Kraniche am Lac du Der

Auf dem Weg von den Brutgebieten in Schweden in die spanischen Winterquartiere in der Extremadura ziehen die Kraniche quer über Europa. Auch über unsere Heimat, Wiesbaden, ziehen die Vögel dabei.

Die meisten Tiere stoppen in der französischen Champagne im Grand Est am Lac du Der. Der Lac du Der ist der größte Stausee Frankreichs. Erst 1966 wurde er angelegt, um Hochwasser in der Seine zu verhindern.
Die Kraniche haben den See mit den flachen Ufern gut angenommen und stehen dort einige Nächte zu Tausenden, bevor sie weiter in den Süden ziehen.
Bis zu 270.000 Vögel wurden hier schon gezählt.

Wir fuhren Samstag Nachmittags los und kamen Abends dann an unserem kleinen, aber gemütlichen Ferienhaus an. Die Unterkunft war perfekt gelegen, unweit des Sees und dazu noch günstig. Bei einem kurzen Spaziergang konnten wir die letzten Kraniche des Tages einfliegen sehen. Leider war es schon etwas dunkel für gute Fotos und das Wetter war auch eher durchschnittlich.

Sonntag morgens begaben wir uns an das Westufer des Sees.
Wir nahmen im Osten schon ein Loch in den Wolken wahr. Das sah zwar schon vielversprechend aus, aber was sich dann eine halbe Stunde später abspielte war wirklich kaum in Worte zu fassen. Tausende Kraniche erhoben sich bei einem blutroten Sonnenaufgang, um zu ihren Futterplätzen zu fliegen.
Einfach ein unvorstellbares Erlebnis, wie man es sich schöner nicht wünschen kann.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Spazieren und genossen die Ruhe. Abends waren wir zur Rückkehr der Kraniche wieder an der Aussicht nahe unserer Unterkunft, aber das Wetter spielte nicht mit.
Es war einfach zu regnerisch, windig und kalt.

Montags früh besuchten wir noch einmal das Westufer des Sees, aber dieses Mal war das Wetter nicht so magisch wie am Vortag und so fuhren wir nach einer halben Stunde schon zurück zum Ferienhaus. Trotzdem glücklich und erfüllt begaben wir uns noch am gleichen Morgen schon wieder auf den Heimweg.

Bonus: ich habe ein Video gemacht – ich weiß, das ist noch nicht so gut, aber ich versuche, mich da reinzufuchsen. Video ist recht neu für mich. Vor Jahren habe ich damit schon einmal etwas rumgespielt, aber irgendwie will ich es jetzt ernster angehen.

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Ein Sommerabend bei den Waldohreulen

Gestern Abend schrieb mir Daniel, dass seine Frau die Waldohreulen aus nächster Nähe bei Jagd und Fütterung beobachten konnte.
Also bin ich dann heute Abend mit Verena zum angegebenen Ort gefahren und wir hörten schon von weitem die Rufe der Eulen. Wir spazierten in die Richtung und setzten uns nahe der Jungeulen auf den Weg.
Bis nach Sonnenuntergang beobachteten wir die Eulen, dabei entstanden dann auch diese Fotos.

Ich bin so unendlich dankbar für den Hinweis. Danke Daniel, danke Elli, ihr habt uns einen wirklich schönen Abend bereitet!

Trigger Warnung: wer keine Beutetiere sehen will, sollte nur die ersten 7 Fotos anschauen – bis zum 2. Pubertier.

Vögel hier an den Teichen

Im Juli war ich oft hier an den Teichen unterwegs. Es fällt dieses Jahr auf, dass sich dort sehr viele Schwarzmilane aufhalten und außerdem beobachte ich dieses Jahr zum ersten mal ein Neuntöterpärchen. Ich freue mich natürlich, dass ich dort diese Vögel beobachten und fotografieren kann.

