Kranichtour

Im Oktober zog es mich mit Verena noch einmal nach Norden. Eine der schönsten Ecken des Landes zu dieser Jahreszeit ist sicher der Nordosten. Speziell, wenn man die Kraniche so mag wie wir.

Nach Zwischenstopps in Magdeburg und Linum, wo das Wetter tatsächlich keine guten Fotos zugelassen hat, fuhren wir weiter in den Nationalpark Müritz.

Nationalpark Müritz

Der Nationalpark Müritz hat uns wirklich begeistert. Wir waren jetzt zum ersten Mal hier und haben nur einen ersten Eindruck gewinnen können. Wir hätten wohl viel mehr Zeit verbringen können und wir werden den Besuch auf jeden Fall wiederholen. Untergebracht waren wir im sehr empfehlenswerten Nationalparkhotel Kranichrast mitten im Nationalpark. Wenn man Kraniche und Seeadler beobachten will, dann ist dort eine gute Ausgangsposition. Die Ruhe dort ist einfach herrlich und alles ist in der Nähe und mit Fuß oder per Rad erreichbar.

Am morgen hatten wir eine etwas seltsame Adlertour im Süden des Parks – es war kein Ranger für uns da, obwohl wir und andere die Tour gebucht hatten. Schlussendlich wurde uns der Weg beschrieben und wir führten die Gruppe dann selbst zum Ausguck. Sowas hatte ich auch noch nie. Wir haben aber auch ohne Ranger Adler gesehen.

Abends waren wir dann mit einer geführten Tour beim Kranicheinflug. Das Wetter war auch abends wieder recht schön, nachdem es kurz zuvor geregnet und gehagelt hatte. Leider hatten wir niedrige Wolken am Horizont, so dass wir am Ende kein gutes Licht mehr hatten. Aber die einfliegenden Kraniche aus solcher Nähe zu sehen, war ein magisches Erlebnis.

Den nächsten Tag verbrachten wir im Ostteil des Parks. Der alte Wald dort ist wunderbar. In den feuchten Wäldern fielen uns die vielen Pilze auf und mein Highlight war ein ästiger Stachelbart am Wegrand. Ich habe vorher diesen Pilz noch nie gesehen und entsprechend habe ich mich darüber gefreut.

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Nach der schönen Zeit im Müritz Nationalpark fuhren wir noch für 2 Tage nach Norden an die Küste. Auch hier war natürlich das Ziel die Kraniche zu beobachten.

Leider war dort unsere Unterkunft zwar neu, aber eher bei weitem nicht so schön. Bei diesem Ferienwohnungsanbieter werden wir wohl in Zingst eher nicht mehr buchen.

Nichts desto trotz hatten wir dort auch tolle Erlebnisse. Das Wetter war mit Nebel, Regen, Wind und Wolken zwar wirklich schwierig, aber wir haben an einem morgendlichen Ausflug und bei einer Ausfahrt auf den Bodden doch noch schöne Kranichüberflüge beobachten können. Man sieht dort vermutlich auch deutlich mehr Kraniche als im Müritz Nationalpark, aber die fast intimen, magischen Erlebnisse hatten wir dieses Mal dort nicht.

Mal schnell ein paar Fotos vom Wochenende

Am Samstag bin ich in aller Frühe raus auf’s Feld zu den Hasen. Lange Zeit war nichts zu sehen und ich war schon etwas frustriert auf dem Rückweg. Immer den Gedanken „wenigstens hattest du einen schönen Spaziergang“ im Hinterkopf, als ich dann sah, dass sich auf der letzten Wiese, an der ich vorbeilief alles knäulte. Fasane, Hasen, Rehe… alles in schönstem Gegenlicht. Da ich nicht näher ran robben wollte (Wildschutz und so), fotografierte ich vom Weg aus und die Motive sind sehr klein. Irgendwie gefallen mir die Ergebnisse trotzdem.

Bei den Hirschen am Darß

Recht kurzfristig verabredete ich mich mit berni zu einer Fototour an die Ostseeküste.

Nach einer sehr anstrengenden Anreise traf ich mich mit ihm in Berlin. Die kaputte Salzbachtalbrücke verhindert momentan eine gute An- und Abreise von Wiesbaden. Besonders Bahnreisende wie ich sind da ziemlich aufgeschmissen.

Linum
Unser erster Stopp war in Brandenburg, lange vor Sonnenaufgang. Dort beobachteten wir die ersten Kraniche bei eigentlich recht guten Wetterbedingungen. Leider war etwas zu viel Nebel am Morgen und die Sonne kam nur zögerlich durch. Trotzdem mag ich die Lichtstimmung, denn es gibt den Auftritten der Kraniche etwas mystisches.

Weiter ging es zu unserer Unterkunft in Pruchten. Ich hatte ja noch nie solche Schwierigkeiten, eine Ferienwohnung zu finden. Also nicht zu buchen, sondern die gebuchte Wohnung wirklich zu finden. Nach langem Suchen hatten wir es dann aber geschafft.

