Ein letztes Mal dieses Jahr


zeige ich Fluoreszenzen von Orchideen. Liegt natürlich daran, dass jetzt alle heimischen Orchideen mit ihrer Blüte durch sind.

Auch dieses Mal habe ich wieder von leicht zugänglichen Standorten, meist vom Weg aus fotografiert, um eine Beschädigung von Pflanzen und Biotop zu vermeiden. Gerade bei Dunkelheit ist das ja geboten. Es sind für mich ein paar Überraschungen dabei. Manche Orchideen zeigen einfach eine wahnsinnig schöne Fluoreszenz.

Das Orchideenjahr


So langsam fragen sich vielleicht die Leser hier, ob ich auch noch tagsüber Orchideen fotografiere. Und natürlich mache ich das. Allerdings finde ich momentan die Fluoreszenzen irrsinnig spannend und so besuche ich zwar die Orchideen tagsüber, aber zeige kaum noch Fotos. Es ist natürlich so, dass viele Orchideentrips auch dem Scouten dienen, denn ohne vorherigen Besuch bei den Pflanzen, ist ein nächtliches Fotografieren schlicht fahrlässig.

Hier jetzt ein Sammelbeitrag für die erste Jahreshälfte. Ich schreibe jetzt nicht großartig viel zu den Fotos, sondern zeige einfach nur, was ich zeigenswert finde. Auf die Art und Weise beuge ich dann auch einem übervollem Resterampenthread vor. 😀

Ja, es fehlt was:
Teil 2:

Mehr Fluoreszenzen

Ich bin jetzt länger nicht dazu gekommen, mal ein Update zu machen. Natürlich habe ich auch weiter fleißig Fluoreszenzen fotografiert. Dabei gab es einige Überraschungen.

Dieses Mal ist es ein Bildersammelbeitrag und nicht einzelne Exkursionsberichte. Dafür fehlt mir momentan schlicht die Zeit.

Mein neuer Favorit ist jedenfalls die Honigorchis (Herminium monorchis).

P.S.: falls ihr das auch machen möchtet. Bitte bleibt auf Wegen für die Fotos! Im Gelände ist es nachts sehr schwer, Pflanzen zu erkennen. Kein Foto ist es wert, dafür Pflanzen zu beschädigen.

Das wird ja immer besser!

Gestern widmete ich den ganzen Tag wieder den Orchideen. Zunächst trieb ich mich in den Wäldern in Rhein-Main rum, um Platanthera bifolia/fornicata zu suchen. Dabei hatte ich schon meine erste seltsame Begegnung: ein Steinmarder saß am hellichten Tag mitten auf dem Weg und kümmerte sich nicht um mich. Natürlich hatte ich nur mein Handy zur Hand und die Kamera im Rucksack und natürlich kein langes Teleobjektiv dabei. Normalerweise laufen wilde Tiere ja sofort weg, wenn man sich nähert. Dieses Mal aber nicht. Der Marder ließ mich bis auf gut 5m an sich heran, bevor er in den Wald hüpfte.

Nach langer erfolgloser Suche trat ein Fuchs aus dem Wald auf den Weg, stand wunderbar im Licht, drehte sich zu mir, sah mich und verschwand wieder.

Aber es wurde irgendwie immer besser. Ich traf mich dann gegen abend mit Mathias im Bergwinkel und er führte mich zu einem microphylla-Biotop. Was soll man sagen? An diesem magischen Ort stand die kleinblättrige Stendelwurz (Epipactis mycrophylla) wirklich herausragend schön und zahlreich. Ich glaube nicht, dass es in Deutschland viele Orte mit einer derartigen Schönheit gibt. Mit den letzten Strahlen der Sonne fotografierten wir die Epipactis, um später bei Einsetzen der Dämmerung dann mit UV-Fotos anzufangen. Ich würde sagen, dass es eine neue Königin der Fluoreszenzen gibt. Ich bin immer noch total begeistert, wenn ich daran denke, wie die Pflanzen im UV-Licht aufleuchten.

Im Anschluss suchten wir noch Bienen-Ragwurz und grünliche Waldhyazinthe auf. Hier konnte man wegen der Dunkelheit natürlich nichts mehr erkennen und hier ist man dann ohne vorheriges Scouting oder ortskundigen Führer aufgeschmissen. Beide Arten sind auch total hübsch, fallen aber fast ein wenig ab gegen die Epipactis.

