Monat der Bärte

Wie eigentlich jeden Oktober in den letzten Jahren, fotografiere ich gerne die Pilze in den Wäldern der Umgebung. So fahre ich zum Beispiel nach Heidenrod, weil ich dort eine Stelle mit ästigem Stachelbart kenne. Leider wurde der Fundort zerstört und auch dieses Jahr erschienen keine Fruchtkörper. Aber zu meiner Überraschung habe ich in der Nähe eine Stelle gefunden, wo drei(!) Stachelbartarten wachsen. Beim ersten Besuch fand ich nur den dornigen Stachelbart, beim zweiten fand ich dann noch den ästigen Stachelbart direkt in der Nähe und beim dritten Besuch mit meiner Mutter fand sie weitere ästige Stachelbärte und junge Igel-Stachelbärte. Wie komplett verrückt das war.
Darüber hinaus ist der Wald voller Buchen-Schleimrüblinge. Die vielen Pilze und die Ästhetik des Verfalls in diesem Wald begeistern mich dieses Jahr sehr.
Tja und dann bekam ich den Hinweis, dass der Widerbart erneut spät blüht. Wie komplett irre das ist, muss ich niemandem erzählen. Zwar steht nur eine Pflanze dort in Blüte, aber selbst das ist wirklich außergewöhnlich. Mich hat es sehr gefreut und ich musste es natürlich auch festhalten.

Nagetiertour nach Österreich


Großglockner

Unsere Tour in Richtung Österreich führte uns zunächst nach München. Gemeinsam mit berni suchten wir abends Wechselkröten und die Unken.
Wir fanden Wechselkröten in unterschiedlichen Größen, aber leider keine Unken.
So ist das eben manchmal.

Am nächsten Tag ging es dann weiter in Richtung Großglockner Hochalpenstraße. Am späten Nachmittag kamen wir am Hotel an. Es hat sich durchaus gelohnt, oben vor Ort im Hotel im Panoramarestaurant Kaiser-Franz-Josefs-Höhe zu übernachten, denn die Murmeltierbeobachtung ist dort mehr als einfach. Man fällt zweimal um und ist bei den Tieren. Vor allem spart man sich natürlich die tägliche anstrengende Fahrt.
Die Tiere werden dort von den Besuchern mit Gemüse und Nüssen gefüttert, weshalb sie sehr zutraulich sind.
Ja, trotz der Lage im Nationalpark. Man kann davon halten, was man will, aber die Tiere sind sehr gut zu fotografieren. Mitunter sind sie sogar etwas aufdringlich, während sie nach Futter in den Taschen der Besucher suchen.
Trotzdem ein tolles Erlebnis und so kann man eben auch mal Fotos mit dem Weitwinkel oder auch dem Handy machen.
Nicht nur Murmeltiere fotografierten wir, sondern auch auch Landschaft und sogar die Sterne. Wunderbar dunkel ist der Nachthimmel in den hohen Tauern.
Am zweiten Tag wurden wir von einer jungen Dame angesprochen, die ganz aufgeregt ein iphone-Ladekabel suchte. Ihr Kabel war kaputt gegangen, und sie brauchten dringend ein Handy, um ihre Zugverbindungen buchen zu können.
Ich sagte zunächst, dass wir keins hätten, weil ich auch nur an unsere USB-C-Kabel dachte. Später fiel mir ein, dass doch irgendwo im Auto noch ein altes Kabel sein könnte und ich ärgerte mich, dass mir das nicht eingefallen war. Glücklicherweise trafen wir die Dame noch einmal und so konnte ich mein altes Ladekabel loswerden. Sie war sehr erfreut und auch sehr erleichtert, dass sie ihr Handy so wieder laden konnte.
Lustig dachte ich. Das gibt doch bestimmt Karmapunkte und freute mich, dass ich helfen konnte.