Günzer See
Am nächsten Morgen ging es zeitig zum Günzer See. Leider war das sehr enttäuschend, denn die wirklich tollen Beobachtungsmöglichkeiten dort sind leider Geschichte- die Hütten sind bis auf weiteres geschlossen. Schade! Man kann lediglich aus recht großer Entfernung am Kranorama beobachten. Fotografieren ist dort fast unmöglich… gerade, wenn das Wetter so schlecht ist wie bei unserem Besuch. Immerhin gab es zwischendurch große Aufregung unter den Vögeln als ein Seeadler auftauchte.

Darß
Abends waren wir dann bei einer geführten Tour zur Hirschbrunft am Darßer Ort. Das war ein echtes Erlebnis: Wir waren 4 Stunden in strömenden Regen unterwegs. Trotzdem sahen und hörten wir viele Hirsche. Gutes Wetter und gutes Licht wäre in dieser Situation die Kirsche auf der Sahne gewesen. Völlig durchnässt, aber zufrieden kamen wir wieder daheim an. Morgens gingen wir die Tour dann nochmal zu „Sonnenaufgang“ an. Leider war es auch da bedeckt und leider hatte berni wegen der Nässe des Vorabends Probleme mit seinem Tele. Abends ging es dann glücklicherweise wieder.

Barther Bodden
An diesem Abend unternahmen wir nämlich eine Bootstour auf dem Barther Bodden. Auf dieser Tour kann man aus größter Nähe die Kraniche beobachten. Das war auch wieder schön. Ich liebe ja die Kraniche, aber leider war es auch diesmal regnerisch und kalt.

Pramort
Am letzten Tag machten wir uns auf zum Pramort. Wir hatten uns Plätze für abends für den Kranicheinflug reserviert. Am frühen Nachmittag brachen wir auf. Wir mieteten uns Räder und fuhren los in Richtung Pramort. Wegen der Empfehlung des Rangers bei der Hirschtour machten wir einen Abstecher zur hohen Düne. Und tatsächlich: das lohnte sich. Über den Dünen schwebte ein Seeadler. Zudem war das auch fast das einzige Mal, dass das Licht nicht total schrecklich war. Nach einiger Zeit des Verweilens und Beobachtens ging es wieder weiter in Richtung Vogelausguck Pramort. Wie grandios dieser Ort ist: auch dort waren die Hirsche unterwegs. Außerdem standen die Kraniche im Wasser und sogar ein Seeadler saß auf dem Boden bei den Hirschen. Völlig verrückt! Nachdem die Kraniche dann angekommen waren, mussten wir leider bald zurück und natürlich hatte es wieder angefangen zu regnen. Kein besonderes Vergnügen bei starkem Regen und Gegenwind zurück zur Verleihstation zu radeln. Sicher aber besser als zu Fuß.

Abschied
Am nächsten Tag war es schon Zeit zum Abschiednehmen. Wir gingen morgens noch im Gespensterwald in Nienhagen spazieren. berni fuhr zurück nach München und ich fuhr dann weiter in Richtung Kopenhagen. Danke berni… das hat voll Spaß gemacht. Übrigens: schau dir doch mal meine Neuntöterfotos an 😀

Kopenhagen
Da ich noch Urlaubstage übrig hatte, fuhr ich von Rostock noch weiter nach Kopenhagen. Kopenhagen war für mich ein ziemlicher Augenöffner. Man sieht absolut keine Masken. Nirgends. Dort sind alle Coronamaßnahmen aufgehoben. Wie das geht ist recht einfach: strenge Kontrollen bei der Einreise und eine sehr hohe Impfquote. Schade, dass sich bei uns immer noch Leute der Impfung verweigern und damit eine Rückkehr zur Normalität verhindern. Ein Grund dafür könnte sein, dass in Dänemark der Politik und der Obrigkeit eher noch vertraut wird. In Deutschland hat man ja auch wirklich viel Mühe aufgewandt, damit die Bevölkerung der Regierung misstraut. :-/
Natürlich ging es bei meinem Kopenhagenbesuch in erster Linie darum, meine lieben Freunde zu besuchen. Und was für eine gute Zeit ich hatte: Zimtschnecken, lustige Strandbesuche bei Sonnenschein und düsterster Gruftimusik und ein Besuch im Tivoli. Wie erfrischend das für die Seele ist, mit lieben Menschen unterwegs zu sein. Danke nochmal!

Der Herbst fängt an…

und das Orchideenjahr ist beendet. Zumindest die Blütezeit ist jetzt zu Ende. Dieses Jahr gab es nicht viel neues für mich, aber trotzdem viele schöne Momente. Ich möchte aber noch nicht resümieren, sondern die letzten Orchideenfotos des Jahres zeigen. Da sind nämlich ein paar schöne dabei, wie ich finde.

Zu sehen gibt es nochmal mehrere Epipactis-Arten und die Spiranthes spiralis. Das Spiranthesfoto ist vielleicht mein Lieblingsorchideenfoto diesen Jahres. Ja, ich mag es mal wirklich