Auf dem Rückweg sah ich dann noch eine extrem helle Sternschnuppe während der Fahrt auf der A66, Höhe Bad Orb/Wächtersbach. So etwas habe ich bisher nur in Island während des Tauridenschauers erlebt. Was für ein irrer Tag!

Danke für das Zeigen, Mathias. Wahnsinnsort und tolle Gesellschaft 🙂

P.S.: als Bonus gibt es noch eine lokale Cephalanthera rubra

Magische Nacht im Bergwinkel

Mit Mathias traf ich mich Freitag Abend für eine UV-Tour durch seinen Bergwinkel. Ich kenne vermutlich Niemanden, der sich dort so gut auskennt und so wollten wir nach einer Scouting-Runde die Fluoreszenzen der dortigen Orchideen fotografieren.
Leider fing es nach dem Scouting schon am ersten Ziel an so heftig zu regnen, dass wir abbrechen mussten.

Aber man muss das ja nicht über das Knie brechen und wir verabredeten uns direkt für den Samstag wieder. Dieses Mal zu späterer Uhrzeit, weil geplant und Pflanzen ausgeguckt hatten wir ja schon. Ich kann mir ehrlich gesagt auch nichts viel besseres an einem Samstag Abend vorstellen, als die Ruhe im Wald zu genießen und dort Orchideen zu betrachten.

Die Orchideen hauen einen ja immer wieder um. Wenn der Frauenschuh schon tagsüber eine Pracht ist, leuchtet er nachts im Licht der UV-Lampe wie ein Lampion. Die Farbe ist schwer zu beschreiben und wirkt vor Ort noch intensiver. Jedenfalls trotzten wir dem Wind und der Nässe und ich konnte sogar mit dem Laowa ein paar Bilder machen. Es ist ein echtes Geduldspiel bei Wind und Langzeitbelichtung, sowas hinzubekommen.

Nach dem Frauenschuh haben wir die Fliegen-Ragwurz aufgesucht. Deren Lippe leuchtet grellrot und die Sepalen leuchten nur am Rand bläulich. Sehr spektakulär!

Obwohl ich das Helm-Knabenkraut schon im UV-Licht fotografiert hatte, entschlossen wir uns (trotz der eher durchschnittlichen Ergebnisse mit der reinweißen fuchsii) auch ein reinweißes Helm-Knabenkraut abzulichten. Und was soll ich sagen: das war die größte Überraschung. Die Pflanze präsentiert sich mit sehr spannenden Fluoreszenzen im rosanen und bläulich-weißen Spektrum.

Zum Abschluss fotografierten wir dann noch die Pyramiden-Hundswurz. Diese leuchtet auch im UV-Licht erwartet stark.

Eigentlich wollte ich noch im heimischen Gebiet Mücken-Händelwurz anschauen, die momentan dort in Hochblüte steht, aber ich habe irgendwo im Auto meine UV-Lampe verlegt. Ich bin verzweifelt. Immerhin war ich so schon um 1:15 Uhr daheim 😀

Wie dem auch sei… das waren zwei absolut starke Abende. Vielen Dank Mathias, sowohl für die Inspiration, als auch für die Führung durch den Bergwinkel und den schönen Abend. Zu zweit ist solch eine Unternehmung dann doch deutlich angenehmer. Man kann ohne mulmiges Gefühl konzentriert fotografieren und dreht sich nicht dauernd um und natürlich genieße ich auch das Fachsimpeln und die Gespräche. Ich bin auch froh, dass du so entspannt warst, als der erste Abend ins Wasser gefallen ist.

Oh… bevor jemand fragt: ja, ich fotografiere auch noch tagsüber. Sehr viel sogar momentan. Aber ich habe gerade keine Lust, da was zu zeigen und weiß auch nicht, was ich da schreiben soll. Es ist einfach so, dass mir die Fluoreszenzfotografie neue Motivation gegeben hat. Ich fotografiere schon auch sonst noch gerne, aber irgendwie war es dann doch immer das gleiche.

28.05.2020 Edit:
ich habe auf einem kleinen Nachtspaziergang bei Wiesbaden noch ein paar Fotos der Mücken-Händelwurz gemacht.
Die Blumen blühen hier seit etwa 14 Tagen und man kann sie immer noch in aller Pracht bestaunen. Wunderbar, wie intensiv die Wiese in der Nähe dieser Blumen nach Nelke duftet.