Bei den Hirschen am Darß

Recht kurzfristig verabredete ich mich mit berni zu einer Fototour an die Ostseeküste.

Nach einer sehr anstrengenden Anreise traf ich mich mit ihm in Berlin. Die kaputte Salzbachtalbrücke verhindert momentan eine gute An- und Abreise von Wiesbaden. Besonders Bahnreisende wie ich sind da ziemlich aufgeschmissen.

Linum
Unser erster Stopp war in Brandenburg, lange vor Sonnenaufgang. Dort beobachteten wir die ersten Kraniche bei eigentlich recht guten Wetterbedingungen. Leider war etwas zu viel Nebel am Morgen und die Sonne kam nur zögerlich durch. Trotzdem mag ich die Lichtstimmung, denn es gibt den Auftritten der Kraniche etwas mystisches.

Weiter ging es zu unserer Unterkunft in Pruchten. Ich hatte ja noch nie solche Schwierigkeiten, eine Ferienwohnung zu finden. Also nicht zu buchen, sondern die gebuchte Wohnung wirklich zu finden. Nach langem Suchen hatten wir es dann aber geschafft.

Günzer See
Am nächsten Morgen ging es zeitig zum Günzer See. Leider war das sehr enttäuschend, denn die wirklich tollen Beobachtungsmöglichkeiten dort sind leider Geschichte- die Hütten sind bis auf weiteres geschlossen. Schade! Man kann lediglich aus recht großer Entfernung am Kranorama beobachten. Fotografieren ist dort fast unmöglich… gerade, wenn das Wetter so schlecht ist wie bei unserem Besuch. Immerhin gab es zwischendurch große Aufregung unter den Vögeln als ein Seeadler auftauchte.

Darß
Abends waren wir dann bei einer geführten Tour zur Hirschbrunft am Darßer Ort. Das war ein echtes Erlebnis: Wir waren 4 Stunden in strömenden Regen unterwegs. Trotzdem sahen und hörten wir viele Hirsche. Gutes Wetter und gutes Licht wäre in dieser Situation die Kirsche auf der Sahne gewesen. Völlig durchnässt, aber zufrieden kamen wir wieder daheim an. Morgens gingen wir die Tour dann nochmal zu „Sonnenaufgang“ an. Leider war es auch da bedeckt und leider hatte berni wegen der Nässe des Vorabends Probleme mit seinem Tele. Abends ging es dann glücklicherweise wieder.

Barther Bodden
An diesem Abend unternahmen wir nämlich eine Bootstour auf dem Barther Bodden. Auf dieser Tour kann man aus größter Nähe die Kraniche beobachten. Das war auch wieder schön. Ich liebe ja die Kraniche, aber leider war es auch diesmal regnerisch und kalt.

Pramort
Am letzten Tag machten wir uns auf zum Pramort. Wir hatten uns Plätze für abends für den Kranicheinflug reserviert. Am frühen Nachmittag brachen wir auf. Wir mieteten uns Räder und fuhren los in Richtung Pramort. Wegen der Empfehlung des Rangers bei der Hirschtour machten wir einen Abstecher zur hohen Düne. Und tatsächlich: das lohnte sich. Über den Dünen schwebte ein Seeadler. Zudem war das auch fast das einzige Mal, dass das Licht nicht total schrecklich war. Nach einiger Zeit des Verweilens und Beobachtens ging es wieder weiter in Richtung Vogelausguck Pramort. Wie grandios dieser Ort ist: auch dort waren die Hirsche unterwegs. Außerdem standen die Kraniche im Wasser und sogar ein Seeadler saß auf dem Boden bei den Hirschen. Völlig verrückt! Nachdem die Kraniche dann angekommen waren, mussten wir leider bald zurück und natürlich hatte es wieder angefangen zu regnen. Kein besonderes Vergnügen bei starkem Regen und Gegenwind zurück zur Verleihstation zu radeln. Sicher aber besser als zu Fuß.

