Ich könnte kotzen

Wie fast jedes Jahr besuche ich die Leberblümchen hier in der Nähe. Immer wieder geht mir das Herz auf, wenn ich die Blütenmassen sehe; ein Anblick zum Genießen und zum Abschalten. Gerne sitze ich lange auf dem Weg und betrachte einfach nur die Pflanzen.

Allerdings ist es jedes Jahr ein zunehmendes Ärgernis, dass Fotografen im Biotop liegen. Man kann immer auch sehr schön die Blüten vom Wegrand fotografieren. Allerdings muss man sich ein bisschen Zeit nehmen und dort geeignete Blüten suchen.

Leider waren dieses Mal zwei „Geheimagenten“ dort unterwegs, die wirklich jede Blume ausgiebig ablichten mussten und dazu im Gelände rumgestapft sind. Fotorucksack hingeschmissen, Bohnensack auf den Boden und hingelegt. Schämt euch!

Vermutlich ist es euch egal, weil ihr ja „schöne Fotos“ habt, aber seid euch bewusst, dass ihr dieser Art schadet. Die Anzahl der Individuen nimmt jedes Jahr ab. Mittlerweile sind viele ausgetretene Pfade in das NSG reingespurt, wo garantiert nichts mehr wächst.

Alle Fotos vom Weg:

Feldhasen

Im Winter und Vorfrühling, wenn noch nicht viel blüht, bin ich gerne bei den Feldhasen. Wenn man sich an den Rand der Wiese auf den Weg setzt und sich nicht bewegt und sich ruhig verhält kommen die Tiere manchmal sogar recht nah ran. Im Moment sind sie auch sehr aktiv und es macht sehr viel Spaß, sie zu beobachten. Wenn man sehr früh auftaucht, hat man auch wirklich tolles Licht auf der Wiese.

Die Waldohreulen

Das Erlebnis mit den Dommeln hat mich tatsächlich so gewurmt, dass ich mir eine neue Kamera bestellt habe. Zu meiner kompletten Verwirrung musste ich diesmal aber nur eine Woche warten. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Natürlich musste die Kamera dann auch ausprobiert werden.
So kam es wie gerufen, dass Daniel sich meldete, er habe die Eulen wieder entdeckt. Also mal ehrlich: ich würde die ja nie alleine finden. Selbst wenn ich weiß, wo die sitzen fällt mir das schwer. Danke nochmal! Das wird eine ziemlich schlimme, wildlife-arme Zeit, wenn die Hälfte meiner Augen ausfällt, wenn er demnächst seine Forschungsreise antritt.

Zur Kamera: es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Selbstverständlich ist die Kamera auch nicht perfekt, aber anstatt 10 Fotos habe ich 600 Fotos heimgebracht, die fast alle technisch einwandfrei sind. Das Aussortieren ist also ein irrer Aufwand geworden. Ich bin unsicher, ob es ein Vor- oder Nachteil ist. Selbstverständlich sind das jetzt keine Fotos, die nicht genauso gut mit meiner alten Kamera hätten entstehen können. Wir werden sehen!

Mal wieder verkackt!

Seit langer Zeit besuche ich regelmäßig die Rohrdommeln bei uns. Immer freue ich mich, wenn ich diese besonderen Vögel gut getarnt im Schilf sehe. Selten hatte ich mal die Gelegenheit eines der schönen Tiere auf dem Eis oder schwimmend zu beobachten und noch viel seltener habe ich sie fliegen sehen.

Und Freitag vor 10 Tagen geschah genau das. Bei perfektem Wetter, Sonne im Rücken vor spektakulären, dunklen Wolken, flog sie am anderen Teich auf, drehte zwei Runden, flog in meine Richtung und landete keine 15m von mir entfernt ungeschickt im hohen Schilf und war verschwunden.

Ich hatte viel Zeit, die Kamera zu fokussieren und anfangs klappte das auch gut, aber mehrmals verlor die Kamera den Fokus… leider auch beim Ende des Anflugs. Mal abgesehen davon, dass ich zu Beginn noch zu lang belichtet habe, habe ich eine tolle Gelegenheit liegen gelassen. So habe ich die Dommel bisher nie gesehen. Nicht bei dem Licht, nicht so nah zu mir fliegend. Kein einziges Mal in all den Jahren.

Ja, vielleicht denkt jetzt jemand: „Heul nicht rum, du jammerst mal wieder auf hohem Niveau.“ Mich beschäftigt das aber. Wären mit einer anderen, besseren Kamera gute Fotos möglich gewesen? Soll man den Hype mitgehen und noch mehr Geld versenken dafür, dass man wieder monatelang auf bezahltes Kameraequipment wartet? Sollte ich vielleicht wieder mehr Pflanzen fotografieren? Immerhin laufen oder fliegen die nicht durch die Gegend.

Natürlich weiß ich genau, dass auch mit meiner Kamera mehr möglich gewesen wäre. Aber der Frust mal wieder. Immerhin habe ich aber Beweisbilder.