Mittlerweile bin ich auch recht angetan von der neuen Kamera. Die Masse an gut fokussierten Fotos ist enorm. Das bedeutet natürlich auch, dass die Auswahl und das Löschen von überflüssigen Fotos mittlerweile den Hauptteil der Arbeit einnimmt.
Ein wenig ärgerlich ist, dass das automatische Bildverbesserungstool, das ich wirklich gerne benutzt habe (DXO-Pureraw 2) absolut nicht mehr taugt.
Bei der D850 war es noch jeden Cent wert, aber bei der Z9 bezahlt man viel Geld für einen Bildzermatscher. Ich würde da momentan noch die Finger davon lassen, wenn es für die Z9 benutzt werden soll.

Drum benutze ich es auch nicht und die Fotos haben jetzt ein wenig Bildrauschen. Es sind halt teilweise massive Ausschnittvergrößerungen – mir passt es so. Wenn man jetzt aus den Fotos mehr machen wollte, dann wäre es Handarbeit. Für den Blog reicht es allemal. Das alles mal beiseite: die Dateien der D850 waren halt schon wirklich erste Sahne und definitiv ein kleines bisschen einfacher zu bearbeiten und trotzdem will ich nicht zurück.

Wieder Neusiedler See – Rückweg

Auf dem Rückweg aus Ungarn machten wir nochmal zwei Nächte Halt am Neusiedler See. Wir kamen im gleichen Gasthof in Illmitz unter, wie auf dem Hinweg. Das lag natürlich auch daran, dass es eine sehr angenehme Unterkunft war.

Wir gingen am frühen Vormittag wieder auf Fototour. Das erste Ziel war die Illmitzer Hölle. Direkt als wir aus dem Auto ausstiegen, flog uns schon ein Segelfalter entgegen. Ein Wiedehopf rief. Wäre es nicht so heiß gewesen, hätte man dort einen sehr schönen Spaziergang machen können, so war es dann doch eher nur ein kurzer Gang.

Einem Tipp aus dem Besucherzentrum folgend fuhren wir zum Zicksee und anschließend zum Warmsee. Diese Seen gehörten zu den wenigen Seen, die noch nicht ausgetrocknet waren. Dementsprechend viel war dort los. Überall liefen Vögel durch das flache Wasser. Rotschenkel, Säbelschnäbler, Regenpfeifer, Kiebitze… eine Pracht.
Leider waren die Bedingungen alles andere als gut und ich habe so gut wie keine guten Fotos machen können. Im Anschluss waren wir noch im Norden des Sees bei einer Bienenfresserkolonie. Dort kamen aber überhaupt keine Fotos zustande. Wir beschlossen, zu ruhen und abends noch einmal loszuziehen. Das war eine gute Idee. Im Licht der untergehenden Sonne konnten wir dann doch noch etwas fotografieren und vor allem Licht und Stimmung genießen.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann nochmal zu dem selben See wie am Abend zuvor. Zunächst war es bedeckt, aber nach einiger Zeit kam dann noch die Sonne raus. Zufrieden verließen wir den Neusiedler See in Richtung Wien.

Dort besuchten wir die Donauauen südlich von Wien. Mehr noch als auf dem Hinweg mit den kleinen Knabenkräuter und den Brand-Knabenkräuter hauten mich dieses Mal die Massen an Wanzen-Knabenkräutern und violetten Dingel um. Was für ein übertriebenes Biotop. Leider gab es auch dieses Mal Schäden durch Besucher zu sehen. So war um eine zugegeben schöne Gruppe Helm-Knabenkräuter das Gras komplett niedergetrampelt. Lustigerweise habe ich die dazugehörigen Fotos Tags darauf auf Instagram „bewundern“ dürfen. Tja… und außenrum dann platte Wanzen. Lasst das Leute! Aber nichts desto trotz: ein unfassbar reiches Biotop.

Ungarn 3 – Hortobágy Teil 3

An unserem vorletzten Tag in der Bibic Nature Log hatten wir unsere letzte Tour mit Zoltan. Diese war mit Abstand die schönste und ereignisreichste.