Abschied
Am nächsten Tag war es schon Zeit zum Abschiednehmen. Wir gingen morgens noch im Gespensterwald in Nienhagen spazieren. berni fuhr zurück nach München und ich fuhr dann weiter in Richtung Kopenhagen. Danke berni… das hat voll Spaß gemacht. Übrigens: schau dir doch mal meine Neuntöterfotos an 😀

Kopenhagen
Da ich noch Urlaubstage übrig hatte, fuhr ich von Rostock noch weiter nach Kopenhagen. Kopenhagen war für mich ein ziemlicher Augenöffner. Man sieht absolut keine Masken. Nirgends. Dort sind alle Coronamaßnahmen aufgehoben. Wie das geht ist recht einfach: strenge Kontrollen bei der Einreise und eine sehr hohe Impfquote. Schade, dass sich bei uns immer noch Leute der Impfung verweigern und damit eine Rückkehr zur Normalität verhindern. Ein Grund dafür könnte sein, dass in Dänemark der Politik und der Obrigkeit eher noch vertraut wird. In Deutschland hat man ja auch wirklich viel Mühe aufgewandt, damit die Bevölkerung der Regierung misstraut. :-/
Natürlich ging es bei meinem Kopenhagenbesuch in erster Linie darum, meine lieben Freunde zu besuchen. Und was für eine gute Zeit ich hatte: Zimtschnecken, lustige Strandbesuche bei Sonnenschein und düsterster Gruftimusik und ein Besuch im Tivoli. Wie erfrischend das für die Seele ist, mit lieben Menschen unterwegs zu sein. Danke nochmal!

Der Herbst fängt an…

und das Orchideenjahr ist beendet. Zumindest die Blütezeit ist jetzt zu Ende. Dieses Jahr gab es nicht viel neues für mich, aber trotzdem viele schöne Momente. Ich möchte aber noch nicht resümieren, sondern die letzten Orchideenfotos des Jahres zeigen. Da sind nämlich ein paar schöne dabei, wie ich finde.

Zu sehen gibt es nochmal mehrere Epipactis-Arten und die Spiranthes spiralis. Das Spiranthesfoto ist vielleicht mein Lieblingsorchideenfoto diesen Jahres. Ja, ich mag es mal wirklich

Kurztrip nach Süden

Statt des erneut ausgefallenen Ungarnurlaubs blieben wir auch dieses Jahr daheim und unternahmen Kurztrips. Einer davon führte uns nach Baden-Württemberg.
Irgendwie ist es doch eine andere Flora und Fauna, oder vielleicht auch nur ein Vorgeschmack, auf was wir uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einstellen können.

Zuerst waren wir im Morgengrauen Vögel fotografieren. Im normalerweise sehr überlaufenen Gebiet waren so früh an einem Wochentag nur ein gutes Dutzend Fotografen unterwegs. Man freut sich ja schon fast, dass es nicht die üblichen Massen sind. Andererseits sind diese Massen durchaus verständlich, denn es gibt viel zu sehen. So hatten wir zum Beispiel Glück mit Bartmeisen und Blaukehlchen in schöner Fotoentfernung.

Weiter ging es im Kaiserstuhl mit Orchideen und Eidechsen. Auch hier vielleicht nichts neues und spektakuläres, aber manchmal geht es auch nicht nur darum.

Was mich dann aber umgehauen hat, war im extremen Süden Deutschlands die Massenblüte des violetten Dingels. Das war schon übertrieben gut – genau wie die Hummel-Ragwurz, Riemenzunge und andere Trockenrasenarten. Das habe ich dort so noch nie erlebt.

Auf der Rückfahrt besuchten wir noch kurz den Bienenfresser-Drive-In. Da bekommt man zwar keine besonderen, aber doch immer zuverlässig gute Fotos.

Ich hoffe, dass es nächstes Jahr endlich mit Ungarn klappt. So langsam frustriert mich das.

Nickbalz bei den Neuntötern

An Pfingsten war ich mehrmals mit Verena unterwegs. Auf einer Tour bemerkte sie einen männlichen Neuntöter in guter Fotoentfernung. Er war so gar nicht scheu, was uns ungewöhnlich vorkam. Und so beobachteten und fotografierten wir ihn. Plötzlich flog der Neuntöter auf – ein anderer Vogel hatte sich auf den selben Ast gesetzt. Verena merkte an, dass es sich um ein Weibchen handelte. Später setzte sich das Weibchen noch näher zu uns und kümmerte sich auch weiterhin nicht um uns.
Einen Moment später flog das Männchen zum Weibchen zurück und fütterte es. Danach begann ein Balzen mit Nickbewegungen, die wirklich drollig anzuschauen waren.
So etwas hatten wir noch nicht gesehen und das dann auch noch aus nächster Nähe verfolgen zu dürfen, fühlte sich wie ein Geschenk an. Ein wirklich schönes Erlebnis!

Am nächsten Tag fuhren wir noch einmal hin, auf eine Wiederholung hoffend, aber es zeigte sich „nur“ die Neuntöterin.

Bonusmaterial: