sommer ist dort wohl alles Grün verdorrt und die Landschaft eintönig braun.

Death Valley NP
Durch Owens Valley ging es in Richtung Death Valley NP. Leider war die Zeit zu kurz, um die Berge (Mt. Whitney) und die vielen Steinbögen dort zu besichtigen (Mobius Arch).

0030_sm Mesquite Sanddunes

Death Valley empfing uns zunächst mit der unwirtlichen Gegend um die Mesquite Sanddunes. Auch hier gab es dank der Frühjahrsniederschläge spärliches Grün. Dominiert wurde die Gegend aber von Sand und Bergen. Wir schlugen das Zelt auf dem Furnace Creek Zeltplatz auf. Es war schon recht warm und windig, weshalb das Zelten zwar eine staubige Angelegenheit war, aber von den Temperaturen im Sommer von 50° Grad im Schatten waren wir sehr weit entfernt.

0048_sm Blütenmeer vor der Panamint Range

Der erste Ausflug führte uns in den Süden des Tals. Man erwartet dort ja lebensfeindliche Salzwüste und Asche. Tatsächlich war die Landschaft auch hier übersät von Millionen Blüten. Uns stockte der Atem bei diesem Anblick. Es dominierten hier gelbe Korbblütler, aber tatsächlich gab es hier noch mehr unterschiedliche Blütenformen und -farben. Mich als Blumenfreund brachte das fast zum Weinen, wie die Blüten aus der Asche ragen. Noch nie zuvor habe ich ein derartiges Wunder erlebt.
Auch  tierisches Leben fanden wir dort vor. Vögel, Echsen und Insekten bevölkerten die Blumenlandschaft. Man fragt sich, was die Tiere den Rest des Jahres machen, wenn es keine pflanzliche Nahrung mehr gibt.

0053_sm Devil’s Golfcourse

Tatsächlich gibt es aber auch lebensfeindlichen Gebiete, wo nichts mehr gedeiht, sogar während der Blütezeit. Zum Beispiel wächst am Badwater Basin, dem tiefsten Ort Nordamerikas, wirklich nichts mehr. Die gigantischen Ausmaße der Salzpfanne konnte man nur von oben vom Dante’s Peak wirklich einschätzen.
Besondern beeindruckend war auch der Devil’s Golf Course mit seiner unwegsamen Salkruste.

Während des Besuchs schauten wir uns auch einige Canyons und den Artist Drive an. Den Norden des Parks ließen wir diesmal außen vor.
Wir verließen den Park am Zabriskie Point, wo wir noch ein paar Fotos machten.

Ash Meadows 0063_sm
Von Death Valley fuhren wir in Richtung Las Vegas. Durch ein Schild aufmerksam geworden, machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem Platz namens Ash Meadows. Das entpuppte sich als Glücksfall. Zunächst läuft man durch graue, staubige Wüste über einen Bohlenweg. Der Name wurde der trostlosen Landschaft gerecht. Verkrüppelte, niedrige Bäume säumten den Weg. Wie aus dem Nichts stand man dann aber auf einmal vor einem kristallklaren, herrlich blau leuchtenden Bach. Noch nie hätte ich irgendwo lieber gebadet. Leider war das ausdrücklich verboten, denn dort lebt eine endemische Fischart, der Pupfish. Ein Wunder… mitten in der Wüste ein Bach, mit kleinen, blauen Fischen. Es gibt dort sogar noch mehrere, andere Gewässer, jede mit einer eigenen Pupfish-Art. Angeblich gibt es dort neben anderen Endemiten auch eine eigene Orchideenart (Spiranthes infernalis), die wir aber nicht sahen. Wir verbrachten dort einen wunderbaren Nachmittag. Das Gebiet ist absolut empfehlenswert.

Ein herzliches Danke schön an Gabriele Tanner für die Bestimmung von Echse und Vogel! 🙂

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