Wien

Über die Nockberge fuhren wir weiter in Richtung Wien. Wir kamen erst abends in Wien an. Immer wieder überraschend, wie lang die Fahrt quer durch Österreich doch ist. Am ersten Abend holten wir uns nur ein 72h Ticket für die Öffis und gingen früh ins Bett, denn wir wollten früh morgens direkt zu den Hamstern.
Leider sahen wir am ersten Morgen dort keine Hamster. Vermutlich weil wir zu ungeduldig waren und weil wir auch nicht wussten, wo wir genau schauen mussten.
Nach einem ausführlichen Stadtbummel ging es abends wieder zu den Hamstern. Diesmal waren die Hamster sehr viel aktiver, und wir nicht die einzigen Fotografen und so war es dann leicht, die Tiere zu finden und zu fotografieren.
Ein Fotograf hatte einen Zweig mit Brombeeren über einem Loch aufgehängt und natürlich machten wir Fotos von dem Hamster, der sich dort bediente.
Am nächsten Morgen waren wir wieder dort. Diesmal wussten wir, wo wir die Hamster finden konnten, das half uns sehr!
Während wir die ersten Hamster beobachteten und fotografierten, kam auch eine größere Gruppe mit Fotografen, die ebenfalls die Hamster fotografieren wollten. Die Stimmung war entspannt und freundlich und man kam ins Gespräch über Wildlife und wie und wo.
Mittags waren wir dann im Lainzer Tiergarten, ein wunderschöner Wald, der ursprünglich im Mittelalter als Jagdrevier angelegt wurde und jetzt ein Naherholungsgebiet ist. Leider war es für eine ausgiebige Wanderung zu heiß, aber immerhin sahen wir eine Bache mit Frischling. Tagsüber auch nicht alltäglich.
Abends waren wir dann wieder bei den Hamstern und diesmal geschah etwas in unseren Augen absurdes. Ein Mann mähte am Rand der Wiese mit einer Motorsense einen Hamsterbau im hohen Gras frei, um dort besser fotografieren zu können. Ich war sprachlos. Nach getaner Arbeit legte er sich auf den Boden und fotografierte einfach, als wäre es das normalste der Welt.

Auch an diesem Abend war der Fotograf vom Vortag wieder da, dieses Mal hatte er Hagebutten für die Hamster dabei.
Ich weiß nicht, ob ich dieses spezielle in Szene setzen gut oder schlecht finden soll. Die Hamster scheint es nicht extrem zu stören, aber die Fotos wirken etwas künstlich.
Meine Lieblingsfotos von den Hamstern sind jedenfalls die, die ich mit kürzerer Brennweite und mit natürlichem Hintergrund machen konnte.
Am dritten Tag fuhren wir nach dem obligatorischen Hamsterbesuch morgens und der Beschaffung einer neuen Speicherkarte zu einer Zieselkolonie.
Leider sahen wir dort nur ein Tier (vermutlich war es doch schon zu spät im Jahr) und das Ziesel saß auch „nur“ auf dem Rasen, also nicht besonders spannend, aber ich will nicht meckern.
Der Hammer passierte dann aber am Abend. Während wir wieder bei den Hamstern waren und kurz vor dem Aufbruch waren, kam ein Mann auf uns zu und wir erkannten ihn als den Freund der jungen Dame, die am Großglockner nach dem Kabel gesucht hatte. Wie verrückt die Welt manchmal ist. Wir unterhielten uns länger, aber leider fragte ich nicht nach Kontaktdaten.
Falls du, junger Mann, also doch deinen Weg hier zum Blog gefunden hast, schreib uns doch bitte einmal an, wir würden uns freuen.

Wie dem auch sei, wenn das kein irrer Zufall war, dann weiß ich es auch nicht.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von den Hamstern und es ging zurück. Ach Wien! Bist und bleibst meine Lieblingsstadt! Ich komme wieder. Bestimmt!

Die Rückreise verlief ereignislos. Ursprünglich wollten wir in Passau zwischenstoppen, aber die Hotels dort fingen bei schlanken 120€ an. Nein Danke!

Epipactisausflüge im Juli

Im Juli unternahm ich einige Ausflüge zu den späten Epipactisarten in der weiteren Umgebung.So suchte ich die Epipactis leptochila und Eipactis purpurata im Taunus, und die Epipactis leptochila und Epipactis neglecta in der Rhön. Insbesondere letztere hatte ich bisher nie in gutem Zustand gesehen. Ich war begeistert von den schönen Pflanzen und den Wuchsorten. Besonders die Rhön hat mich wieder total geplättet, was Anzahl der Pflanzen und natürlich was die Landschaft angebelangt.

Tja… und ich mag auch die Fotos.

Bei den Blaukehlchen

Früh am morgen fuhren wir zu einem nahe gelegenen Naturschutzgebiet, um die Balz der Blaukehlchen zu beobachten. Bereits zum Sonnenaufgang waren wir dann vor Ort. Leider sangen die Blaukehlchen meist von weit entfernten Warten oder sie waren nur gegen den Himmel zu beobachten. Trotzdem war das wieder mal ein schöner Ausflug, den wir sehr genossen haben. Tja, wenn die Orchideen noch nicht da sind, muss man eben andere Fotogelegenheiten suchen. 🙂

Der Frühling ist da!