Er führte uns zunächst noch einmal zur Zieselkolonie bei den Rotfußfalken, um vielleicht doch noch einen jagenden Würgfalken zu erspähen. Das gaben wir aber sehr schnell auf und fuhren zu einem Gebiet mit vielen Teichen. Die Menge an Vögeln dort war einfach nur überwältigend. Massen an Kormoranen, Reihern und Zwergscharben saßen in den Bäumen und veranstalteten einen riesigen Lärm. Bereits auf dem Hinweg sahen wir ein altes, vertrocknetes Beutelmeisennest. Kurze Zeit danach fand Zoltan dann die erste Beutelmeise, die gerade ein neues Nest baute. Dem fleißigen Vogel bei der Arbeit zuzuschauen, war für uns sehr spannend. Wir hatten ja noch nie Beutelmeisen gesehen. Die Beutelmeise fühlte sich auch nicht besonders gestört. Nach einer Weile gingen wir dann in den Schatten. Von dort aus entdeckten wir dann einen Rallenreiher. Mal nicht ewig weit weg oder wegfliegend, sondern im Schilf stehend.

Wir gingen nach kurzer Pause weiter als dann Ibisse über uns flogen. Nach den zahlreichen Reihern, Kormoranen und anderen Vögeln wieder etwas Neues. Da wir leider über Mittag dort waren, war natürlich an wirklich gute Fotos nicht zu denken.
Nachmittags fuhren wir dann an die berühmten Fischteiche von Hortobágy. Allerdings näherten wir uns diesmal nicht per Fuß von Süden, sondern mit Auto von Norden. Die Ruhe dort an den Teichen (mal abgesehen von den Vogelmassen) war für uns ganz besonders schön. Das Highlight war für Zoltan der Tamariskensänger, den ich ehrlich gesagt nicht von einem Schilfrohrsänger hätte unterscheiden können. Ich genoss einfach den Ausblick, die Vögel und die Ruhe. Zwar wurden wir auch an dem Tag von der Fülle an Vögeln erschlagen, aber irgendwie war ich nicht so überfordert und konnte alles mehr genießen.

Am späten Abend hatten wir uns nochmal mit Zoltan verabredet. Wir hatten gefragt, ob er uns nicht die Zwergohreule zeigen könnte, die auf dem Gelände dort nachts immer rief. Er erklärte sich bereit und so zogen wir mit einer Gruppe Kinder, die die Eule auch sehen wollten dann kurz nach Sonnenuntergang los. Auch das klappte: Naja… selbst wenn ich die Eule nur davonfliegen sah, so hat zumindest Verena einen längeren Blick erhaschen können.

Nochmal Fischteiche

Am letzten Tag im Nationalpark fuhren wir noch einmal zu den Fischteichen. Auch diesmal bekamen wir viele Vögel zu sehen. Das besondere Bonbon war aber ein Osterluzeifalter, der dort entgegen der Aussage in der Lodge dort noch flog. Ein ganz besonders schöner Schmetterling.

Ich muss mich wirklich ausdrücklich bei Tibor und Zoltan für die gute Zeit bedanken. Ich verstehe, warum die Lodge so außergewöhnlich bewertet ist. Man wird eher als Freund, als als Gast behandelt, man bekommt tolle Tips, die Offenheit und die Bereitschaft mit der einem diese schöne Ecke Europas näher gebracht wird sucht seinesgleichen. Wir haben das in der Form so noch nicht erlebt.

Abreise – Bükk Nationalpark

Nach sechs ereignisreichen Tagen fuhren wir dann weiter in Richtung Bükk. Nach der Zeit in der Steppe war der grüne Wald eine willkommene Abwechslung. Man bekommt eine Ahnung, wie vielfältig Ungarn ist. Direkt beim Einfahren in den Wald dachte ich, dass es doch Orchideen geben müsse und wir mussten auch nicht lange warten. Schon bald fanden wir die ersten Pflanzen am Straßenrand.