Kurz bei den Waldohreulen

Heute vormittag waren wir kurz bei den Waldohreulen. Anders als sonst saßen sie fast perfekt. Die Jungen sind schon aus dem Nest geklettert und schauen einen mit großen Augen an. Einfach total süß.
Das Licht war zum Fotografieren eher schon ein wenig zu hart. Trotzdem mag ich die Ergebnisse, weil die Eulen sich so entspannt fotografieren ließen.

Und dann waren wir nochmal da.

Zaunkönig, Nachtigall und co

Daniel hatte das Revier eines Zaunkönigs am Rhein ausgemacht und Freitag Abend traf ich mich dann endlich mit ihn, um den Vogel zu besuchen. Wie das manchmal so ist, passte alles. Was für ein wunderbarer Abend.

Schon bei der Ankunft sah er den Vogel sich kurz auf seiner Singwarte niederlassen. Wir setzten uns in die Nähe und warteten ruhig. Zwischendrin setzte sich ein Rotkehlchen auf die Warte und teilweise auch direkt neben uns. Das hätte mir fast schon gereicht.
Nach kurzer Zeit bemerkten wir einen Grünspecht und der verschwand in einem Loch in einem nahen Baum.
Dann fing auch noch eine Nachtigall im benachbarten Busch an zu singen. Es hörte nicht auf.

Nach etwa 90 Minuten warten, war es es endlich so weit. Der Zaunkönig hatte seinen Auftritt und wir saßen in erster Reihe und konnten lauschen und zusehen. Ich machte Foto um Foto.

Manchmal passt einfach alles – und mehr!

Komet Neowise


Vor etwa einer Woche hörte ich davon, dass ein Komet am Morgenhimmel sichtbar sein würde. Später am Monat dann die ganze Nacht. Kurzentschlossen machte ich mich mit Verena am späten Samstagabend zum großen Feldberg im Taunus zur Beobachtung mit der Hoffnung, dass ich dieses Mal nicht so bescheidene Bilder wie bei Komet Lovejoy bekommen würde.

Der Vorteil des Feldbergs ist, dass er gut erreichbar ist und der höchste Gipfel in näherer Umgebung ist. Etwa 100km sind deutlich höheren Gipfel der Rhön entfernt. Durch die Erdkrümmung hat man aber in jede Richtung einen perfekten Blick zum Horizont. Da der Komet momentan im Norden steht, ist die Aussicht auch einigermaßen dunkel. Die Lichtverschmutzung in der Richtung ist nämlich nicht ganz so schlimm wie in Richtung Süden nach Frankfurt, auch wenn natürlich die Hochtaunus-Gemeinden ordentlich strahlen.

Der Nachteil ist, dass der Feldberg auch für Andere gut erreichbar ist und so war anstatt beschaulicher, ruhiger Beobachtungsstimmung eher Party mit lauter Musik und Gegröhle. Vielleicht wäre die lange Rhön doch schöner gewesen.

Ein paar Fotos sind zustande gekommen. Es sind jetzt nicht die besten, aber man kann den Komet gut erkennen. Tatsächlich hatte ich große Probleme ihn mit dem bloßen Auge zu sehen, aber mit Teleobjektiv ging es gut. Man sieht auch, dass ich außerdem Probleme mit Wolken hatte. So sind es eben eher Beweisfotos, als ultimativ krass tolle Fotos.

Nachklapp:
Jetzt mit ein paar Tagen Abstand habe ich noch einmal neu bearbeitet und Bilder hinzugefügt, die ein paar Tage später zusammen mit Johannes entstanden sind.


Magische Nacht im Bergwinkel

Mit Mathias traf ich mich Freitag Abend für eine UV-Tour durch seinen Bergwinkel. Ich kenne vermutlich Niemanden, der sich dort so gut auskennt und so wollten wir nach einer Scouting-Runde die Fluoreszenzen der dortigen Orchideen fotografieren.
Leider fing es nach dem Scouting schon am ersten Ziel an so heftig zu regnen, dass wir abbrechen mussten.

Aber man muss das ja nicht über das Knie brechen und wir verabredeten uns direkt für den Samstag wieder. Dieses Mal zu späterer Uhrzeit, weil geplant und Pflanzen ausgeguckt hatten wir ja schon. Ich kann mir ehrlich gesagt auch nichts viel besseres an einem Samstag Abend vorstellen, als die Ruhe im Wald zu genießen und dort Orchideen zu betrachten.

Die Orchideen hauen einen ja immer wieder um. Wenn der Frauenschuh schon tagsüber eine Pracht ist, leuchtet er nachts im Licht der UV-Lampe wie ein Lampion. Die Farbe ist schwer zu beschreiben und wirkt vor Ort noch intensiver. Jedenfalls trotzten wir dem Wind und der Nässe und ich konnte sogar mit dem Laowa ein paar Bilder machen. Es ist ein echtes Geduldspiel bei Wind und Langzeitbelichtung, sowas hinzubekommen.

Nach dem Frauenschuh haben wir die Fliegen-Ragwurz aufgesucht. Deren Lippe leuchtet grellrot und die Sepalen leuchten nur am Rand bläulich. Sehr spektakulär!

Obwohl ich das Helm-Knabenkraut schon im UV-Licht fotografiert hatte, entschlossen wir uns (trotz der eher durchschnittlichen Ergebnisse mit der reinweißen fuchsii) auch ein reinweißes Helm-Knabenkraut abzulichten. Und was soll ich sagen: das war die größte Überraschung. Die Pflanze präsentiert sich mit sehr spannenden Fluoreszenzen im rosanen und bläulich-weißen Spektrum.

Zum Abschluss fotografierten wir dann noch die Pyramiden-Hundswurz. Diese leuchtet auch im UV-Licht erwartet stark.

Eigentlich wollte ich noch im heimischen Gebiet Mücken-Händelwurz anschauen, die momentan dort in Hochblüte steht, aber ich habe irgendwo im Auto meine UV-Lampe verlegt. Ich bin verzweifelt. Immerhin war ich so schon um 1:15 Uhr daheim 😀

Wie dem auch sei… das waren zwei absolut starke Abende. Vielen Dank Mathias, sowohl für die Inspiration, als auch für die Führung durch den Bergwinkel und den schönen Abend. Zu zweit ist solch eine Unternehmung dann doch deutlich angenehmer. Man kann ohne mulmiges Gefühl konzentriert fotografieren und dreht sich nicht dauernd um und natürlich genieße ich auch das Fachsimpeln und die Gespräche. Ich bin auch froh, dass du so entspannt warst, als der erste Abend ins Wasser gefallen ist.

Oh… bevor jemand fragt: ja, ich fotografiere auch noch tagsüber. Sehr viel sogar momentan. Aber ich habe gerade keine Lust, da was zu zeigen und weiß auch nicht, was ich da schreiben soll. Es ist einfach so, dass mir die Fluoreszenzfotografie neue Motivation gegeben hat. Ich fotografiere schon auch sonst noch gerne, aber irgendwie war es dann doch immer das gleiche.

28.05.2020 Edit:
ich habe auf einem kleinen Nachtspaziergang bei Wiesbaden noch ein paar Fotos der Mücken-Händelwurz gemacht.
Die Blumen blühen hier seit etwa 14 Tagen und man kann sie immer noch in aller Pracht bestaunen. Wunderbar, wie intensiv die Wiese in der Nähe dieser Blumen nach Nelke duftet.