Großglockner
Unsere Tour in Richtung Österreich führte uns zunächst nach München. Gemeinsam mit berni suchten wir abends Wechselkröten und die Unken.
Wir fanden Wechselkröten in unterschiedlichen Größen, aber leider keine Unken.
So ist das eben manchmal.
Am nächsten Tag ging es dann weiter in Richtung Großglockner Hochalpenstraße. Am späten Nachmittag kamen wir am Hotel an. Es hat sich durchaus gelohnt, oben vor Ort im Hotel im Panoramarestaurant Kaiser-Franz-Josefs-Höhe zu übernachten, denn die Murmeltierbeobachtung ist dort mehr als einfach. Man fällt zweimal um und ist bei den Tieren. Vor allem spart man sich natürlich die tägliche anstrengende Fahrt.
Die Tiere werden dort von den Besuchern mit Gemüse und Nüssen gefüttert, weshalb sie sehr zutraulich sind.
Ja, trotz der Lage im Nationalpark. Man kann davon halten, was man will, aber die Tiere sind sehr gut zu fotografieren. Mitunter sind sie sogar etwas aufdringlich, während sie nach Futter in den Taschen der Besucher suchen.
Trotzdem ein tolles Erlebnis und so kann man eben auch mal Fotos mit dem Weitwinkel oder auch dem Handy machen.
Nicht nur Murmeltiere fotografierten wir, sondern auch auch Landschaft und sogar die Sterne. Wunderbar dunkel ist der Nachthimmel in den hohen Tauern.
Am zweiten Tag wurden wir von einer jungen Dame angesprochen, die ganz aufgeregt ein iphone-Ladekabel suchte. Ihr Kabel war kaputt gegangen, und sie brauchten dringend ein Handy, um ihre Zugverbindungen buchen zu können.
Ich sagte zunächst, dass wir keins hätten, weil ich auch nur an unsere USB-C-Kabel dachte. Später fiel mir ein, dass doch irgendwo im Auto noch ein altes Kabel sein könnte und ich ärgerte mich, dass mir das nicht eingefallen war. Glücklicherweise trafen wir die Dame noch einmal und so konnte ich mein altes Ladekabel loswerden. Sie war sehr erfreut und auch sehr erleichtert, dass sie ihr Handy so wieder laden konnte.
Lustig dachte ich. Das gibt doch bestimmt Karmapunkte und freute mich, dass ich helfen konnte.
Wien
Über die Nockberge fuhren wir weiter in Richtung Wien. Wir kamen erst abends in Wien an. Immer wieder überraschend, wie lang die Fahrt quer durch Österreich doch ist. Am ersten Abend holten wir uns nur ein 72h Ticket für die Öffis und gingen früh ins Bett, denn wir wollten früh morgens direkt zu den Hamstern.
Leider sahen wir am ersten Morgen dort keine Hamster. Vermutlich weil wir zu ungeduldig waren und weil wir auch nicht wussten, wo wir genau schauen mussten.
Nach einem ausführlichen Stadtbummel ging es abends wieder zu den Hamstern. Diesmal waren die Hamster sehr viel aktiver, und wir nicht die einzigen Fotografen und so war es dann leicht, die Tiere zu finden und zu fotografieren.
Ein Fotograf hatte einen Zweig mit Brombeeren über einem Loch aufgehängt und natürlich machten wir Fotos von dem Hamster, der sich dort bediente.
Am nächsten Morgen waren wir wieder dort. Diesmal wussten wir, wo wir die Hamster finden konnten, das half uns sehr!
Während wir die ersten Hamster beobachteten und fotografierten, kam auch eine größere Gruppe mit Fotografen, die ebenfalls die Hamster fotografieren wollten. Die Stimmung war entspannt und freundlich und man kam ins Gespräch über Wildlife und wie und wo.
Mittags waren wir dann im Lainzer Tiergarten, ein wunderschöner Wald, der ursprünglich im Mittelalter als Jagdrevier angelegt wurde und jetzt ein Naherholungsgebiet ist. Leider war es für eine ausgiebige Wanderung zu heiß, aber immerhin sahen wir eine Bache mit Frischling. Tagsüber auch nicht alltäglich.
Abends waren wir dann wieder bei den Hamstern und diesmal geschah etwas in unseren Augen absurdes. Ein Mann mähte am Rand der Wiese mit einer Motorsense einen Hamsterbau im hohen Gras frei, um dort besser fotografieren zu können. Ich war sprachlos. Nach getaner Arbeit legte er sich auf den Boden und fotografierte einfach, als wäre es das normalste der Welt.
Auch an diesem Abend war der Fotograf vom Vortag wieder da, dieses Mal hatte er Hagebutten für die Hamster dabei.
Ich weiß nicht, ob ich dieses spezielle in Szene setzen gut oder schlecht finden soll. Die Hamster scheint es nicht extrem zu stören, aber die Fotos wirken etwas künstlich.
Meine Lieblingsfotos von den Hamstern sind jedenfalls die, die ich mit kürzerer Brennweite und mit natürlichem Hintergrund machen konnte.
Am dritten Tag fuhren wir nach dem obligatorischen Hamsterbesuch morgens und der Beschaffung einer neuen Speicherkarte zu einer Zieselkolonie.
Leider sahen wir dort nur ein Tier (vermutlich war es doch schon zu spät im Jahr) und das Ziesel saß auch „nur“ auf dem Rasen, also nicht besonders spannend, aber ich will nicht meckern.
Der Hammer passierte dann aber am Abend. Während wir wieder bei den Hamstern waren und kurz vor dem Aufbruch waren, kam ein Mann auf uns zu und wir erkannten ihn als den Freund der jungen Dame, die am Großglockner nach dem Kabel gesucht hatte. Wie verrückt die Welt manchmal ist. Wir unterhielten uns länger, aber leider fragte ich nicht nach Kontaktdaten.
Falls du, junger Mann, also doch deinen Weg hier zum Blog gefunden hast, schreib uns doch bitte einmal an, wir würden uns freuen.
Wie dem auch sei, wenn das kein irrer Zufall war, dann weiß ich es auch nicht.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von den Hamstern und es ging zurück. Ach Wien! Bist und bleibst meine Lieblingsstadt! Ich komme wieder. Bestimmt!
Die Rückreise verlief ereignislos. Ursprünglich wollten wir in Passau zwischenstoppen, aber die Hotels dort fingen bei schlanken 120€ an. Nein Danke!