USA 1: Von Texas an den Mississippi, die Sonnenfinsternis

Lange haben wir überlegt, ob wir zur Sonnenfinsternis in die USA fahren sollten. Den Ausschlag gab dann tatsächlich die Tatsache, dass wir extrem billige Flugtickets bekamen. Wir haben nie zuvor so billige Tickets für einen Flug in die USA gekauft. Also ging die Planung los und es war klar, dass wir im Süden von Texas schauen wollten. Hier wären historisch die besten Bedingungen in den USA für einen klaren Himmel gewesen.

Der Flug und die Einreise waren so problemlos wie nie. Wir holten den Mietwagen ab und bekamen einen sehr neuen Wagen. Gefühlt ein riesiger SUV, aber für texanische Verhältnisse eher durchschnittlich.So ging es gut gelaunt in Richtung Texas Hill Country, wo wir bis zur Sonnenfinsternis bleiben wollten.

Hill Country

Das Hill Country ist eine sehr schöne hügelige Karstlandschaft in der Mitte und im Süden des Bundesstaats, westlich von San Antonio. Bekannt ist die Landschaft für die Wildblumen, die vielen Zugvögel und nicht zuletzt für die deutschen Siedlungen. Teilweise wird in Städten wie New Braunfels und Fredericksburg noch deutsch, das sogenannte Texas German gesprochen. Unser Zeltplatz lag süd-westlich von Fredericksburg auf einer Viehweide und man konnte bis auf den Preis nichts negatives finden. Von dort aus unternahmen wir zahlreiche Ausflüge ins weitere Umland. Vor allem die State Parks im Hill Country sind einen Besuch wert, auch wenn sie teilweise wegen der vielen Sonnenfinsternistouristen sehr voll waren.

Immer wieder benutzte ich die Wetter-App, um die Wolkenabdeckung und die Vorhersage für die Sonnenfinsternis zu prüfen. Leider war die Vorhersage für den ganzen Süden der USA sehr schlecht. Es gab sogar Unwetter- und Tornadowarnungen für Texas. Sonntag Mittags schließlich fassten wir den Entschluss, dass wir doch anderswo hinfahren müssten, um die Finsternis gut zu sehen und außerdem wäre Zelten bei Unwetter sicher auch kein Spaß. Die Wahl fiel dann auf Missouri, was etwa 1000 Meilen Fahrt und eine total hinfällige Planung der weiteren Reise bedeutete. Trotzdem fuhren wir los und nach schier endloser Anreise mit einer kurzen Übernachtung in Memphis, erreichten wir Cape Girardeau am Mississippi.

Cape Girardeau

Wir kamen am späten Vormittag in Cape Girardeau an und bekamen den vorletzten freien, kostenlosen Parkplatz im ganzen Ort. Cape Girardeau ist eine sehr schöne Kleinstadt, die sich durch dieses Ereignis wie aus einem Schlaf geweckt anfühlte. Wir schauten zuerst, ob wir die Finsternis am Mississippi schauen wollten, wählten schließlich aber den Hang vor dem Rathaus, wo schon viele Leute ihre Decken ausgebreitet hatten. Es herrschte eine sehr gelöste, sehr angenehme Stimmung.

Totalität

Bis zum Beginn der Finsternis unterhielten wir uns mit einer Familie, die neben uns saß und so war die Wartezeit sehr kurzweilig. Die Bedingungen waren recht gut, es gab nur leichte, hohe Federwolken. Die Finsternis war dadurch sehr schön zu sehen. Leider befand sich die Sonne fast im Zenit, so dass gute Fotos sehr schwierig waren, aber es war wie immer ein beeindruckendes Erlebnis. Leider ging die Totalität viel zu schnell um und die 4 Minuten fühlten sich für mich wie Sekunden an.

Derart von unserer eigentlicher Route abgekommen, suchten wir eine bezahlbare Unterkunft und wurden etwas abseits in Marion, Illinois fündig.

Endlich Vorfrühling und ein bisschen Blues

Endlich zeigen sich bei warmem, frühlingshaftem Wetter die ersten zarten Blüten. Die Märzenbecher hier in Wiesbaden und die Leberblümchen in Rheinhessen. Die Vögel singen, die Störche klappern, der Frühling kommt und die Freude ist groß.

Das Wetter und die Fotochallenge meines Bruders führen dazu, dass ich wieder mehr klassisch unterwegs bin. Die große Kamera bleibt öfter zuhause. So langsam war es auch irgendwie nicht mehr so spannend, immer wieder die gleichen Motive zu fotografieren. Ich bin momentan leicht frustriert und genervt von der Wildlifefotografie. Bestimmt kommt die Lust wieder, aber die Blumen sind gerade doch spannender.

Tatsächlich habe ich auch an einer Neuanschaffung viel Freude. Ich habe ein günstiges Tilt-Shift-Objektiv aus chinesischer Produktion angeschafft. Das eröffnet so viele kreative Möglichkeiten und wenn ich ehrlich bin, sind die Makroaufnahmen damit auch besser als mit dem Nikon 105mm Makro, das meiner Meinung nach sowieso total überbewertet ist. Ja, es ist total scharf und auch schön leicht, aber ich mag die unscharfen Bereiche überhaupt nicht und die Brennweite ist auch schwierig. Wieso stellt eigentlich niemand mehr ein Makro mit einer größeren Brennweite her? Was ist denn los Sigma, Nikon, Tamron? Und jaaa… es gibt auch da eine Alternative aus China, aber leider ohne Autofokus.

Neben dem Wildlife- und Makroblues, habe ich auch ein bisschen den Webseitenblues. Nachdem ein Update erneut fehlgeschlagen ist, sehe ich erstmal von Updates der Galeriesoftware ab. Ich musste tatsächlich ein komplettes Backup einspielen, damit die Seite wieder funktioniert. Das ist jetzt das zweite Mal nacheinander, dass die Seite komplett kaputt geht durch ein NGG-Update. Es ist einfach viel Arbeit, nur damit der Käse wieder läuft. Das macht so keinen Spaß.

Unverhofft…

ich hatte ja schon davon gehört, dass sich manche Pflanzen nicht an Blütezeiten halten wollen und natürlich habe ich das auch selbst schon festgestellt. Auch hatte ich schon gehört, dass der Widerbart das gerne mal macht, aber selbst gesehen habe ich das noch nicht.
Als ich von einem Vereinskollegen hörte, dass nach Ende Juni jetzt Ende Oktober der Widerbart noch einmal blühen sollte, war ich Feuer und Flamme und bin tatsächlich zwei Tage später hin.
Und ich konnte mich auch nicht bremsen und konnte die Fotos nicht nach den Kanadafotos zeigen. Das musste jetzt einfach raus.
Hier mal ein Link zu einem alten Artikel, in dem ich dokumentiert habe, dass so etwas schonmal vorkommt.
Ich würde aber sagen: damit ist das Orchideenjahr jetzt aber wirklich vorbei. 🙂