Endlich kann man wieder ohne groß zu frieren raus gehen und die Natur genießen. Ich habe den ganzen Frühling, so viel es eben ging, draußen verbracht. Natürlich hat mich die OP da sehr zurückgeworfen, aber ich habe irgendwie trotzdem viel unternommen. Nach so einem Ereignis scheint es, als würde man die Welt ein bisschen anders wahrnehmen.


Trotz aller Einschränkungen und gesundheitlicher Probleme bin ich mit den Ergebnissen also ganz zufrieden. Es geht aufwärts“

2024 in Bildern

Auch das vergangene Jahr war ich viel mit Kamera unterwegs. Wie ich schon schrieb, vermutlich sogar gezielter als sonst. Aber davon mal abgesehen, habe ich auch viel gesehen. Neben dem Urlaub zur Sonnenfinsternis in Texas mit dem anschließenden, völlig übertriebenen Roadtrip, war ich in der Schweiz und in Österreich und erlebte in Hessen wunderbare Polarlichter. Auch der Herbst und Winter mit den Nebel- und Froststimmungen gaben fotografisch einiges her. Alles in allem bin ich mit dem Jahr sehr zufrieden.

Januar


Im Januar war ich viel in der heimischen Region unterwegs, um Vögel zu fotografieren. Neben dem Mauerläufer und Eisvogel entstanden auch tolle Fotos von den Käuzen.

Februar


Der Februar war grau und die Vogelfotografie war unergiebig, aber es entstanden die ersten Fotos von Blüten der Leberblümchen und Märzenbecher, aber auch Landschaftsfotos bei Schmuddelwetter. Trotzdem ist mein Favorit dieses Eidechsenfoto.

März


Im März war ich erneut bei tollem Licht bei den Leberblümchen und den Osterglocken im Taunus. Natürlich gab es auch die ersten Orchideenblüten für mich.
Außerdem fotografierte ich ein schwaches Nachglühen der Polarlichter als Vorgeschmack auf Mai und Oktober.

April


Im April war ich dann mit Verena zum Urlaub in den Südstaaten, um die Sonnenfinsternis zu erleben. Dabei ergaben sich zahllose Fotogelegenheiten und wir trafen endlich Jeff. Stellvertretend für die vielen tollen Fotos gibt es eins vom Streifenkauz. Es ist echt schwierig, das beste Foto auszuwählen.

Mai


Der Mai steht für mich immer im Zeichen der Orchideen. Ende Mai fuhr ich mit meiner Mutter mit dem Glacier Express in der Schweiz von Zermatt nach St. Moritz. Das beeindruckendste in dem Monat waren aber die Polarlichter. Vermutlich waren es die stärksten, die ich jemals sehen werde.

Juni


Im Juni unternahm ich Besuche in Biotope in der Nähe. Dort gelangen mir Fotos eines Grünspechts aus nächster Nähe und wieder tolle Kauzfotos, aber auch Orchideen fotografierte ich wieder.

Juli


Im Juli zog es mich in die Alpen zu den Kohlröschen. Dazu gehört immer auch wandern und die Zwischenstation bei berni. Er zeigte mir besonders schöne Biotope mit Wechselkröten. Es ist einfach immer schön bei berni. Trotzdem entstand für mich das stärkste Foto in einem dunklen Tal in Österreich. Es zeigt die sehr unscheinbare Goodyera repens, das kriechende Netzblatt.

August


Ab August wurde es fotografisch schwierig. Immerhin war ich aber bei den Spiranthes und auch bei den Hasen erfolgreich.

September


Der September war ein verlorener Monat. Nach einer Erkältung bekam ich auch noch Covid. Dementsprechend kam ich kaum zum Fotografieren. Immerhin ergaben sich auf einigen kurzen Spaziergängen Gelegenheiten.

Oktober


Im Oktober standen für mich die Pilze im Vordergrund. Das geht ja immer klar. Der Star war für mich aber der Komet, bei dem mich die Wölfe so erschreckten.

November


Fast den ganzen November war wegen des Nebels kein Fotolicht, aber ich glaube, ich habe das beste daraus gemacht. Wenn es nur Nebel gibt… dann fotografiere ich halt Nebel.

Dezember


Das schlechte Licht war auch im Dezember mein großes Problem. Trotzdem mag ich die Ergebnisse.

Wie jedes Jahr, hier die Fotos, die es nur in die zweite Reihe geschafft haben.